Dunkelbraun blühendes Federborstengras vor einem Beet mit Astern und einem cremeweiß blühenden Gras im Gräsergarten im Egapark in Erfurt
Erinnert an dunkle Flaschenbürsten, ist jedoch ein Ziergras: Das Japanische Federborstengras bietet einen prächtigen Anblick im Egapark. Die dunkelbraunen, haarigen Blüten bilden einen spannenden Kontrast zu den hellen Astern und anderen Ziergräsern. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Pflanzen von A bis Z | Ziergarten Ziergräser im Garten: Artenreich, dekorativ, pflegeleicht

Im Herbst kommt die Schönheit von Ziergräsern besonders zur Geltung: Sanft wiegen sich Blüten und Halme im Wind. Das Laub vieler Arten verfärbt sich intensiv. Und sie bilden spannende Kontraste zu den blühenden Herbststauden. Wir stellen Ihnen Lieblingsgräser vor und zeigen, wie sie bei der Gartengestaltung zum Einsatz kommen.

Dunkelbraun blühendes Federborstengras vor einem Beet mit Astern und einem cremeweiß blühenden Gras im Gräsergarten im Egapark in Erfurt
Erinnert an dunkle Flaschenbürsten, ist jedoch ein Ziergras: Das Japanische Federborstengras bietet einen prächtigen Anblick im Egapark. Die dunkelbraunen, haarigen Blüten bilden einen spannenden Kontrast zu den hellen Astern und anderen Ziergräsern. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Gräser sind ein vielseitiges Gestaltungsmittel im Garten: Sie helfen, andere Pflanzen in Szene zu setzen. Als Blattschmuck-Stauden stehen sie selbst im Vordergrund. Ziergräser können als Sichtschutz eingesetzt werden und die Höhenstaffelung in einem Beet betonen. Im Herbst zeigt sich ihre Schönheit besonders, zumal die Vielfalt so groß ist: Kompakte Gräser können als Bodendecker dienen, andere Arten überragen sogar einen ausgewachsenen Mann. Es gibt Ziergräser, die mit ihrer intensiven Herbstfärbung punkten, und solche, die interessante Blüten tragen.

Gräser sind das Haar der Mutter Erde.

Sprichwort

Für eine ausgewogene Pflanzung empfehlen Experten, knapp ein Drittel der Fläche mit Gräsern zu gestalten. Die niedrigen Arten werden in den Vordergrund gesetzt, kniehohes Gras in den mittleren Teil einer Fläche. Hohe Gräser verleihen dem Garten Tiefe und einen attraktiven Hintergrund. Sehr gut kombinieren lassen sich Gräser zum Beispiel mit blühenden Herbststauden wie Astern, Sonnenhut, Fetthenne und Anemonen. Es gibt Ziergräser sowohl für sonnige als auch für halbschattige Standorte – das Japan-Goldbandgras (Hakonechlora macra ′Aureola′)  zum Beispiel gedeiht auch unter Gehölzen.

Pflanzen von A bis Z | Ziergarten Lieblingsgräser für den Herbst

Fühlen sich Ziergräser an einem Standort wohl, sind sie pflegeleicht und entfalten eine ganz eigene Wirkung. Wir stellen Ihnen verschiedene Arten vor, die den Garten bereichern. Entdeckt haben wir sie im Egapark Erfurt.

