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Globale Lage

Coronavirus: WHO spricht von Pandemie

Stand: 11. März 2020, 21:44 Uhr

Weltweit haben sich mehr als 118.000 Menschen mit dem Coronavirus infiziert, betroffen sind mehr als 110 Länder. Wegen der Zahlen hat die Weltgesundheitsorganisation den Ausbruch des Virus nun als Pandemie eingestuft.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) stuft die Verbreitung des neuen Coronavirus Sars-CoV-2 nunmehr als Pandemie ein. Das sagte WHO-Generaldirektor Tedros Adhanom Ghebreyesus am Mittwoch in Genf.

Er begründete seine Entscheidung damit, dass sich in den vergangenen zwei Wochen die Zahl der mit dem neuen Virus infizierten Personen außerhalb Chinas um das 13fache erhöht habe, ebenso habe sich die Zahl der betroffenen Länder verdreifacht. So gibt es laut Zählung der WHO mehr als 118.000 Fälle in 114 Ländern. Bislang seien mehr als 4.000 Menschen ums Leben gekommen. 81 Länder hätten bislang keinerlei Vorfälle gemeldet.

WHO: Keine veränderten Maßnahmen

WHO-Generaldirektor Ghebreyesus betonte zugleich, dass das Wort "Pandemie" nicht zu unbegründeter Furcht führen sollte. Es gebe keine geänderte Einschätzung der Bedrohungslage. Auch an den Maßnahmen der WHO und der betroffenen Staaten ändere sich nichts. "Alle Staaten können den Verlauf der Pandemie immer noch ändern", sagte Ghebreyesus. Zugleich forderte er die betroffenen Länder auf, ihre Notfallmechanismen zu aktivieren. Auch sollte weiterhin jeder Coronavirus-Fall behandelt und die entsprechenden Kontaktpersonen gefunden werden.

Lasst uns alle aufeinander achten!

Tedros Adhanom Ghebreyesus | WHO-Generaldirektor

Was versteht man unter Pandemie?

Die WHO-Zentrale in Genf. Bildrechte: imago/imagebroker

Die WHO definiert eine Pandemie als eine Situation, in der die ganze Weltbevölkerung einem Erreger potenziell ausgesetzt ist und "potenziell ein Teil von ihr erkrankt", wie der WHO-Direktor für Notfälle, Michael Ryan, in den vergangenen Tagen erläuterte. Darüber, wie ansteckend oder tödlich die jeweilige Krankheit ist, sagt der Pandemie-Begriff jedoch nichts aus.

Im Unterschied zur Epidemie ist eine Pandemie örtlich nicht beschränkt. Es kann aber auch Gebiete geben, die nicht von der Krankheit betroffen werden. Die Ausrufung einer Pandemie durch die WHO bezieht sich auf die globale Situation und nicht auf die Situation in den einzelnen Mitgliedsstaaten.

Was bedeutet eine ausgerufene Pandemie?

Die Weltgesundheitsorganisation hatte 1999 alle Staaten aufgefordert, sogenannte Pandemiepläne zu entwickeln. Damals wollte man für eine weltweite Grippe-Ausbreitung gerüstet sein. Seit Anfang 2005 gibt es in Deutschland einen sogenannten Pandemieplan. Der Notfallplan, entwickelt vom Robert-Koch-Institut, sieht zahlreiche Schutzmaßnahmen vor – von der Entwicklung von Impfstoffen über die Bevorratung von Medikamenten bis hin zu Reiseverboten. Auch Empfehlungen für persönliche Hygienemaßnahmen wie Händewaschen sind Bestandteil des Plans.

Die Bundesländer haben landesspezifische Pläne, auch Kommunen und Kliniken haben Pandemiepläne. Wenn eine Pandemie ausgerufen ist, werden die bereits etablierten Maßnahmen und Krisenreaktionsstrukturen fortgeführt, bei Bedarf intensiviert und an neue Situationen angepasst.

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 11. März 2020 | 18:00 Uhr

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