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In Sachsen-Anhalt gibt es viele Schlösser und Burgen zu entdecken – wie hier in Halle zum Beispiel Burg Giebichenstein. Bildrechte: imago images/Steffen Schellhorn

EmpfehlungenAusflugsziele in Sachsen-Anhalt: Die schönsten Burgen und Schlösser

27. Dezember 2023, 08:33 Uhr

Sachsen-Anhalt hat viele sehenswerte Schlösser und Burgen. Im Winter sind sie herrliche Ziele für einen Ausflug am Wochenende mit Freunden oder der Familie. Wir haben eine Übersicht zu den spannendsten Bauwerken zusammengestellt: Von Schloss Blankenburg über Schloss Wörlitz, Burg Regenstein und Hundisburg bis zur Moritzburg in Halle oder der Konradsburg. Dazu finden Sie auch wichtige Informationen für Ihren Besuch wie Adressen, Öffnungszeiten und Eintrittspreise.

Altmark: Jagdschloss Letzlingen

In Letzlingen steht das einzig heute noch erhaltene Hohenzollernschloss in Sachsen-Anhalt. Mitte des 19. Jahrhunderts ließ Friedrich Wilhelm IV. das heute so prunkvoll erstrahlende Letzlinger Jagdschloss im Stil der englischen Neogotik errichten. Wenige Jahre später wurde im Schlosspark eine Kirche, ebenfalls im neogotischen Stil Englands errichtet. Bis ins 20. Jahrhundert hinein fanden in Letzlingen Hofjagden statt, die ein bedeutendes gesellschaftliches Ereignis darstellten und Gäste von hohem Rang, darunter Otto von Bismarck und Zar Alexander II., nach Sachsen-Anhalt lockten.

Das Jagdschloss Letzlingen fällt durch sein helles Mauerwerk auf und gehört zu den beliebtesten Ausflugszielen in Sachsen-Anhalt. Bildrechte: IMAGO / Wolfram Weber

Heute informiert eine spannende Daueraustellung über die wechselvolle Geschichte des Schlosses, das nach Ende des Ersten Weltkrieges zur Internatsschule wurde, im Zweiten Weltkrieg als Lazarett und anschließend bis 1991 als Krankenhaus diente – und heute ein beliebtes Ausflugsziel mit Hotel und Restaurant ist.

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Jagdschloss Letzlingen
Schlossstraße 10
39638 Hansestadt Gardelegen

Öffnungszeiten:
April bis Oktober: Dienstag bis Freitag, 10 bis 16 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertag: 10 bis 16:30 Uhr
Montag geschlossen

November bis März: Dienstag bis Donnerstag, 10 bis 16 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertag: 11 bis 16 Uhr
Montag und Freitag geschlossen

Letzter Einlass: 30 Minuten vor Schließung

Eintrittspreise:
Erwachsene: 5 Euro
Ermäßigt: 3,50 Euro
Kinder und Jugendliche bis 18. Geburtstag: Eintritt frei

Altmark: Burg und Schloss Tangermünde

Hier wird man ins Tanzhaus Kaiser Karls IV. gebeten – oben, etwas auf dem Berg liegend, mit schönem Blick auf die Stadt und die Weite der Altmark. Was einst Burg und Schloss war, ist heute ein Hotel mit Restaurant. Auch die ehemalige Schlosskanzlei kann man mieten, beispielsweise für Krimi- oder Märchendinner.

Seine wirtschaftliche Blütezeit erlebte Tangermünde im 15. Jahrhundert durch die Hanse. Für Geschichtsinteressierte ist der Ort ohnehin ein Eldorado, denn Tangermünde ist auch mit Grete Minde verbunden, deren Geschichte von Theodor Fontane aufgeschrieben wurde.

Am zweiten Wochenende im September findet jährlich das Burgfest statt, bei dem man auch den Kapitelturm besuchen kann. Außerdem liegt Tangermünde direkt am Elberadweg und bietet so einen abwechslungsreichen Aufenthalt. Und auch, wenn hier abends kein Kino oder Theater lockt, gibt es viel Kultur: Eindrucksvoll ist vor allem die Backsteinromanik, die die Kirchen, Stadttore und Mauern prägt.

Auch die Umgebung von Tangermünde ist einen Besuch wert – nicht nur, wie hier bei Sonnenuntergang. Bildrechte: Jens Ernst

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Hotel Schloss Tangermünde GmbH & Co. KG
Auf der Burg, Amt 1
39590 Tangermünde

Die Burganlage ist ganzjährig frei zugänglich, täglich von 8 bis 16:30 Uhr und am Wochenende von 8 bis 17:30 Uhr.

