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Beamte von Bundespolizei und Zoll haben bei einer Razzia in der Kleinstadt Colditz Drogen, Waffen und teure Autos sichergestellt. Am Donnerstag hat sich auch der Innenausschuss mit dem Einsatz beschäftigt. (Archiv) Bildrechte: MDR/Sören Müller

KriminalitätDrogen-Razzia in Colditz beschäftigt Innenausschuss

06. April 2023, 20:19 Uhr

2.600 Cannabis-Pflanzen, fünf Kilogramm Crystal Meth, zehntausende Euro Bargeld, dazu Schusswaffen und Luxusautos. Bei einer Razzia des Zolls wurde in Colditz Ende März eine rechte Zelle ausgehoben. Der Einsatz war am Donnerstag Thema im sächsischen Innenausschuss. Die Landespolitikerinnen und -politiker hatten viele Fragen. Zum Beispiel: Warum wusste der Zoll offenbar deutlich besser Bescheid als die Polizei Sachsen?

Eine Drogen-Razzia, die Ende März 2023 in der Kleinstadt Colditz stattfand, ist am Donnerstag Thema im sächsischen Innenausschuss gewesen. Vor allem die Frage danach, weshalb die sächsische Polizei nicht in die Aktion eingebunden war, warf bei Landtagspolitikerinnen und -politikern Fragen auf. Und warum hatte die sächsische Polizei nicht schon längst eingegriffen?

Warum war nur die Bundespolizei bei der Razzia dabei, sächsische Polizisten nicht?

Nach MDR-Informationen hieß es dazu am Donnerstag im Innenausschuss, dass es sich um ein gängiges Vorgehen handele, die zuständige Polizeidirektion erst mit Beginn des Einsatzes in Kenntnis zu setzen. Allerdings sei nach wie vor unklar, weshalb bei der Planung und Durchführung der Durchsuchung nur die Bundespolizei, jedoch keine Einsatzkräfte der sächsischen Polizei zum Einsatz gekommen waren. Zudem soll ein entscheidender Hinweis zur gefundenen Marihuanaplantage mit mehr als 2.000 Pflanzen der sächsischen Polizei nicht vorgelegen haben - dem Zoll hingegen schon.

Brisant: die Frage nach möglicher Geldwäsche habe man aufgrund von Schwachstellen bei der Finanzermittlung beim Landesamt für Verfassungsschutz bisher nicht beantworten können. Es wird nach MDR-Informationen dennoch damit gerechnet, dass die Erkenntnisse aus den Durchsuchungen der vergangenen Woche zu weiteren Ermittlungsansätzen führen werden.

Schon hundertfache Ermittlungen gegen Beschuldigte

Auch die Vergangenheit der drei Beschuldigten - Ralf N. und dessen Söhne Andreas und Uwe N. - beschäftigte den Innenausschuss. So seien in der Vergangenheit bereits Ermittlungsverfahren im dreistelligen Bereich gegen die Beschuldigten geführt worden.

Bildergalerie Waffen, Geld und Luxuskarossen bei Drogenrazzia beschlagnahmt

In der Cannabisplantage wurden etwa 2.600 Pflanzen in unterschiedlichen Wachstumsphasen gezählt und sichergestellt, teilte das Zollfahndungsamt Dresden am Mittwoch mit. Bildrechte: Zoll Dresden
Diese von außen unscheinbare Halle im Colditzer Ortsteil Hohnbach wurde als professionelle Indoor-Cannabisplantage genutzt. Bildrechte: Sören Müller
Zu den beschlagnahmten Gegenständen gehörten laut Zoll auch fünf Pistolen und zwei Gewehre. Bildrechte: Zoll Dresden
Dieses Luxusfahrzeug der Marke Lamborghini stand auf einem der durchsuchten Grundstücke und wurde auch vom Zoll sichergestellt. Bildrechte: Zoll Dresden
Bei der Razzia wurden auch mehrere Bargeldbestände sichergestellt, laut Zoll in Höhe von insgesamt 32.000 Euro. Bildrechte: Zoll Dresden
Bei den Durchsuchungen waren insgesamt 225 Beamte, acht Rauschgift- und zwei Bargeldspürhunde im Einsatz. Bildrechte: Sören Müller

Bei der Razzia, die am vergangenen Dienstag und Mittwoch stattfand, hatten die Beamten der Zollfahndungsämter Dresden und München, des Zollkriminalamtes sowie der Bundespolizei neben der professionellen Marihuanaplantage auch 5,5 Kilogramm Crystal entdeckt. Zudem fanden die Ermittler zwei Langwaffen und fünf Pistolen. Auch 32.000 Euro Bargeld sowie ein Sportwagen und ein Luxus-SUV wurden beschlagnahmt.

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MDR (kav)

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 06. April 2023 | 19:00 Uhr