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Belarus

Erinnerungskultur Gedenkstätte für Vernichtungslager

Zwölf Kilometer vom Zentrum der belarussischen Hauptstadt Minsk entfernt lag während des Zweiten Weltkriegs das Vernichtungslager "Maly Trostenez". Zu Sowjetzeiten erinnerten ein Obelisk und dieser Gedenkstein an die Opfer: darauf wurden sie jedoch ausnahmslos als "Sowjetbürger" bezeichnet. Bildrechte: Constanze Müller
Das Lager auf diesem Feld lag damals weit draußen vor den Toren der Stadt, abgeschirmt von den Augen der Bewohner. Heute reichen die Vororte der Hauptstadt direkt bis an das Areal des ehemaligen Lagers heran. Bildrechte: Constanze Müller
Ein Großteil der 60.000 hier ermordeten Menschen waren in Wahrheit nicht Sowjetbürger, sondern Juden aus Mittel- und Westeuropa, besonders viele aus Wien. Die meisten wurden an dieser Waldlichtung bei Blagowschtschina erschossen. Darunter vor allem Frauen, Kinder und Alte. Bildrechte: Constanze Müller
Für lange Zeit wurde die Erschießungsstätte im Wald vergessen. Erst 2009 begannen Angehörige der österreichischen Opfer, an diesem Ort ihrer Vorfahren zu gedenken - mit gelben Zetteln, auf denen die Namen und Lebensdaten der Opfer stehen. Bildrechte: Constanze Müller
Doch nun haben die Stadt Minsk und verschiedene Organisationen eine große Gedenkstätte entlang des Weges zur Erschießungsstätte Blagowschtschina gebaut. Diese symbolischen Güterwagons sollen den Besuchern die Enge und Hoffnungslosigkeit der Opfer vermitteln. Bildrechte: Constanze Müller
Der Historiker Aliaksandr Dalhouski hat den Ort jahrelang erforscht. Er hält die Gedenkstätte für eine Chance, "eine europäische Erinnerungskultur zu schaffen, in der alle Opfer ihren Platz haben." Bildrechte: Constanze Müller
Entworfen haben die Gedenkstätte verschiedene Bildhauer und Architekten - darunter Galina Lewina, deren Vater Leonid Lewin die ersten Entwürfe gezeichnet hat. Ihr gemeinsames Büro ist auf die Gestaltung von Gedenkorten in Belarus spezialisert. Bildrechte: Constanze Müller
Die Architektin möchte den Besuchern vermitteln, wie sinnlos Krieg und Massenmord sind: "Dass wir dann zusammen an einem Ort sind, an dem früher die Grenze zwischen Leben und Tod gezogen wurde - das ist ein sehr emotionaler Moment für uns alle, egal aus welchem Land wir kommen." Bildrechte: Constanze Müller
Seit Anfang März 2018 gab es bereits eine Begleitausstellung in der 200 Kilometer entfernten Universitätsstadt Mogiljow. Diese hat Historiker Aliaksandr Dalhouski mitgestaltet. Bildrechte: IBB Minsk

Interview mit Architektin Lewina"Dieser Ort soll sagen: nie wieder!"

Die Architektin Galina Lewina hat die Gedenkstätte für ein Vernichtungslager nahe der belarussischen Hauptstadt konzipiert. Um die Gedenkstätte zu errichten, haben Deutschland und Belarus eng zusammengearbeitet.