Nachrichten & Themen
Mediathek & TV
Audio & Radio
SachsenSachsen-AnhaltThüringenDeutschlandWeltLeben
Bildrechte: picture alliance/dpa/dpa-Zentralbild | Jan Woitas

StrukturwandelChemiepark Leuna wird erweitert

04. April 2023, 16:55 Uhr

Der Chemiepark Leuna soll weiter wachsen. Mit einer Fläche von 13 Quadratkilometern gehört Leuna längst zu den größten Chemieparks in Europa. Das Projekt Leuna III soll den Chemiepark nun erweitern. Dadurch sollen bis zu 250 direkte Arbeitsplätze entstehen. Die Investitionen bewegen sich im Bereich der nachhaltigen Chemie.

Im Chemiepark Leuna im Süden von Sachsen-Anhalt produzieren mehr als 100 Unternehmen aus elf Nationen. Dow Chemical zum Beispiel, aber auch BASF, Shell und TotalEnergies. Gleichzeitig arbeiten im Chemiepark mehr als 15.000 Menschen. So viele Industriearbeitsplätze an einem Standort gibt es sonst nirgends in Ostdeutschland. Mit einer Fläche von 13 Quadratkilometern gehört Leuna längst zu den größten Chemieparks in Europa.

Mit dem Projekt Leuna III wird er nun weiter wachsen. Derzeit werden dafür eine Fläche von rund 280 Fußballfeldern (200 Hektar) westlich der derzeitigen Produktionsanlagen erschlossen. Christof Günther, der Geschäftsführer von InfraLeuna, verweist auf einen Fördermittelbescheid über 184 Millionen Euro für die geplante Erweiterung des Chemieparks. Ministerpräsident Reiner Haseloff hatte den Bescheid im Mai 2022  im Beisein von Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck an den Landrat des Saalekreises, Hartmut Handschak, für die dortige Kreisentwicklungsgesellschaft überreicht.

Nach meiner Überzeugung ist das dasjenige Projekt, das am ehesten dazu führt, dass die Industriearbeitsplätze, die wir verlieren, dann auch durch adäquate neue Industriearbeitsplätze ersetzt werden können.

Christof Günther | Geschäftsführer von InfraLeuna

Christof Günther ist Geschäftsführer von InfraLeuna. Bildrechte: MDR/Ralf Geißler

Günther sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Das hier ist eine Kohleregion, hier hängen sehr viele Arbeitsplätze von der Kohle ab. Es gibt verschiedenste Projekte, die nun im Rahmen des Strukturwandels hier vorangetrieben werden." Nach seiner Überzeugung sei das Projekt Leuna III dasjenige, das am ehesten dazu führe, dass die Industriearbeitsplätze, die verloren gingen, dann auch durch adäquate neue Industriearbeitsplätze ersetzt werden können.

Bis zu 250 direkte Arbeitsplätze

Bis zu 250 direkte und 750 indirekte Arbeitsplätze könnten durch die Erweiterung des Chemieparks entstehen, sagt InfraLeuna-Chef Günther: "Für die Ansiedlung in diesem erweiterten Chemiestandort sind wir aktuell schon im Gespräch mit Investoren, die hier große Investitionen tätigen wollen. Und das sind alles Investitionen in Richtung nachhaltiger Chemie."

Der Chemiepark Leuna erlebt gerade einen Wandel, weg von der Nutzung fossiler hin zur Nutzung von nachhaltigen Rohstoffen. Ein Beispiel dafür ist die Bioraffinerie des finnischen Konzerns UPM, die derzeit in Leuna gebaut wird. Eine Rieseninvestition von 750 Millionen Euro. Ein Großkunde des Unternehmens wird der Coca-Cola-Konzern sein, der in der neuen Raffinerie Monoethylenglykol herstellen lassen will, der wichtigste Bestandteil der PET-Flaschen. Produziert werden soll die Chemikalie mit Biomasse. InfraLeuna-Chef Günther spricht von 500.000 Tonnen Buchenholz pro Jahr, die in der Bioraffinerie verarbeitet werden sollen.

Günter sei deshalb schon besorgt gefragt worden, ob in Leuna der deutsche Wald in Chemikalien verwandelt werden soll. Genau das Gegenteil sei der Fall. Es werde nur Bruchholz verwendet, das bei der Pflege der Wälder anfalle, sagt Günther. Und wenn der Wald nicht nachhaltig bewirtschaftet werde, nehme UPM das Holz aus dem Wald auch nicht ab. Das erhöhe den Druck auch auf private Waldbesitzer, die laut Günther solche Zertifizierungen oftmals mieden.

Also es ist tatsächlich ein Projekt, das den Wald stärkt. Die Besorgnis, die naheliegend ist, die ist an der Stelle eigentlich nicht nötig.

Christof Günther | Geschäftsführer von InfraLeuna

"Also es ist tatsächlich ein Projekt, das den Wald stärkt", sagt Günther. "Die Besorgnis, die naheliegend ist, die ist an der Stelle eigentlich nicht nötig." Die Massenproduktion in der Bioraffinerie wird voraussichtlich noch in diesem Jahr beginnen, auch die Vorbereitungsarbeiten für die Erweiterung des Chemieparks Leuna sollen in den kommenden Monaten an Fahrt aufnehmen.

Mehr zum Thema

MDR (Stephan Schulz, Alisa Sonntag)

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 03. April 2023 | 14:00 Uhr

Kommentare

Laden ...
Alles anzeigen
Alles anzeigen