Bei Dessau: Schloss Wörlitz

Schloss Wörlitz sieht aus wie aus dem Bilderbuch: In hellem Gelb strahlt es durch die Bäume der Wörlitzer Anlagen. Den Eingang flankieren mächtige weiße Säulen. Gebaut wurde das Schloss von Friedrich Wilhelm Freiherr von Erdmannsdorff, eingeweiht wurde es 1773. Damals galt es als modernster Landsitz auf dem europäischen Kontinent. Die Architektur wirkt eher schlicht – das Schloss gilt auch als Gründungsbau des deutschen Klassizismus.

Modern, aber nicht prahlerisch wollte sich der darin lebende Fürst Franz von Anhalt-Dessau geben, wie etliche Details verraten: etwa das exklusive Bad des Fürsten im Souterrain mit Heißwasser! Ein ausklappbares Bett erinnert daran, dass die Diener damals mit im Herrschaftszimmer schliefen. Der repräsentative Festsaal ist heute ein Ort für Klavierkonzerte. Im Obergeschoss lockt eine Dauerausstellung über den Südseeforscher Georg Forster – passend dazu führt eine wacklige Schiffstreppe ins Belvedere.

Bei einer Führung kann man die prunkvollen Räumlichkeiten im Schloss Wörlitz erkunden. Bildrechte: Heinz Fräßdorf, Kulturstiftung Dessau-Wörlitz

Nach einem Spaziergang durch die Anlagen – inklusive der Insel Stein mit nachgebauter Landschaft Neapels und des Vesuvs – lohnt sich eine Pause im einstigen Küchengebäude gleich neben dem Schloss, das heute ein Restaurant beherbergt. Das Schloss liegt inmitten des Wörlitzer Gartenreichs. Zusammen mit Luisium, Georgium (Museum), Oranienbaum, Mosigkau und deren Parks ist es UNESCO-Welterbestätte.

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Schloss Wörlitz
Kirchgasse
06785 Oranienbaum-Wörlitz / OT Wörlitz

Schloss Wörlitz ist bis März 2024 geschlossen.


Öffnungszeiten (März bis Oktober):
18. März bis 30. April:
Dienstag bis Sonntag, Feiertage: 10 bis 17 Uhr

Mai bis September:
Dienstag bis Sonntag, Feiertage: 10 bis 17 Uhr
Freitag und Samstag: 10 bis 18 Uhr

Oktober:
Dienstag bis Sonntag, Feiertage: 10 bis 17 Uhr

Der Park ist ganzjährig geöffnet.

Führungen:

Schlossführung: Dienstag bis Sonntag, 10, 12, 13, 15, 16 Uhr

"Südsee in Wörlitz": Dienstag bis Samstag, 11 Uhr

"Vom Keller bis zum Dach": Dienstag bis Sonntag, 14 Uhr

Familienführung: sonntags, 11 Uhr

Führungen außerhalb der Öffnungszeiten sind nach Voranmeldung zu gesonderten Konditionen möglich.

Eintrittspreise:
9 Euro, ermäßigt 7 Euro
Kinder bis 16 Jahre in Begleitung eines Erwachsenen: Eintritt frei

Detaillierte Angaben zur Barrierefreiheit finden Sie hier.

Blankenburg: Burg und Festung Regenstein

Ein beliebtes Ausflugziel im Vorharz ist der Regenstein bei Blankenburg: Dort sind die denkmalgeschützten Reste der im Jahre 1162 erstmals erwähnten Burg zu besichtigen. Vom 12. bis zum 15. Jahrhundert war sie Herrschaftsitz der Grafen zu Regenstein. Einer von ihnen, Graf Albrecht II., fiel negativ als Raubritter auf. Vermutlich wusste er die spektakuläre Lage auf einem 290 Meter hohen Sandsteinfelsen, der nach drei Seiten steil abfällt, für seine Beutezüge zu nutzen.

