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Russische MondmissionSonde Luna-25 auf dem Mond zerschellt

21. August 2023, 11:59 Uhr

Russlands erste Mondmission seit Jahrzehnten ist gescheitert. Die Raumsonde Luna-25 zerschellte nach Angaben der Raumfahrtbehörde Roskosmos auf der Mondoberfläche.

Russlands erste Mondmission seit fast 50 Jahren ist fehlgeschlagen. Die unbemannte Sonde Luna-25 sei nach einer "außerplanmäßigen Situation" auf der Mondoberfläche aufgeschlagen und habe "aufgehört zu existieren", teilte die russische Raumfahrtbehörde Roskosmos am Sonntag in Moskau mit.

Nach ersten Erkenntnissen habe es eine "Kollision mit der Mondoberfläche" gegeben. Roskosmos zufolge soll eine Kommission die Ursachen des Vorfalls untersuchen. 

Einsatz war auf ein Jahr angelegt

Luna-25 war vor gut einer Woche vom russischen Weltraumbahnhof Wostotschny aus auf den Weg zum Mond geschickt worden. Es war die erste russische Mondmission seit 1976. Ursprünglich arbeitete Roskosmos zusammen mit der europäischen Raumfahrtagentur Esa an dem Programm. Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine beendete die Esa die Kooperation. Die 800 Kilogramm schwere Sonde sollte als erste Raumsonde auf dem Südpol des Mondes landen und mindestens ein Jahr auf dem Mond bleiben, um Bodenproben zu entnehmen und zu analysieren.

Russland hatte nach dem Start seiner neuen Mondmission ein erstes Foto von der Oberfläche des Mondes veröffentlicht. Wie die Raumfahrtbehörde mitteilte, hat die Sonde "Luna-25" die Aufnahme von der Umlaufbahn des Mondes aus gemacht. Zu sehen sei unter anderem ein von der Erde aus nicht sichtbarer Krater nahe dem Südpol auf der Rückseite des Mondes. Bildrechte: dpa

Mit der Mission wollte Russland an die einstigen Erfolge der Sowjetunion im Bereich der Weltraumfahrt anknüpfen. Mit Sputnik brachte sie den weltweit ersten Satelliten ins All und mit der Hündin Laika das erste Tier. Mit Juri Gagarin feierte die Sowjetunion auch den ersten Menschen und mit Walentina Tereschkowa die erste Frau im All.

Neues Wettrennen um Prestige und Mond-Basis

1976 war die sowjetische Raumsonde Luna-24 auf dem Mond gelandet. Während des Kalten Krieges hatten sich die Sowjetunion und die USA ein Wettrennen in der Raumfahrt geliefert. Im Zuge des US-Programms Apollo landeten 1969 Neil Armstrong und Buzz Aldrin als erste Menschen auf dem Mond.

In den vergangenen Jahren kündigten auch China, Indien und Europa Mondmissionen an. Langfristig ist eine bemannte Station als Ausgangspunkt für weiterführende Weltraumflüge geplant.

AFP, dpa (ans)

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 20. August 2023 | 12:00 Uhr