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Die Erstaufnahme-Einrichtung in Suhl ist voll besetzt. Doch bald will das Land Flüchtlinge auch in Hermsdorf unterbringen. Bildrechte: dpa

FlüchtlingeEntlastung für Erstaufnahme in Suhl: Unterkunft in Hermsdorf soll bald öffnen

von MDR THÜRINGEN

Stand: 01. Dezember 2022, 20:52 Uhr

Noch im Dezember plant das Land Thüringen, die Unterkunft für Flüchtlinge in Hermsdorf wiederzueröffnen. Zwei Landkreise will der Minister bei der Aufnahme von Geflüchteten mehr in die Pflicht nehmen.

Die Flüchtlings-Erstaufnahme in Suhl soll ab Mitte des Monats entlastet werden. Nach Angaben von Dirk Adams (Grüne) wird die landeseigene Unterkunft in Hermsdorf (Saale-Holzland-Kreis) am 15. Dezember wieder in Betrieb gehen.

In Hermsdorf bis zu 750 Geflüchtete

Dort könnten maximal 750 Menschen untergebracht werden, sagte Adams MDR THÜRINGEN. Demnach ist es aber nicht möglich, die Zahl der Flüchtlinge in der Suhler Unterkunft auf 300 zu reduzieren. Dafür kämen derzeit zu viele Flüchtlinge aus der Ukraine und von der Balkanroute an.

Adams hatte Ende September angekündigt, die Zahl der Bewohner auf maximal 300 zu verringern. Derzeit sind in Suhl mehr als 1.500 Flüchtlinge untergebracht. Von dort gab es wiederholt Berichte über Probleme wegen Personalnot und Überforderung.

Keine neuen Flüchtlinge für Kommunen über Weihnachten

Mit der Flüchtlingsaufnahme in Hermsdorf sollen demnach aber auch die Kommunen entlastet werden. Sie müssten dadurch über die Weihnachtsfeiertage keine Flüchtlinge aufnehmen, so Adams weiter.

In Thüringen wird niemand in Zelten schlafen.

Dirk Adams (Grüne) | Thüringer Migrationsminister

Thüringens Migrationsminister Dirk Adams (Grüne). Bildrechte: IMAGO/Jacob Schröter

Die Kommunen sollen zudem künftig nicht mehr auf den Kosten für angemietete Gebäude sitzen bleiben. Geplant sei, dass das Land auch diese Kosten übernimmt, egal, ob die Gebäude leer stehen oder mit Flüchtlingen bewohnt sind. Dafür müsse jedoch die entsprechende Verordnung geändert werden. Derzeit stimmt sich die Landesregierung laut Adams dazu ab.

Land will zwei Kreise mehr in die Pflicht nehmen

Zwei Landkreise will der Minister den Angaben zufolge noch mehr in die Pflicht nehmen. Greiz und Schmalkalden-Meiningen hätten bislang weniger Flüchtlinge als geplant aufgenommen. Eine Unterbringung in Zelten lehnte Adams vehement ab. Es gebe genug Möglichkeiten, das abzuwenden. "In Thüringen wird niemand in Zelten schlafen", sagte Adams.

Der Migrationsminister kündigte außerdem an, dass Thüringen im Januar noch einmal 60 Millionen Euro vom Bund ausgezahlt bekommt.

MDR (JH/rom)

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Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 01. Dezember 2022 | 20:00 Uhr