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Im Februar 2021 ist die Polizei unter anderem in Gotha mit einer Razzia gegen die Gruppierung vorgegangen. (Archivbild) Bildrechte: MDR/ Axel Hemmerling

Drogenhandel, Prostitution und GeldwäscheNach Razzien bei Neonazis: Anklage gegen "Turonen" erhoben

30. März 2022, 23:25 Uhr

Drei Frauen und sechs Männer sind wegen bandenmäßigem Drogenhandels und der Bildung einer kriminellen Vereinigung angeklagt worden. Sie gehören zur rechtsextremen Gruppierung der Turonen. Die Angeklagten kommen aus Thüringen, Hessen und Nordrhein-Westfalen.

von MDR THÜRINGEN

Die Staatsanwaltschaft Gera hat eine Neonazigruppe wegen bandenmäßigen Drogenhandels und Bildung einer kriminellen Vereinigung angeklagt. Nach Informationen von MDR und NDR richtet sich die Anklage gegen sechs Männer und drei Frauen aus der rechtsextremen Gruppierung der Turonen und deren Umfeld.

Die Ermittler gehen davon aus, dass die mutmaßlichen Täter und Täterinnen die rechtsextremen Strukturen der Turonen genutzt haben, um Taten aus dem Bereich der Organisierten Kriminalität zu begehen. Im Februar vergangenen Jahres waren Polizei und Staatsanwaltschaft mit einer groß angelegten Razzia in Ballstädt und Gotha gegen die Neonazis vorgegangen und hatten mehrere Haftbefehle vollstreckt. Hunderte Beamte hatten Wohn- und Geschäftsräume durchsucht.

Weitere Vorwürfe: Zwangsprostitution, Geldwäsche und Verstoß gegen das Waffengesetz

Neben den Hauptvorwürfen klagte die Staatsanwaltschaft bei einzelnen Beschuldigten auch andere Delikte an. Dabei geht es um Vorwürfe der schweren Zwangsprostitution, der Geldwäsche und des Verstoßes gegen das Waffengesetz.

Rechtsextremer Anwalt unter den Beschuldigten

Die Staatsanwaltschaft Gera ist thüringenweit für die Verfolgung Organisierter Kriminalität zuständig. Die jetzt erhobene Anklage richtet sich gegen sieben Beschuldigte aus Thüringen, einen Mann aus dem Raum Aachen und einen Verdächtigen aus Hessen. Bei dem Beschuldigten aus Hessen handelt es sich nach MDR-Informationen um einen rechtsextremen Szene-Anwalt. Das Landgericht Erfurt muss nun über die Zulassung der Anklage entscheiden. Die Verteidiger der Beschuldigten waren nicht zu erreichen.

Einige der jetzt Angeklagten waren auch schon im Ballstädt-Verfahren angeklagt.

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NDR, MDR (cfr, ff)

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | 30. März 2022 | 18:00 Uhr