Die Burg Regenstein ist eine besondere Sehenswürdigkeit im Harz. Auch für Kinder wird hier Geschichte spürbar – ob beim Wikingerfestspiel oder Ritterspektakel. Bildrechte: picture-alliance/dpa/Uwe Gerig

Der Felssporn des Regensteins war einfach ideal für die Anlage einer Höhenburg nahe einer wichtigen Heer- und Handelsstraße im Dreieck von Wernigerode, Halberstadt und Quedlinburg. Vom Mauerwerk sind heute nur die Reste eines Turms vorhanden. Auch von der späteren kurbrandenburgischen Festung blieben nur Ruinen. Dennoch lohnt sich der Besuch schon wegen der Aussicht. Spektakulär sind außerdem die großteils zugänglichen Sandstein-Höhlen im Heers und die Regenstein-Mühle. Für Wanderfreunde bietet sich eine große oder kleine Rundtour über die Höhlen zur Regenstein-Mühle und Burg an. Taschenlampe und Frisbee nicht vergessen!

Jährlich zu Ostern, zu Pfingsten und im Juli wird die Vergangenheit der Burg Regenstein etwa bei Ritterspielen lebendig. Verpflegen kann man sich an einem Kiosk. Oder man bringt alles für ein Picknick mit und genießt den Panoramablick über das Harzvorland.

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Burg und Festung Regenstein
Am Platenberg
38889 Blankenburg (Harz)

Öffnungszeiten:
April bis Oktober: täglich von 10 bis 18 Uhr
November bis März: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr

Einlassschluss: 30 Minuten vor Schließzeit. Bei extrem schlechter Witterung geschlossen.

Eintrittspreise:
4 Euro, ermäßigt 2 Euro, Hunde: 1 Euro

Anreise/Barrierefreiheit:
Freier Parkplatz ca. 500 Meter unterhalb des Regensteins, Menschen mit Behinderung können bis in den Vorhof fahren. Die Begehung der Anlage ist stellenweise anspruchsvoll.

Egeln: Wasserburg

Die Burg an der Bode südlich von Magdeburg hat schon viele berühmte Gäste gesehen: den späteren schwedischen König, General Bernadotte, Blücher oder den Hofstaat der Königin Luise von Preußen. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Anlage Volkseigenes Gut, die historischen Gebäude verfielen.

Auf Initiative des Heimatvereins wurden Bergfried und Torhaus ab 1987 restauriert und beherbergen seitdem das Egelner Museum für Vor- und Früh- sowie Stadtgeschichte. 1995 übernahm die Stadt die Burganlage, die seitdem zum kulturellen Zentrum ausgebaut wurde. Entstanden sind eine große Freilichtbühne, eine mittelalterliche Taverne im Kellergewölbe der Burg sowie ein Kräutergarten. Seit 1999 gibt es dort sogar ein Kinder- und Jugendtheater.

Die Wasserburg in Egeln im Salzlandkreis ist ein beliebtes Ausflugsziel in der Region. Bildrechte: picture alliance / ZB | Jens Wolf

Auch das mittelalterliche Burgspektakel, ein Irish Folk Festival oder die Romantische Burgweihnacht bringen Leben in die alten Mauern. Veranstaltet werden auch Antik- und Trödel- sowie Bauernmärkte, Country Open Airs oder Museumsnächte. "Tafeln wie die Grafen" lässt sich übrigens im Burg-Café, das sonntags geöffnet ist.

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Wasserburg Egeln
Wasserburg 6
39435 Egeln

Öffnungszeiten:
Sonntags 10 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung
Das historische Café ist sonntags von 14:30 bis 17 Uhr geöffnet.

Salzlandkreis: Schloss Bernburg

"Die Krone Anhalts" – so hat der Maler und Schriftsteller Wilhelm von Kügelgen das Bernburger Schloss im 19. Jahrhundert bezeichnet. Auch heute noch liegt es wundervoll über der Saale, nur das Städtchen hat sich verändert, geprägt durch die größte Sodafabrik der Welt und durch zwei sehr unterschiedliche Gesellen: den schöngeistigen Fürsten Christian den Ersten (dessen Geschichte man hier entdecken kann) und Till Eulenspiegel, der stark mit dem Mittelalterlichen Bergfried des Schlosses verbunden ist. Tatsächlich soll Till Eulenspiegel hier einst auf dem Turm gewesen sein.

In malerischer Kulisse liegt das Schloss Bernburg über der Saale. Bildrechte: Wolfram Schmidt

Nachlesen können Besucherinnen und Besucher die Geschichte von Till Eulenspiegel im Schlossmuseum, wo es dazu noch wechselnde Ausstellungen gibt. Unbedingt anschauen sollte man auch die Schlosskirche, die der Künstler Moritz Götze aus Halle gestaltet hat. Fast gegenüber steht dazu noch eine Kunsthalle, in der wechselnde Ausstellungen stattfinden.

