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Do, 18.08. 22:10 Uhr 29:31 min

Urlaubsträume in Beton - Bulgarien

Film von Franziska Hessberger

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Kilometerlange goldgelbe Dünen aus feinstem Sand, umgeben von grünen Wäldern. Bulgariens Touristenmagnete "Sonnenstrand" und "Goldstrand" entstanden im Fieber der Wirtschaftswunderjahre, als das ehemals der Oberschicht vorbehaltene Privileg des Reisens zu einem Volkssport wurde.  Bildrechte: MDR/rbb/Pawel Kacprzak
Die Architekten hatten viel Freiheit und konnten einen ganz eigenen Stil entwickeln - wie Nikola Nikolov für das Hotel Continental (1968) am Sonnenstrand. Bildrechte: MDR/rbb/Pawel Kacprzak
Vladimir Popov hat beim Bau des Resorts "Albena" bereits als Student mitgebaut - heute arbeitet er hier als Architekt. Bildrechte: MDR/rbb/Pawel Kacprzak
Eines der ersten Hotels, die Ende der Fünfzigerjahre an der Schwarzmeerküste entstanden, war der Komplex "Sozopol-Nessebar", welches viele Jahre nur ausländischen Touristen vorbehalten war. Bildrechte: MDR/rbb/Pawel Kacprzak
Der Hotelkomplex "Cherno More" im Stil des Brutalismus sorgte 1970 für viel Aufsehen. Auch weil er von Stefka Georgieva, einer der berühmtesten Architektinnen Bulgariens, gebaut wurde. Bildrechte: MDR/rbb/Pawel Kacprzak

Acht Kilometer lang, goldgelbe Dünen aus feinstem Sand, umgeben von grünen Wäldern. Bulgariens größter Touristenmagnet "Sonnenstrand" bietet in über 800 Beherbergungsbetrieben Platz für 50.000 Gäste. Entstanden ist dieser Ferienkomplex im Fieber der Wirtschafswunderjahre, als das ehemals der Oberschicht vorbehaltene Privileg des Reisens zu einem Volkssport wurde. In Ost- wie in Westeuropa entstanden riesige, aus Beton gefertigte Freizeitmaschinerien.

Zugleich generierte dieser Bau-Boom neue Architekturtypen, die mit modernen Materialien unterschiedliche Stile der Architekturgeschichte aufgriffen und daraus eigene Markenzeichen machten. So entstand zunächst an der Schwarzmeerküste eine Melange von Neoklassizismus, klassischer Moderne und nationalen Traditionen, die vor allem auf die bulgarische Renaissance rekurrierte.

Später entwickelt man hier, in Anbindung an internationale Vorbilder, den sogenannten Brutalismus, eine unverwechselbare Architektursprache, die zum Markenzeichen für Resorts, Hotels und Restaurants nicht nur in Bulgarien wurde. Dabei kombinierte man funktionalistische Formen mit dekorativen, plastisch geformten Elementen wie Vordächern, Pergolen sowie ornamentalen Sonnenschutz- und Brüstungselementen an den Fassaden.

Der Film begibt sich in die Nachkriegsjahre, in der die Ferienburgen entstanden, und konfrontiert sie mit der postkommunistischen Zeit. Der Blick von heute prüft die architekturästhetische und soziologische "Haltbarkeit" des damals Gebauten und sein Verhältnis zur umgebenden Landschaft.

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