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Freiberg will mit einer Million Euro ihren Bürgerinnen und Bürgern helfen, die ihre energiekosten nicht allein zahlen können. Bildrechte: dpa

EnergiekriseFreiberg hilft seinen Bürgern mit Millionenbetrag

von MDR SACHSEN

Stand: 07. Oktober 2022, 17:48 Uhr

Der Freiberger Stadtwerke-Chef hatte schon im August davor gewarnt, dass viele Bürger ihre Energierechnungen nicht mehr begleichen und die Stadtwerke in Schieflage geraten könnten. Die Stadt richtet nun einen Hilfsfonds ein.

Die Stadt Freiberg richtet einen "Nothilfe-Fonds-Energie" für ihre Bürgerinnen und Bürger ein. Das hat der Freiberger Stadtrat am Donnerstag mit klarer Mehrheit beschlossen. Mit einer Summe von einer Million Euro aus der Liquiditätsreserve will die Stadt den Einwohnern helfen, die durch die Energiekrise in finanzielle Notlage geraten sind und keinen Anspruch auf staatliche Hilfe haben. Für die Vergabe der Geldleistungen soll ein Beirat berufen werden.

Freibergs Oberbürgermeister Sven Krüger will mit einem eigens berufenen Beirat über die Vergabe der Mittel entscheiden. Bildrechte: imago/Uwe Meinhold

Oberbürgermeister Sven Krüger (parteilos) sagte MDR SACHSEN, dass die Hilfe besonders Familien und Alleinstehende mit Kindern, zugutekommen soll. "Wir wollen damit die Möglichkeit schaffen, dass auch diese Menschen weiterhin ihre Nebenkosten bezahlen können."

Bei jedem Antrags werde jedoch geprüft, ob Wohngeld oder andere soziale Leistungen den gleichen Zweck erfüllen würden. Er gehe davon aus, dass ab 1. November Anträge gestellt werden könnten. "Der Beirat, den wir berufen werden, um über die Anträge zu entscheiden, soll ebenfalls im November zu den ersten Entscheidungen kommen."

Allein die Städtische Wohnungsgesellschaft in Freiberg hat nach Aussage Krügers derzeit Außenstände bei den Nebenkosten im hohen sechsstelligen Bereich.

Wir wollen damit wir die Möglichkeit schaffen, dass auch diese Menschen weiterhin ihre Nebenkosten bezahlen können.

Sven Krüger | Oberbürgermeister Freiberg

Weiterhin umfasst der Stadtratsbeschluss, in den kommenden beiden Jahren Personal für die soziale Beratung vorzuhalten. Außerdem sollen Vereine in diesem Zeitraum mit rund 450.000 Euro unterstützt werden. Projekte, die der Teilhabe älterer Menschen am sozialen Leben dienen, erhalten weitere 78.500 Euro städtische Mittel.

MDR (tfr/bdö)

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN | Regionalnachrichten aus dem Studio Chemnitz | 07. Oktober 2022 | 12:30 Uhr