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Schloss Bernburg
Schloßstraße 24
06406 Bernburg

Öffnungszeiten:
April bis Oktober:
Museum: Montag bis Sonntag, 10 bis 17 Uhr
Eulenspiegelturm: Wegen Baumaßnahmen geschlossen
Kunsthalle Bernburg: Samstag, Sonntag, Feiertage: 10 bis 17 Uhr und auf Anfrage

November bis März:
Museum und Eulenspiegelturm: Montag bis Sonntag, 10 bis 16 Uhr
Kunsthalle Bernburg: saisonbedingt geschlossen

Die Schlossanlage mit dem Schlosshof und den Gärten sind ganzjährig kostenfrei zugänglich.

Eintrittspreise:
Museum: 8 Euro, ermäßigt 5 Euro, Kinder bis 17 Jahren Eintritt frei
Eulenspiegelturm: 2 Euro
Kunsthalle Bernburg: 2 Euro, Kinder bis 17 Jahren Eintritt frei

Infos zur Barrierefreiheit:
Die Ausstellungsräume im Alten Haus und im Krummen Haus sind mit Aufzügen zugänglich. Die Räume im Blauen Turm sind nur über Treppen zugänglich. Es kann bei Bedarf ein schmaler Zimmerrollstuhl ausgeliehen werden.

Die Ausstellungen in der Kunsthalle Bernburg können nach Voranmeldung über den Zugang im Rathaus II. besucht werden. Voranmeldung unter Tel. 03471-625007

Türmerstube und Kuppelsaal im Eulenspiegelturm sind nur über Treppen erreichbar.

Haldensleben: Schloss Hundisburg

Erstmals erwähnt wurde die Burg 966. Ab Mitte des 15. Jahrhunderts wurde sie zu einem Renaissanceschloss ausgebaut. Nach Verwüstungen im Dreißigjährigen Krieg entstand sie als grandioses Barockschloss mit großem Park neu. Prominente Gäste weilten dort, darunter Gottfried Wilhelm Leibniz sowie Friedrich Wilhelm I. und Friedrich II. von Preußen. Im 19. Jahrhundert kamen Dichterinnen und Dichter wie Bettina von Arnim und Hoffmann von Fallersleben nach Hundisburg.

Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges richtete ein Brand schwere Schäden an. Die Anlage wurde Volkseigenes Gut, im Landschaftspark wurde zu DDR-Zeiten Fußball gespielt. Seit Mitte der 90er-Jahre wurde die Anlage Stück für Stück restauriert. 2000 übertrug der Magdeburger Bildhauer Heinrich Apel der Stadt Haldensleben seine Sammlung, die im Schloss Hundisburg zu sehen ist.

Schloss Hundisburg ist bis April 2024 in der Winterpause. Bildrechte: imago/Eckehard Schulz

Stärken kann man sich im Schlossrestaurant. Möglicherweise bei einem Bier aus der Schlossbrauerei, die ebenfalls besichtigt werden kann. Ein Spaziergang könnte danach durch den historischen Obstgarten führen, der schon im 18. Jahrhundert Teil des Barockgartens war.

Wer dann noch nicht genug gesehen hat, sollte einen Abstecher nach Hundisburg machen. Das Dorf wurde 1140 erstmals urkundlich erwähnt und ist heute Ortsteil der Kreisstadt Haldensleben. Dort gibt es ein berühmtes technisches Denkmal: Die Ziegelei, wo noch heute Ton von Hand in eine Holzform gestrichen, luftgetrocknet und nach alter Tradition gebrannt wird. Eine Rundfahrt mit der Feldbahn führt vorbei an der ehemaligen Tongrube, an Eimerkettenbagger und historischen Öfen. Die Dauerausstellung erklärt die Geschichte der Ziegelei. Einen Besuch wert sind auch Schulmuseum und Andreaskirche, die nach vorheriger Anfrage im Gemeindebüro besichtigt werden kann.

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Schloss Hundisburg
Schloss 1
39343 Hundisburg

Öffnungszeiten:
Historische Schlossräume mit der Alvenslebenschen Bibliothek und den Sammlungen Apel und Loock
April bis Oktober: sonntags 14 bis 17 Uhr
Eine Führung gibt es sonntags ab 14 Uhr, Treffpunkt Schlossladen oder nach Vereinbarung.

