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Die Zahl der Geburten ist im vergangenen Jahr um sieben Prozent gesunken. Bildrechte: Getty Images

GeburtenrateWeniger Geburten im Jahr 2022

21. Juli 2023, 15:33 Uhr

In Deutschland sind im vergangenen Jahr deutlich weniger Kinder zur Welt gekommen als 2021. Das Statistische Bundesamt in Wiesbaden registrierte knapp 739.000 Geburten – das entspricht einem Rückgang von sieben Prozent. Der Rückgang betrifft auch Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen.

Im vergangenen Jahr sind in Deutschland deutlich weniger Kinder zur Welt gekommen. Die Zahl der Neugeborenen sei um sieben Prozent auf 738.819 gesunken, teilte das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mit. Das waren 56.673 weniger als im Jahr 2021, dem an Geburten reichsten Jahr seit 1997.

Geburtenziffer um acht Prozent gesunken

Die sogenannte Geburtenziffer ging 2022 gegenüber dem Vorjahr um acht Prozent zurück – auf 1,46 Kinder je Frau. Das sei der niedrigste Stand seit 2013, hieß es. 2021 lag die Geburtenrate noch bei 1,58 Kindern je Frau.

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Damit die Bevölkerung eines Landes – ohne Zuwanderung – nicht schrumpft, müssten in hoch entwickelten Ländern rein rechnerisch etwa 2,1 Kinder je Frau geboren werden.

Weniger Kinder pro Frau in Ostdeutschland

In Westdeutschland sank die Geburtenziffer den Angaben zufolge von 1,60 auf 1,48 Kinder je Frau, in den ostdeutschen Ländern von 1,54 auf 1,43 Kinder je Frau. Während die Geburtenrate von Frauen mit deutscher Staatsangehörigkeit um neun Prozent sank, waren es bei ausländischen Frauen sechs Prozent.

Das Durchschnittsalter der Mütter bei der Geburt des ersten Kindes lag im vergangenen Jahr bei 30,4 – geringfügig niedriger als im Vorjahr. Das Durchschnittsalter der Väter beim ersten Kind der Mutter blieb unverändert bei 33,3 Jahren.

Rückgang in Sachsen um fast 10 Prozent

Die Zahl der Geburten in Sachsen sinkt seit dem Babyboom-Jahr 2016. 29.331 Kinder sind in Sachsen im Jahr 2022 zur Welt gekommen. Das entspricht einem Rückgang von 9,9 Prozent.

2016 verzeichnete Sachsen den höchsten Wert mit 37.941 Geburten. In den vergangenen Jahren sank die Anzahl Neugeborener von Jahr zu Jahr. Es wird damit gerechnet, dass der Trend anhält, weil nun geburtenschwache Jahrgänge im gebärfähigen Alter seien, so das Statistische Landesamt.

Rekordtief in Sachsen-Anhalt

Im vergangenen Jahr kamen in Sachsen-Anhalt 14.506 Kinder lebend zur Welt. Wie das Statistische Landesamt mitteilt, waren das 9,5 Prozent weniger als im Vorjahr. Damit setzte sich der Geburtenrückgang seit 2017 für Sachsen-Anhalt weiter fort und erreichte sogar einen neuen Tiefstand.

1993 bis 1995 lag die Anzahl der Geburten im Zuge der Wiedervereinigung jeweils unter 15.000 geborenen Kindern. 1996 bis 2020 blieb die Zahl stabil über der Schwelle von 16.000.

Regional betrachtet verlief die Entwicklung der Geburtenzahlen sehr unterschiedlich. Alle kreisfreien Städte und Landkreise verbuchten rückläufige Geburtenzahlen. Die größten Rückgänge wurden im Landkreis Börde (-13,2 Prozent), im Landkreis Stendal (-12,5 Prozent) und im Burgenlandkreis (-12,0 Prozent) registriert.

Thüringen: Weniger Frauen im gebärfähigen Alter

In Thüringen wurden nach Angaben des Statistischen Landesamtes 14.130 Geburten registriert. Im Vergleich zum Jahr 2021 sind das 1.250 Geburten weniger. Das sei auch hier die niedrigste Geburtenzahl seit 1995.

Die meisten Kinder kamen in Erfurt (1.648), im Wartburgkreis (1.089) und im Landkreis Gotha (900) zur Welt. Die wenigsten Kinder wurden in Suhl (227) sowie in den Landkreisen Sonneberg (353) und Hildburghausen (389) geboren.

Für den Rückgang gibt es laut Landesamt mehrere Gründe. So nehme die Zahl der Frauen im gebärfähigen Alter ab. Aber auch die Folgen der Coronapandemie und des russischen Angriffskrieges in der Ukraine kämen als Gründe in Betracht, hieß es.

mit epd/dpa(yvo)

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 21. Juli 2023 | 11:30 Uhr

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