Rosa-graue Rispen vom Diamant-Reitgras im Egapark in Erfurt
Das Diamant-Reitgras (Calamagrostis brachytricha) bildet große, leicht rosa gefärbte Rispen und sieht daher sehr attraktiv aus. Es eignet sich auch als Bereicherung für Sommer- und Herbststräuße. Das aus Asien stammende Ziergras sollte einen Standort in der Sonne auf durchlässigem Gartenboden bekommen. Es erreicht eine Höhe von etwa einem Meter und eine Breite von 70 bis 80 Zentimetern. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Rosa-graue Rispen vom Diamant-Reitgras im Egapark in Erfurt
Das Diamant-Reitgras (Calamagrostis brachytricha) bildet große, leicht rosa gefärbte Rispen und sieht daher sehr attraktiv aus. Es eignet sich auch als Bereicherung für Sommer- und Herbststräuße. Das aus Asien stammende Ziergras sollte einen Standort in der Sonne auf durchlässigem Gartenboden bekommen. Es erreicht eine Höhe von etwa einem Meter und eine Breite von 70 bis 80 Zentimetern. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Dunkelbraune, haarige Blüten vom Japanischen Federborstengras im Egapark in Erfurt
Ein wahrer Hingucker ist das Federborstengras (Pennisetum alopecuroides) der Varietät viridescens, das auch als ‘Black Beauty‘ verkauft wird. An einem Standort in der Sonne zeigt es im Spätsommer und Herbst walzenförmige, dunkelbraune bis schwarzgraue Blüten. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Hellgrün bis gelbliche Blätter und zarte Rispen des Ziergrases Hakonechlora macra Aureola an einem Weg im Gräsergarten im Egapark in Erfurt
Das Japan-Goldbandgras (Hakonechlora macra ′Aureola′) fällt durch seine gelbgrün gestreiften Blätter auf. Weil es verhältnismäßig klein bleibt und den Halbschatten mag, kann es zum Beispiel am Wegesrand und unter Gehölze gepflanzt werden. Im Herbst verfärben sich die Blätter dieses Berggrases gelbbraun. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Herbst-Kopfgras mit dünnen, hellen Blüten in einem Staudenbeet im Egapark in Erfurt
Zu den robusten Ziergräsern gehört das Herbst-Kopfgras (Sesleria autumnalis) mit seinen silbrig-weißen Blüten. Es bildet Horste und ergänzt dadurch beispielsweise Staudenbeete sehr gut. Die Wuchshöhe beträgt 30 bis 60 Zentimeter. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Violette Rispen der Rutenhirse (Panicum virgatum) mit dem Sortennamen Shenandoah in einem Staudenbeet im Egapark in Erfurt
Die Purpur-Rutenhirse (Panicum virgatum) ‘Shenandoah‘ beeindruckt durch dunkelrote Blattspitzen, eine leuchtende Herbstfärbung und zarte, rosa-graue Rispen. Sie schätzt einen durchlässigen, nährstoffreichen Standort in der Sonne und wird etwa einen Meter groß. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Sehr aufrecht wachsendes Ziergras der Sorte Northwind im Gräsergarten im Egapark in Erfurt
Ein aufrechter Wuchs zeichnet die Rutenhirse der Sorte 'Northwind' aus. In Gruppen gepflanzt dient die robuste Pflanze auch als Sichtschutz. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Zwerg-Chinaschilf mit dem Sortennamen Yakushima Dwarf in einem Staudenbeet im Egapark in Erfurt
Das Zwerg-Chinaschilf der Sorte 'Yakushima Dwarf' wird nur etwa einen Meter hoch. Wie alle Miscanthus-Vertreter bevorzugt es einen durchlässigen, nährstoffreichen Gartenboden in sonniger Lage. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Senkrecht wachsendes Gras das schon gelb gefärbt ist.
Das Reitgras (Calamagrostis acutiflora 'Karl Foerster') hat eine vertikale, straff aufrechte Wuchsform. Es blüht schon sehr früh im Juni. Im Herbst färbt es sich gelb. Es kann auch als Sichtschutz Verwendung finden. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Rötliches leicht lockiges Gras
Das Amnosie-Gras (Apocynaceae Amsonia hubrichtii) zeigt sich in einer schönen Herbstfärbung. Ursprünglich wächst die Wildstaude in Nordamerika in der Prärie. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Verschiedene Gräser
Im Hintergrund der Amsonie wächst Rutenhirse (Panicum virgatum) mit einer schönen roten Herbstfärbung. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Viele Blüten der Rutenhirse
Diese Rutenhirse (Panicum 'Cloud Nine') wird fast mannshoch und hat keine Herbstfärbung. Besonders imposant sind die dichten, großen Blütenstände, die wie ein Schleier über dem Boden schweben. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Schwarze kerzenförmige Samenstände der Prachtscharte
Die Prachtscharte (Liatris spicata) blüht im Sommer rosa. Im Herbst sehen die dunklen Samenstände besonders imposant aus. Ein schönes Bild entsteht, wenn die Prachtscharte vor höheren, immergrünen Stauden gepflanzt wird. Im Februar werden die alten Pflanzenteile zurückgeschnitten. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Viele Ableger des niedrig wachsenden Carex-Grases
Carex breitet sich schnell aus, es bildet viele Ableger. Es eignet sich für schattige Bereiche und wächst auch gut unter Bäumen. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Beet mit vielen verschiedenen Gräsern
Mit verschiedenen Ziergäsern gestaltet ist dieses Beet im Egapark in Erfurt. Das höchste Gras auf dem Beet ist das Riesen-Chinaschilf (Miscanthus sinensis). Warmes und feuchtes Klima sorgt dafür, dass sich Blüten bilden. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Lila Blüten des Riesen Chinaschilfs
Die Blüten des Chinaschilfs sind hierzulande ein eher seltenes Bild. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Fedrige, helle Blüte eines Grases
Chinaschilf gibt es auch in niedrigen Sorten. Nur einen Meter hoch wird die Sorte Miscanthus sinensis 'Kleine Silberspinne'. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
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Violette Rispen der Rutenhirse (Panicum virgatum) mit dem Sortennamen Shenandoah in einem Staudenbeet im Egapark in Erfurt
Die Purpur-Rutenhirse (Panicum virgatum) ‘Shenandoah‘ beeindruckt durch dunkelrote Blattspitzen, eine leuchtende Herbstfärbung und zarte, rosa-graue Rispen. Sie schätzt einen durchlässigen, nährstoffreichen Standort in der Sonne und wird etwa einen Meter groß. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Standort und Pflege

