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Mobile Lärmmessungen sollen im Umfeld des Flughafens Leipzig/Halle durchgeführt werden. So beabsichtigt es Sachsens Fluglärmschutzbeauftragter, Jörg Puchmüller. Unklar ist, ab wann der Messanhänger auf Tour geht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

FlugverkehrLärm um Flughafen in Leipzig soll mobil gemessen werden

von MDR SACHSEN

Stand: 02. Oktober 2022, 17:21 Uhr

Der Fluglärm rund um den mitteldeutschen Flughafen in Leipzig/Halle verärgert insbesondere Anwohner. Sachsens Fluglärmschutzbeauftragter Jörg Puchmüller ist seit einem Jahr im Amt und soll in seiner Funktion auf Bürger zugehen und zwischen ihnen und den Flughafengesellschaftern, zu denen mehrheitlich der Freistaat Sachsen und das Land Sachsen-Anhalt gehören, vermitteln. Nach einem Jahr Arbeit mit Gesprächen hat er eine Idee vorgestellt.

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Sachsens Fluglärmschutzbeauftragter Jörg Puchmüller plant mobile Lärmmessungen im Umfeld des Flughafens Leipzig/Halle. Er sagte, dazu solle eine energieautonome mobile Messanlage auf einem Anhänger angeschafft werden. Mit ihr könnten bei Bedarf Belastungen am Boden gemessen werden, wenn zum Beispiel eine Maschine zu Ausbildungszwecken mehrere Stunden lang in niedriger Höhe kreist. Wann der Messanhänger kommt, stehe noch nicht fest.

Puchmüller war vor gut einem Jahr als Fluglärmschutzbeauftragter des Freistaates Sachsen berufen worden, um zwischen den verschiedenen Konfliktparteien zu vermitteln. Seiner Ansicht nach hat sich die Kommunkation seitdem verbessert. Schwerpunkt seiner Arbeit ist Puchmüller zufolge der Leipziger Airport. Dort gebe es rund um den Flughafen fast 20 Bürgerinitiativen. Zum Dresdner Flughafen habe es bisher nur eine Fluglärmbeschwerde gegeben.

Lärmproblem: Flugrouten nicht einfach zu ändern

In seinem ersten Jahr hat Puchmüller zahlreiche Gespräche mit Initiativen, Bürgerinnen und Bürgern sowie mit dem Flughafen, der Flugsicherung, den Fluggesellschaften und dem Logistik-Riesen DHL geführt. Der Fluglärmschutzbeauftragte dazu: "So hat sich ein Gesamtbild über die Lage am Flughafen Leipzig ergeben. Ich habe Stellschräubchen gesucht, wo man was verändern kann."

Für Lärm sorgen am Flughafen Leipzig/Halle hauptsächlich die Nachtflüge, die für Frachttransporte erlaubt sind, erklärte Puchmüller.Tagsüber sorge die "kurze Südabkurvung" immer wieder für Ärger. Er wolle versuchen, sich um dieses Thema zu kümmern. Allerdings hat Sachsen laut Puchmüller bei den Flugrouten keinerlei Regelungsmöglichkeit: "Da kann man nur Stellung beziehen und versuchen, die Verantwortlichen zu überzeugen."

Kurze SüdabkurvungDie kurze Südabkurvung ist ein Flugverfahren, das auch Flugrouten wie über dem Leipziger
Auenwald in niedriger Höhe vorsieht.

Seit 2009 fliegen nach Angaben des BUND Leipzig regelmäßig ca. 2.000 Flugzeug pro Monat über den Leipziger Auenwald und
das Stadtgebiet, ohne dass dies zuvor im Rahmen einer Umweltverträglichkeitsprüfung oder einer Flora-Fauna-Habitat-Verträglichkeitsprüfung untersucht worden wäre, wie es das geltende Recht vorsehe.

Ausbau-Gegner kritisieren Investitionspläne

Zum Flughafen-Ausbau wollte sich Puchmüller nicht äußern, bevor das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen ist. Die Mitteldeutsche Flughafen AG will 500 Millionen Euro investieren. Die Zahl der Stellplätze für Frachtflugzeuge in Leipzig/Halle soll etwa deutlich steigen. Ausbau-Gegner kritisieren das Vorhaben mit Blick auf die Klimakrise.

MDR (phb)/dpa

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN | Nachrichten | 02. Oktober 2022 | 14:00 Uhr