Haus des Waldes, Nordflügel des Schlosses
Montag nach Vereinbarung, Dienstag bis Freitag, 9 bis 15 Uhr, Sonntag 14 bis 17 Uhr

Vom Schulprojekt über Kindergeburtstagsfeiern bis hin zum Kletterwalderlebnis gibt es hier zahlreiche waldpädagogische Angebote.

Schlossrestaurant
Mittwoch bis Samstag, 11:30 bis 21:30 Uhr, Sonntag 11:30 bis 17 Uhr

Halle: Burg Giebichenstein

Die Burg Giebichenstein ist eines der Wahrzeichen von Halle. Berühmt wurde sie unter anderem, weil der Dichter der Romantik Joseph von Eichendorff (1788–1857) ihr folgende Zeilen widmete: "Da steht eine Burg überm Tale / Und schaut in den Strom hinein, / Das ist die fröhliche Saale, / Das ist der Giebichenstein ... ". Auch die Sage von Ludwig dem Springer soll sich hier zugetragen haben, eine Geschichte von Liebe, Mord, Gefangenschaft und einem beherzt-rettenden Sprung aus dem Burggefängnis in die Saale.

Burg Giebichenstein ist eines der Wahrzeichen von Halle. Bildrechte: imago images/Steffen Schellhorn

Bereits im Jahr 961 wurde Giebichenstein erstmals als besiedelt erwähnt. Die heute größtenteils verfallene, dadurch aber besonders romantisch wirkende Oberburg wurde im 12. und 13. Jahrhundert errichtet. Ihr Niedergang ist auf einen Brand im 17. Jahrhundert zurückzuführen. Von der Burgruine aus hat man einen beeindruckenden Weitblick über die Saale und die Stadt. Von Ostern bis Oktober gibt es hier Burgfeste, Lesungen, Theater, Konzerte und Sommerkino. Mit dem Smartphone kann man per QR-Code Hörbeiträge zur Geschichte der Oberburg hören und an einer Soundstation vor Ort sich selbst im Minnesang ausprobieren.

In der Burg Giebichenstein befindet sich heute eine Kunsthochschule. Bildrechte: imago images/Steffen Schellhorn

Neben der Oberburg gibt es noch die Unterburg, die Mitte des 15. Jahrhunderts errichtet wurde. Seit Beginn des 20. Jahrhunderts ist sie der Sitz einer Kunstgewerbeschule, die sich als Alternative zum Bauhaus verstand, unter anderem mit kunsthandwerklichem Ansatz. 2015 feierte die heutige "Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle" ihr hundertjähriges Bestehen. An der "Burg", wie die Kunsthochschule kurz genannt wird, kann man Kunst und Design studieren – von Mode über Malerei, Schmuckgestaltung, Bildhauerei, Innenarchitektur bis zur Kunstpädagogik – was aktuell etwa tausend Studierende nutzen.

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Oberburg Giebichenstein
Seebener Straße 1
06118 Halle (Saale)

Öffnungszeiten:
Mai bis Ende Oktober: Montag geschlossen
Dienstag bis Freitag 10 bis 18 Uhr
Samstag, Sonntag, Feiertage 10 bis 19 Uhr
Und zu besonderen Veranstaltungen.
Führungen: sonntags, 11 Uhr

Eintritt:
4 Euro, ermäßigt 2,50 Euro

Unterburg Campus Kunst der "Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle"
Seebener Straße 1
06114 Halle

Halle: Moritzburg mit Kunstmuseum

Das in der Moritzburg in Halle beherbergte Kunstmuseum ist deutschlandweit bekannt. Doch durch diese Strahlkraft geriet die Geschichte der Burg inmitten der Saalestadt aus dem Fokus. Ende des 15. Jahrhunderts wurde der Grundstein gelegt und die Burg im Stil der ausklingenden Gotik erbaut. Im Dreißigjährigen Krieg hielten sich sowohl Wallenstein, Tilly, wie auch der Schwedische König Gustav Adolf in der Moritzburg auf. Der Dreißigjährige Krieg sollte für einen langdauernden Schaden am Gemäuer sorgen – allerdings nicht durch Kampfhandlungen, sondern durch ein Feuer im Januar 1637, das große Teile der Burg unbenutzbar machte. Eine gesprengte Mine zerstörte 1639 endgültig einen Teil der Anlage.

