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Das Rathaus als Technoclub - so will die Stadt junge Dresdner für sich begeistern. (Archivbild) Bildrechte: dpa

RathausHitlergruß auf OB-Party in Dresden - Staatsschutz ermittelt

21. September 2023, 13:04 Uhr

Eigentlich ist es eine lustige Party, die die Stadt Dresden jedes Jahr für 18-Jährige im Rathaus schmeißt. Dieses Mal hat sie aber ein juristisches Nachspiel: Jugendliche zeigten den Hitlergruß. Die Stadt erstattete Anzeige und der Staatsschutz ermittelt.

Der Staatsschutz der Dresdner Polizei ermittelt gegen eine Gruppe von Jugendlichen, die vor dem Rathaus verfassungsfeindliche Parolen skandiert haben sollen. Wie ein Polizeisprecher MDR SACHSEN bestätigte, handelt es sich um Teilnehmer einer von der Stadt organisierten Party Anfang September im Rathaus. Den Ermittlern liegen demnach belastende Videoaufnahmen und Zeugenaussagen vor. Die Identität der Jugendlichen ist derzeit noch ungeklärt.

OB Hilbert als nächtlicher Gastgeber im Rathaus. (Archivbild) Bildrechte: dpa

Rathaus mit Party-Rückblick auf Instagram

Laut "Sächsischer Zeitung" handelte es sich um eine Rathausparty mit rund 3.000 jungen Dresdnern. Sie feierten Anfang September mit Oberbürgermeister Dirk Hilbert (FDP) im Rathaus die "Nachtschicht_18". Einmal im Jahr werden die Dresdner eingeladen, die in den vorausgegangenen zwölf Monaten volljährig geworden sind. Auf der Seite der Stadt Dresden heißt es dazu: "Mit 18 zur Nachtschicht ins Rathaus! Der größte Club der Stadt startet am 1. September 2023 in die vierte Runde." Auf der Instagram-Seite der Stadt wurde vergangene Woche von einer "unvergesslichen Nachtschicht_18" gesprochen. Der "Sächsischen Zeitung" zufolge hat die Stadt selbst Anzeige erhoben.

Auf Kritik von einer Userin, die die Anwesenheit von AfD-Vertretern mit Gutscheinen für die Gäste auf der Party ankreidete, schreibt die Stadt Dresden: "Die Personen der Stadtratsfraktion der AfD wurden durch die Bürgerinnen und Bürger Stadt gewählt worden und ist Teil der bürgerschaftlichen Vertretung. Wie sollen wir im Sinne der Gleichbehandlung einzelne Fraktionen nicht einladen?" [Fehler im Original, Anm. der Redaktion]

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Erst am Dienstag hatte sich Dirk Hilbert im Gespräch mit MDR SACHSEN zum Thema Rassismus in der Stadt geäußert: "Ich wehre mich (...) gegen die verbreitete und stigmatisierende Darstellung, in Dresden seien diese negativen Vorfälle in einer deutlich höheren Anzahl als in anderen deutschen Großstädten vorzufinden. Das stimmt nämlich nicht, so bedauernswert und unentschuldbar jeder einzelne Vorfall in diesem Zusammenhang auch ist."

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MDR (sat)

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN - Das Sachsenradio | Regionalnachrichten aus dem Studio Dresden | 21. September 2023 | 12:30 Uhr