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Auf der Internationalen Automobilausstellung standen die chinesischen Elektro-Auto-Hersteller im Scheinwerferlicht Bildrechte: IMAGO / Manfred Segerer

Untersuchung eingeleitetEU hält Preise für chinesische E-Autos für verdächtig niedrig

13. September 2023, 18:10 Uhr

Die EU Union leitet eine Untersuchung zu chinesischen E-Autos ein. Konkret soll geprüft werden, ob die staatlichen Subventionen zu einer Wettbewerbsverzerrung auf dem europäischen Markt führen. EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen warf der chinesischen Regierung Wettbewerbsverzerrung vor, da Preise künstlich gedrückt würden. Bundesfinanzminister Robert Habeck begrüßte das Vorhaben.

Die Europäische Union leitet wegen chinesischer Subventionen für Hersteller von Elektro-Autos eine Untersuchung ein. Es soll geprüft werden, ob internationale Handelsgesetze missachtet wurden. Das kündigte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen vor dem EU-Parlament in Straßburg an. Die weltweiten Märkte würden mit E-Autos geflutet, deren Preis durch gewaltige staatliche Subventionen niedrig gehalten würden. Das verzerre den europäischen Markt und sei nicht akzeptabel. Europa sei offen für Wettbewerb, aber nicht für einen ungleichen Unterbietungswettlauf.

Schon bei der Solarenergie sei China genau so vorgegangen, sagte von der Leyen. Das habe man nicht vergessen. Sie versicherte, die EU wolle die europäische Wettbewerbsfähigkeit unbedingt erhalten.

Habeck begrüßt Untersuchung von chinesischer Preispolitik

Bundeswirtschaftsminister Habeck begrüßte die Untersuchung. Es sei nicht das Ziel "leistungsfähige, günstige Autos aus dem europäischen Markt herauszuhalten". Es solle vielmehr geprüft werden, "ob es versteckte, direkte oder indirekte Subventionen gibt“. Sollten Verstöße festgestellt werden, müsse dagegen vorgegangen werden.

Untersuchung könnte zum Boomerang für deutsche Auto-Industrie werden

Der Direktor des Center Automotive Research (CAR), Ferdinand Dudenhöffer, sieht die Untersuchung dagegen kritisch. Er warnte vor einer absehbaren Gegenoffensive der chinesischen Regierung.

"Ein Bruch mit China würde die deutsche Autoindustrie äußerst stark verletzen", sagte er der Deutschen Presse-Agentur (dpa). Deutsche Autobauer verkauften auf dem chinesischen Markt 30 bis 40 Prozent ihrer Autos.

Ferdinand Dudenhöffer warnt, dass die chinesische Regierung Gegenmaßnahmen ergreift. Bildrechte: picture alliance/dpa | Bernd Thissen

Dudenhöffer vermutet die französische Autoindustrie hinter dem Vorstoß. Die Autohersteller Stellantis und Renault fürchteten, dass sie auf dem heimischen Markt von den günstigeren chinesischen Alternativen verdrängt würden.

Die CAR hatte vor Kurzem deutsche und chinesische Modelle verglichen. Tatsächlich liegen die Listenpreise der meisten chinesischen Modelle demnach bis zu 60 Prozent unter denen von vergleichbaren deutschen E-Autos.

Autoindustrie: Untersuchung allein reicht nicht

Das muss aus Sicht von Dudenhöffer jedoch nicht nur an den Subventionen liegen. Die chinesischen Hersteller haben nach seinen Worten einen deutlichen technologischen Vorteil bei den Kosten im Fahrzeugbau und bei der Batterie-Technologie.

Auch Vertreter der deutschen Autoindustrie vertraten am Mittwoch die Ansicht, die Untersuchung allein löse bestehende Herausforderungen nicht. Ein Sprecher des Verbands der Automobilindustrie (VDA) sagte der dpa, es brauche langfristige Strategien, denn der deutsche und der europäische Standort litten unter hohen Energiekosten, Steuern, Abgaben, Umlagen und unter zu viel Bürokratie.

dpa/afp (jun)

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Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL | MDR AKTUELL RADIO | 13. September 2023 | 13:30 Uhr

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