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Der Wald brennt jetzt auch im Nationalpark Sächsische Schweiz am Kleinen Winterberg. Bildrechte: dpa

Feuer in NationalparkWaldbrand in Böhmischer und Sächsischer Schweiz: Katastrophenalarm für Bad Schandau

von MDR SACHSEN

Stand: 26. Juli 2022, 12:17 Uhr

Die Lage in der Sächsischen Schweiz ist derzeit äußerst dynamisch. Für aktuelle Informationen gibt es nun einen Ticker zu den Waldbränden im Nationalpark, den wir fortlaufend aktualisieren.

Im Nationalpark Böhmische Schweiz in Tschechien brennt immer mehr Wald. In dem Ort Mezna fingen mehrere Gebäude Feuer. Auch haben die Flammen in der Nacht zu Dienstag die Sächsische Schweiz erreicht. Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat am Dienstagmorgen für den ersten Ort den Katastrophenalarm ausgerufen.

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Katastrophenalarm für Bad Schandau

Der Waldbrand im Nationalpark Böhmische und Sächsische Schweiz ist weiterhin nicht unter Kontrolle. Die Flammen haben sich durch den Wind in der Nacht ausgebreitet und Wald auf sächsischem Gebiet erfasst. Der Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge hat am Dienstag für das Gemeindegebiet Bad Schandau Katastrophenalarm ausgelöst. Das Landratsamt übernahm die Führung des Einsatzes. Evakuierungen sind zurzeit aber nicht notwendig, wie ein Sprecher MDR SACHSEN sagte. Zwischen der Elbe und den Einsatzstellen werden nun Schläuche verlegt, um die Wasserversorgung der Feuerwehren sicherzustellen.

