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Die Ilm in Ilmenau während eines Sturmtiefs im Februar 2022: Die Wasserwehr soll die Pegelstände künftig kontrollieren. Bildrechte: MDR/Monika Wolak

HochwasserschutzSchutz bei Überflutungen: Ilmenau beruft erste Mitglieder der Wasserwehr

von MDR THÜRINGEN

Stand: 29. November 2022, 16:51 Uhr

In Thüringen müssen Gemeinden, die von Überschwemmungen bedroht sind, Wasserwehren aufstellen. Die Einheiten sollen Pegelstände kontrollieren, die Bevölkerung informieren und bei Aufräumarbeiten helfen. Im von der Ilm bedrohten Ilmenau wurden nun die ersten Mitglieder berufen.

Die Wasserwehr der Stadt Ilmenau hat die ersten Mitglieder. Wie die Stadt mitteilte, wurden die zwölf Ehrenamtlichen am Montag im Rathaus in ihr Amt berufen. Die Stadt reagiert damit auf die Vorgabe des Landes im Thüringer Wassergesetz. Danach müssen alle Gemeinden, die erfahrungsgemäß von Überschwemmungen bedroht sind, Wasserwehren aufstellen.

Mit ihnen sollen in erster Linie gefährdete Gebiete wie etwa am Tannewehr in Ilmenau vor Hochwasser und Überschwemmungen geschützt werden. Besonders die Ilm, aber auch kleinere Gewässer wie Gabelbach, Schorte, Schobse, Wohlrose und Wümbach könnten bei Starkregen gefährlich werden.

Auch aus Gründen des Klimawandels hat sich die Stadt Ilmenau für eine Wasserwehr entschieden. Das regionale Klimainformationssytem Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen geht in Prognosen davon aus, dass es künftig mehr Starkregen geben wird.

Rathaus in Ilmenau: Die Stadt hat sich für eine eigene Wasserwehr entschieden, weil die Freiwillige Feuerwehr bereits viel beschäftigt ist. Bildrechte: dpa

Freiwillige Feuerwehr bereits ausgelastet

Einige Gemeinden vor allem im ländlichen Raum integrieren ihren Schutz vor Hochwasser in die Aufgaben der Freiwilligen Feuerwehren. Nach Angaben der Stadt Ilmenau haben diese auch aufgrund der Einsätze auf der Autobahn 71 schon viel zu tun. Die Wasserwehr soll daher die Freiwilligen Feuerwehren in Ilmenau entlasten. Zukünftig sollen sie eng zusammenarbeiten. Der erste Schritt für die Gründung einer Wasserwehr wurde im Juli mit der beschlossenen Wasserwehrdienstsatzung geschaffen.

In den nächsten Monaten soll ein Plan zur Organisation der Wehr aufgestellt werden. Auch der Alarm- und Einsatzplan müsse fertiggestellt werden, heißt es. Im kommenden Jahr sollen die Mitglieder weiter ausgestattet und geschult werden. Dann sind auch erste Übungen geplant. Für den Dienst in der Wasserwehr sollen die Mitglieder eine Entschädigung erhalten.

Überschwemmungen nach Starkregen im Ilmenauer Ortsteil Wümbach im Jahr 2021. Bildrechte: MDR/Martin Wichmann

Aufgaben der Wasserwehren

Eine erstmalige Ausstattung der Wasserwehr wird vom Land finanziell unterstützt. Das würde beispielsweise die Anschaffung von Tauchpumpen, Notstromaggregaten oder Booten betreffen. Auch bereits vorhandene technische Ausstattung der Freiwilligen Feuerwehren soll genutzt werden.

Die Wasserwehr soll Pegelstände kontrollieren, die Lage vor Ort einschätzen und bei Bedarf die Bevölkerung informieren. Bei einer Überschwemmung soll die Wasserwehr die Freiwillige Feuerwehr im Einsatz unterstützen. Danach soll die Wasserwehr Betroffenen bei Aufräumarbeiten helfen.

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MDR (wdy/sar)

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Ramm am Nachmittag | 29. November 2022 | 17:10 Uhr

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