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Bei Solarwatt in Dresden wurden im vergangenen Jahr viele neue Mitarbeiter eingestellt, jetzt müssen 85 wieder gehen. (Archivbild) Bildrechte: dpa

WettbewerbsdruckDresdner Solarhersteller Solarwatt entlässt 85 Mitarbeiter

27. November 2023, 16:24 Uhr

Die Energiekrise hat die Nachfrage nach Solarmodulen im vergangenen Jahr beflügelt. Davon profitieren hiesige Hersteller wie Solarwatt in Dresden oder Meyer Burger in Freiberg. Doch der internationale Druck aus China und den USA ist groß. Solarwatt verkleinert deshalb wieder seine Belegschaft, Meyer Burger droht mit Abwanderung.

Der Dresdner Photovoltaik-Hersteller "Solarwatt" wird 85 Mitarbeiter entlassen. Das hat der Sprecher des Unternehmens, Jens Secker, MDR SACHSEN bestätigt. Die Kündigungen würden schon zum Jahresende wirksam. Als Grund nannte das Unternehmen die großen Herausforderungen für europäische Photovoltaik-Produzenten auf dem internationalen Markt. "Schnelle und unbürokratische Antworten der europäischen und deutschen Politik auf die ungleichen Bedingungen im Wettbewerb mit chinesischen und US-amerikanischen Herstellern sind bisher leider ausgeblieben," heißt es in einer Mitteilung von Solarwatt.

Weniger Mitarbeiter bei Solarwatt durch weniger Bestellungen

Nach Angaben von Experten profitiert die Konkurrenz in China und den USA von erheblichen Subventionen. Dadurch seien europäische Anbieter zu teuer. Solarwatt will deshalb nach eigenen Angaben seine Organisationsstrukturen verschlanken. In den vergangenen Jahren sei die Belegschaft aufgrund der großen Nachfrage vergrößert worden.

Jetzt gäbe es einen Rückgang der Bestellungen. Da müsse die Mitarbeiterzahl wieder reduziert werden, erklärte Geschäftsführer Detlef Neuhaus. Solarwatt beschäftigt bislang 850 Mitarbeiter in Dresden.

Solarwatt hatte seinen Umsatz im vergangenen Jahr mit 330 Millionen Euro mehr als verdoppelt. Für dieses Jahr waren sogar 500 Millionen Euro an Erlösen geplant.

Solarzellen-Hersteller Meyer Burger warnt vor Abwanderung

Auch der größte deutsche Solarzellenhersteller Meyer Burger machte auf den hohen Wettbewerbsdruck aufmerksam und drohte erneut mit der Verlagerung seiner Produktion in die USA. Es gebe dort enorm günstige Kredite und preiswerte Energie, sagte der Chef des Unternehmens, Gunter Erfurt, der "Süddeutschen Zeitung". Ob es so weit komme, hänge von einer zusätzlichen Förderung für die europäische Solarindustrie ab.

Hintergrund der Abwanderungsüberlegungen ist die Debatte über einen Sonder-Bonus zur Förderung der europäischen Solarindustrie. Er könnte über die übliche Förderung erneuerbarer Energien fließen - unter der Voraussetzung, dass Komponenten aus Europa verbaut werden.

Die mögliche Gestalt diskutiert der Bundestag gerade im Rahmen eines Solarpakets. Allerdings kann sich die Koalition nicht einigen. SPD und Grüne sind dafür, die FDP ist dagegen. Meyer Burger produziert in Freiberg und in Bitterfeld in Sachsen-Anhalt.

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MDR (kbe)/afp

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Nachrichten | 27. November 2023 | 14:00 Uhr

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