Bilder Der Waldbrand in der Böhmischen und Sächsischen Schweiz

Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Seit Dienstag gilt ein ganztägiges (24-stündiges) Betretungsverbot aller Wälder des Landkreises in den Regionen Sächsische Schweiz und Osterzgebirge: Schilder weisen an allen Waldwegen daraufhin. Bildrechte: xcitepress
Sachsens Innenminister Armin Schuster schaute auf der tschechischen Seite vorbei, um sich dort ein Bild von Zusammenarbeit zu machen. Bildrechte: xcitepress
Forstminister Wolfram Günther und Innenminister Armin Schuster haben sich am Donnerstag in Bad Schandau ein Bild von der Lage gemacht. Bildrechte: xcitepress
Neben Feuerwehrkräften sind auch zahlreiche Polizisten in der Sächsischen Schweiz im Einsatz, Bildrechte: xcitepress
Mit Erkundungshubschraubern wird der Waldbrand aus der Luft beobachtet. Bildrechte: xcitepress
Rauchschwaden von den brennenden Waldflächen ziehen durch den Nationalpark Sächsische Schweiz. Bildrechte: dpa
Kein Morgennebel, sondern Rauch steigt aus dem Wald in der Hinteren Sächsischen Schweiz. Aktuell stehen demnach rund 250 Hektar Waldfläche in Flammen. Bildrechte: MDR/Heiko Barthel
Ein weiteres Feuer hat sich von der Böhmischen in die Sächsische Schweiz ausgebreitet. Bildrechte: MDR/Heiko Barthel
In der Kernzone des Natioinalparks, der Hinteren Sächsischen Schweiz, sind Löschuhubschrauber pausenlos im Einsatz. Bildrechte: dpa
Die rot markierte Fläche zeigt die Ausdehnung des Waldbrandes im Nationalpark Böhmische Schweiz am 27. Juli 2022. Bildrechte: MDR / openmaptiles
Über 270 Einsatzkräfte bemühen sich weiter den Brand einzudämmen. Bildrechte: dpa
Mehrere Löschhubschrauber sind seit Tagen im Einsatz, um Das Feuer in der Böhmischen und Sächsischen Schweiz zu löschen. Bildrechte: dpa
Auch am Felsen Pechofen/ Bärenfangwände brennt der Wald. Haupt-Brandherd befindet sich direkt hinter dem Klettergipfel "Vorderes Pechofenhorn". Bildrechte: Daniel Förster
Zwischen Schmilka und Hrensko und oberhalb eines Travelershops brennt der Wald lichterloh. Bildrechte: Daniel Förster
Auch an Tag drei werden Löschhubschrauber eingesetzt, um den Waldbrand in der Sächischen Schweiz zu bekämpfen. Bildrechte: Daniel Unger
Polizisten vom Polizeirevier Sebnitz beobachten am Ortseingang Lichtenhain die Rauchfahnen, die sie in Richtung Kleiner Winterberg und Großer Winterberg sehen. Bildrechte: Daniel Förster
Seit Dienstag werden die Einsatzkräfte auch von der Bundeswehr unterstützt. Zwei Hubschrauber sind im Einsatz in der Nähe von Schmilkau. Auch am Mittwoch ist der Einsatz von zwei Hubschraubern geplant. Bildrechte: xcitepress
Der Waldbrand in der Böhmischen Schweiz hält auch an Tag drei die Einsatzkräfte weiter in Atem. Bildrechte: Medienservice Erzgebirge/Daniel Unger
Die Löscharbeiten in der Sächsischen und Böhmischen Schweiz gestalten sich schwierig. Das Gelände ist unwegsam und Löschwasser muss über weite Strecken transportiert werden. Bildrechte: Medienservice Erzgebirge/Daniel Unger
Von Bad Schandau sind die Rauchwolken über der Hinteren Sächsischen Schweiz gut sichtbar. Bildrechte: Medienservice Erzgebirge/Daniel Unger
Auch Wasserwerfer der Polizei kommen bei dem Waldbrand bei Bad Schandau zum Einsatz. Bildrechte: Medienservice Erzgebirge/Daniel Unger
Die Bundeswehr hilft den Feuerwehrleuten mit Hubschraubern. Bildrechte: Medienservice Erzgebirge/Daniel Unger
Auch an Tag Zwei kämpfen zahlreiche Feuerwehren gegen die Waldbrände in der Böhmischen und Sächsischen Schweiz. Wie hier in der Nähe der Kipphornaussicht. Bildrechte: Marko Förster
Dichte Rauchschaden steigen aus den Waldgebieten in der Nähe der Kipphornaussicht in der Sächsischen Schweiz. Bildrechte: Marko Förster
Der Waldbrand in der Böhmischen Schweiz hat in dem tschechischen Ort Mezna bei Hrensko für Zerstörung gesorgt. Mehrere Gebäude brannten ab. Bildrechte: dpa
Zahlreiche Einsatzkräfte haben sich in Bad Schandau versammelt. Für den Ort gilt der Katastrophenalarm. Bildrechte: xcitepress
Die Löscharbeiten wegen des Waldbrandes in Bad Schandau gehen weiter. Löschhubschrauber sind im Dauereinsatz. Bildrechte: xcitepress
Tag Zwei des Waldbrands in der Böhmischen Schweiz. Noch immer raucht der Wald. Bildrechte: Marko Förster
Die Flammen lodern direkt hinter Häusern während ein Feuerwehrmann versucht mit seinem Schlauch zu löschen. Der Waldbrand im tschechischen Nationalpark Böhmische Schweiz nahe der Grenze zu Sachsen fordert weiter die Einsatzkräfte. Bildrechte: dpa
Blick auf den Waldbrand im tschechischen Nationalpark Böhmische Schweiz in Hrensko nahe der Grenze zu Sachsen. Bildrechte: dpa
In der Nacht zu Dienstag brannten Teile des Nationalparks Böhmische Schweiz bei Hrensko lichterloh. Bildrechte: Marko Förster
Im Nationalpark Sächsische Schweiz weitet sich der Waldbrand aus, der in der Böhmischen Schweiz in Tschechien ausgebrochen war. Bildrechte: dpa
Der Blick ins Elbtal Richtung Tschechien in der Nähe von Bad Schandau. An mehreren Stellen hat der Wald Feuer gefangen. Bildrechte: privat/Oliver Lenk
Aufgrund der Trockenheit und der Hitze der letzten Tage brennt der Wald wie Zunder. Bildrechte: privat/Oliver Lenk
In der Böhmischen Schweiz ist am Sonntag ein Feuer ausgebrochen. Am Abend hatte sich der Wind gedreht und die Rauchschwaden zogen Richtung Dresden. Bildrechte: Marko Förster
Das Feuer im Nationalpark Böhmische Schweiz war am Sonntag bei Hřensko ausgebrochen. Bildrechte: Marko Förster
Zahlreiche Feuerwehrleute bekämpften die Flammen, auch Hubschrauber und ein Löschflugzeug sind im Einsatz. Bildrechte: Marko Förster
Aus den Schluchten steigt dichter Rauch. Ein Hubschrauber fliegt durch den Nebel: Es ist ein Löschhubschrauber, der gegen den Waldbrand im Nationalpark Böhmische/Sächsische Schweiz kämpft. Bildrechte: Christian Essler
Ein Löschhubschrauber entnimmt mit einem Lastbehälter Wasser aus der Elbe. Bildrechte: Marko Förster
Vom Aussichtsturm in Johnsdorf Janov schauen Wanderer auf den Waldbrand. Bildrechte: Marko Förster
Die Rauchsäule des Brandes im Nationalpark Böhmische Schweiz ist am Sonntag kilometerweit zu sehen. Bildrechte: Marko Förster
In dem schwer zugänglichen Gelände sind die Löscharbeiten aufwendig- Bildrechte: Marko Förster
Das Feuer hatte am Montag vom Nationalpark Böhmische Schweiz in Tschechien auf den Nationalpark Sächsische Schweiz übergegriffen. Bildrechte: Marko Förster

Bundeswehr schickt Hubschrauber

Laut Landratsamt in Pirna kämpfen seit Montagnachmittag 250 Einsatzkräfte aus 24 Wehren mit 39 Fahrzeugen gegen den Brand. Unterstützt werden sie von einem Hubschrauber der Landespolizei und einem Hubschrauber der Bundespolizei. "Zusätzlich sind zwei Wasserwerfer der Polizei auf dem Weg nach Bad Schandau, die jeweils 10.000 Liter Wasser mit sich führen können", teilte das Landratsamt mit.

