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TierzuchtRund 2.000 Schweine in Mastanlage in Nordhausen verendet

von MDR THÜRINGEN

Stand: 16. August 2022, 11:43 Uhr

In einer Schweinemastanlage in Nordhausen sind am Wochenende rund 2.000 Tiere verendet. Das teilten die Betreiberfirma Van Asten und das Veterinäramt des Landkreises am Montag mit. Nach Angaben des Unternehmens hat es Probleme mit der Lüftungsanlage in den Stallungen gegeben. Unternehmenssprecherin Monique van de Wolfshaar van Asten sprach von einer "Fehlfunktion".

Anzeige gegen Betreiberfirma erstattet

Von der Landespolizeiinspektion Nordhausen hieß es am Montag, die Amtstierärztin habe die Polizei am Montag von dem Vorfall unterrichtet und Anzeige wegen des Verdachts des Verstoßes gegen das Tierschutzgesetz gestellt.

Unklar ist noch, ob das Sterben der Tiere auf technisches oder menschliches Versagen zurückzuführen ist. Es werde in alle Richtungen ermittelt, so die Polizei. Die Betreiberfirma habe den Behörden volle Unterstützung bei der Aufklärung der Umstände zugesagt.

Schlachtschweine - hier auf einem Tiertransporter (Symbolbild). Bildrechte: dpa

Das Unternehmen hatte zuvor mitgeteilt, dass die Amtstierärzte des Veterinäramtes des Landkreises und die Stadtverwaltung umgehend informiert worden seien. Die verendeten Tiere seien abtransportiert worden. Die überlebenden Tiere seien durch Tierärzte untersucht worden und sollen weiter beobachtet werden.

In der Mastanlage am Südrand von Nordhausen werden mehr als 50.000 Schweine gehalten.

Die Öffentlichkeit hat ein berechtigtes Interesse daran zu erfahren, was genau vorgefallen ist.

Kevin Schmidt | Landestierschutzverband Thüringen

Tierschutzverband: "Katastrophe mit Ankündigung"

Der Landestierschutzverband Thüringen sprach von einer "Katastrophe mit Ankündigung". Seit Jahren höre man von Problemen bei der Lüftung der Stallungen, die nicht angegangen wurden, erklärte der Vorsitzende Kevin Schmidt am Montag in Nordhausen. "Die Öffentlichkeit hat ein berechtigtes Interesse daran zu erfahren, was genau vorgefallen ist."

Zudem brauche es künftig lückenlose, unabhängige Kontrollen sowohl bei der Tierhaltung als auch bei den technischen Anlagen.

Thüringens Umweltministerin Anja Siegesmund forderte am Dienstag im MDR THÜRINGEN-Sommerinterview eine umfassende Aufklärung des Falles. Sie sprach von einer "Sauerei". Dass Tiere qualvoll erstickten, dürfe nicht passieren.

MDR (rom/fno/dr, epd)

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Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR THÜRINGEN JOURNAL | 15. August 2022 | 19:00 Uhr