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In der Einrichtung in Suhl sind mehr als 1.350 Menschen untergebracht. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

PolizeieinsatzSuhler Erstaufnahme: Auseinandersetzung nach ausgelöstem Feuer-Alarm

von MDR THÜRINGEN

Stand: 07. Dezember 2022, 09:54 Uhr

Nach einem mutwillig ausgelösten Rauchmelderalarm hat es in der Erstaufnahme für Flüchtlinge in Suhl in der Nacht eine gewaltsame Auseinandersetzung zwischen Bewohnern gegeben. Beim Schlichtungsversuch sollen sie auch den Ordnungsdienst und Polizisten angegriffen haben. Die Situation in der Einrichtung ist seit Längerem angespannt.

In der Flüchtlingserstaufnahme in Suhl hat es in der Nacht Unruhen gegeben. Nach Polizeiangaben war kurz nach Mitternacht ein Rauchmelder ausgelöst worden, weshalb die Feuerwehr ausrückte. Rund 500 Bewohner mussten vor dem Gebäude warten. Als sie nach einer halben Stunde wieder hinein konnten, blieben laut Polizei einige wenige draußen und gerieten aneinander.

Beim Schlichtungsversuch sollen die streitenden Bewohner den Ordnungsdienst und hinzugerufene Polizisten verbal und körperlich angegriffen haben. Die Polizei setzte gegen einen Angreifer Pfefferspray ein. Zwei Bewohner und ein Polizist wurden leicht verletzt. Die Beteiligten wurden anschließend in verschiedenen Gebäuden untergebracht. Der Rauchmelder wurde nach Angaben der Polizei mutwillig ausgelöst. Mehr als 20 Polizisten waren im Einsatz.

Schwierige Lage für Geflüchtete in Suhl

Seit Jahren ist die Erstaufnahmeeinrichtung in Suhl immer wieder in den Schlagzeilen. Die Gründe: Probleme zwischen Flüchtlingen und Anwohnern, derber und teils rassistischer Umgang des Wachpersonals mit den Bewohnern sowie komplexe Verantwortlichkeiten für die Einrichtung. Sie ist mit mehr als 1.350 Menschen an ihre Kapazitätsgrenze gelangt und Geflüchtete berichten immer wieder von schwierigen Lebensumständen vor Ort.

Zum 15. Dezember plant das Land Thüringen deshalb, die Unterkunft für Flüchtlinge in Hermsdorf wiederzueröffnen. Dort könnten maximal 750 Menschen untergebracht werden, wie Migrationsminister Dirk Adams (Grüne) erklärt hatte. Ihm zufolge ist es aber nicht möglich, die Zahl der Flüchtlinge in der Suhler Unterkunft auf 300 zu reduzieren. Dafür kämen derzeit zu viele Flüchtlinge aus der Ukraine und von der Balkanroute an.

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MDR (dki/dst)

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Regionalnachrichten | 07. Dezember 2022 | 07:30 Uhr