Zur Bekämpfung des Waldbrandes im Nationalpark Sächsische Schweiz sollen auch vier Hubschrauber der Bundeswehr eingesetzt werden. "Wir erwarten die Maschinen noch am Dienstagmittag", sagte ein Sprecher des Landratsamtes. Diese sollen vorrangig beim Löscheinsatz helfen.

Auch ein Löschflugzeug sowie zwei Hubschrauber sind im Einsatz. Bildrechte: Marko Förster

Warnung und Aufruf an Touristen

Es gebe am Dienstag mehrere Einsatzstellen rund um den Großen Winterberg. Zur genauen Fläche, die in dem unwegsamen, felsigen Gebiet in Flammen steht, konnte der Sprecher des Landratsamts Sächsische Schweiz-Osterzgebirge keine Angaben machen. "Unser großes Problem ist der Wind", sagte er mit Blick auf die Ausbreitung des Feuers.

Der Landkreis bittet Gäste, Touristen und Wanderer dringend, das Gebiet der Hinteren Sächsischen Schweiz zu meiden, um die Löscharbeiten nicht zu behindern.

Ferienlager in Tschechien evakuiert

In Tschechien spitzt sich die Lage bei dem Waldbrand im Nationalpark Böhmische Schweiz nahe der Grenze zu Sachsen dramatisch zu. Zahlreiche Bewohner der Gemeinde Hrensko mussten am Dienstagmorgen ihre Häuser verlassen. Das teilte ein Sprecher der tschechischen Feuerwehr mit. Betroffen sind alle Gebäude am rechten Ufer der Kamnitz, die dort in die Elbe fließt.

In dem Ort Mezna fingen mehrere Gebäude Feuer. Die Löscharbeiten wurden am Morgen nach einer nächtlichen Unterbrechung wieder aufgenommen. Die Einsatzkräfte evakuierten zudem ein Kinderferienlager mit rund 100 Teilnehmern aus Deutschland. Die Kinder und ihre Betreuer wurden an der Grenze deutschen Hilfskräften übergeben. Rund 70 Kinder aus dem Raum Leipzig sind auf dem Heimweg.

Mehr als 150 Feuerwehrleute sind vor Ort, um die Flammen zu bekämpfen. Sie werden von Polizei- und Armeehubschraubern unterstützt. Der Waldbrand war am Sonntag auf einer Fläche von ursprünglich rund sieben Hektar ausgebrochen. Er bedroht inzwischen das Prebischtor mit der Ausflugsgaststätte "Falkennest". Die Felsenformation gilt als Wahrzeichen des Nationalparks.

Brandstiftung vermutet

Die tschechische Nationalparkverwaltung hält nach eigenen Angaben Brandstiftung für "sehr wahrscheinlich", da kein Naturereignis, wie zum Beispiel ein Blitzschlag, bekannt sei, der den Brand ausgelöst haben könnte. Unklar sei, ob es ein Zigarettenstummel oder ein illegales Lagerfeuer war, aber: "Wir sind uns zu 99 Prozent sicher, dass es sich um einen menschlichen Eingriff handelt, leider", sagte der Nationalparksprecher Tomáš Salov.

Feinstaubbelastung und Qualmgeruch

Wechselnder Wind trägt den Qualm viele Kilometer weit in umliegende Dörfer und Städte. So war am Montagmorgen im Süden Dresdens eine hohe Feinstaubbelastung messbar. Sie lag nach Angaben des Landesumweltamtes bei rund 3,6 Mikrogramm Ruß je Kubikmeter Luft. Das war drei Mal so viel wie üblich. Der Brandgeruch, der zeitweise bis nach Meißen und in den Landkreis Bautzen zog, stellt keine Gefahr für die Bevölkerung dar, wie die Regionalleitstelle Dresden und örtliche Feuerwehren betonten.

Auf tschechischer Seite war der Rauch war am Dienstag noch im rund 90 Kilometer entfernten Prag und darüber hinaus zu riechen. Viele besorgte Bürger riefen die Feuerwehr an. Die Behörden appellierten an die Öffentlichkeit, die Notrufleitungen nicht zu blockieren. Innenminister Vit Rakusan kündigte an, sich um Hilfe aus dem Ausland bemühen zu wollen.

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MDR (ma,kk)/Marko Förster/dpa

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN | SACHSENSPIEGEL | 25. Juli 2022 | 19:00 Uhr