Fühlen sich Gräser an einem Standort wohl, sind viele Arten unverwüstlich. "Die beste Pflanzzeit sind der Frühling und der Herbst, aber grundsätzlich können Ziergräser das ganze Jahr über gepflanzt werden", rät Andreas Adelsberger von der Bayerischen Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau. Wer im Sommer eine Pflanze im Topf kaufe und eingrabe, müsse sie jedoch kräftig gießen.

Bei der Auswahl eines Grases sollten unbedingt die jeweiligen Standort-Ansprüche bedacht werden, damit die Freude an der Pflanze lange währt. Einmal im Boden eingewachsen, vertragen die meisten Gräser vorübergehende Trockenheit recht gut. Dünger brauchen sie nicht, der normale, nährstoffreiche Gartenboden reicht ihnen. Die höheren Ziergräser mögen allerdings keinen sehr mageren Boden. Je nach Art und Züchtung reicht es, Gräser erst im Frühjahr zurückzuschneiden. Sehr aufrecht wachsende Arten wie das Chinaschilf oder die Rutenhirse können den Winter über stehen bleiben. Ihre Fruchtstände bieten, von Raureif überzogen, einen zauberhaften Anblick. Oft reicht es im Frühling, nur die Blütenstände abzuschneiden und die Pflanzen mit einer Harke auszukämmen. Fällt ein Gras allerdings nach dem ersten Frost auseinander, kann es gestutzt werden. Arten, die oberirdisch absterben und einziehen, werden am Ende des Winters zurückgeschnitten. Sie treiben im Frühling neu aus.

Wenn im Frühling frische Halme zu sprießen beginnen, können Gräser geteilt werden. Dazu wird einfach der Wurzelstock ausgegraben, vorsichtig auseinandergezogen und zerlegt. Anschließend werden die geteilten Pflanzen wieder in den Boden eingesetzt.

Zuletzt aktualisiert: 24. September 2017, 08:30 Uhr