Der Eingang zur Moritzburg erfolgt über eine Brücke durch diesen Turm, in dem einst Lyonel Feininger sein Atelier hatte und seine berühmten Halle-Bilder malte. Bildrechte: MDR/Stephan Flad

Dieser Sprengschaden blieb über Jahrhunderte sichtbar, und auch Teile der Burg verfielen zusehends, bis Anfang des 20. Jahrhunderts das Gebäude nach und nach erneuert wurde, damit hier das Städtische Kunstmuseum einziehen konnte. Dieses legte den Grundstock für das heute so berühmte Kunstmuseum Moritzburg. Ab den 70er-Jahren wurde der im Nordostturm untergebrachte Studentenclub "Turm" zum musikalischen Treffpunkt der Stadt, mit Konzerten und Discos – bis heute ein kultureller Magnet.

Das in der Moritzburg beheimatete Kunstmuseum ist nicht nur eine wichtige Sammlung für Kunst des Expressionismus und anderer Epochen wie DDR oder 19. Jahrhundert. Sein Erfolg führte auch zur architektonischen Wundenglättung: Der noch immer zertörte Westflügel und der Nordflügel erhielten bis 2008 einen Überdachungsbau, der dezent Moderne mit jahrhundertealter Bautradition verbindet und noch größere Ausstellungsflächen ermöglichte. Ein Café lädt heute ebenfalls zum Besuch ein.

"Die weiße Katze" von Franz Marc (1912) gehört zu den beliebtesten Kunstwerken der Dauerausstellung des Kunstmuseums. Bildrechte: Punctum/Bertram Kober

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Kunstmuseum Moritzburg Halle
Friedemann-Bach-Platz 5
06108 Halle (Saale)

Öffnungszeiten:
Täglich außer mittwochs: 10 bis 18 Uhr

Eintritt (Museum):
Tagesticket Sonderausstellungen inkl. Sammlung: 13 Euro, ermäßigt 9
Tagesticket Sammlung: 8 Euro, ermäßigt 5 Euro

Köthen (Anhalt): Schloss Köthen

Das nördlich der Altstadt gelegene Schloss Köthen ist besonders als Wirkungsstätte Johann Sebastian Bachs bekannt. Der Komponist war hier von 1717 bis 1723 als Hofkapellmeister engagiert. Heute ist das Schloss kulturelles Zentrum der Stadt Köthen, seit der Sanierung der Reithalle als Veranstaltungszentrum finden hier zahlreiche Kulturveranstaltungen statt.

Der Spiegelsaal im Schloss Köthen ist beeindruckend. Bildrechte: Michael Moser

Das Schloss Köthen, das auf eine frühdeutsche Burganlage von 1115 zurückgeht, beherbergt heute die Museen der Stadt, das Stadtarchiv sowie die Musikschule. Im 15. Jahrhundert wurde das Köthener Schloss zur Dauerresidenz. Bei einem Brand im Jahr 1547 wurden große Teile der Anlage zerstört, nur der nördliche Westflügel blieb erhalten.

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Schloss Köthen
Schlossplatz 4
06366 Köthen (Anhalt)

Öffnungszeiten:
Schloss und Touristinformation: Mittwoch bis Sonntag von 11 bis 17 Uhr

Eintritt:
Schlosskarte (alle Museen) 6 Euro, ermäßigt 4 Euro

Führungen für Gruppen sind nach Absprachen auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich.

Harz: Konradsburg bei Ermsleben

Die Konradsburg wurde erstmals 1021 erwähnt. Ursprünglich als Schutzburg angelegt, haben sich im 12. Jahrhundert die namensgebenden Herrscher auf eine neue Burganlage konzentriert, die Burg Falkenstein, sodass das Gemäuer keine Wehraufgaben mehr erfüllen musste. Es wurde in ein Benediktinerkloster umgewandelt.

Alte Säulen in der Konradsburg Bildrechte: IMAGO/Zoonar

Im 16. Jahrhundert brannte das Kloster nieder und wurde aufgegeben. Ab 1712 erfolgte eine landwirtschaftliche Nutzung und im Lauf der Jahrhunderte kamen so noch weitere Gebäude hinzu, die der Anlage ihr heutiges Gesicht verleihen. Sehenswert sind der von der Kloster-Basilika erhaltene hohe Chorraum sowie die darunter liegende Krypta mit ihren eindrucksvoll verzierten Säulen. Bei einem Besuch auf der Konradsburg kann man am Wochenende im gemütlichen Café in der Geschichte schwelgen.

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Konradsburg
06463 Falkenstein/Harz
OT Ermsleben

Öffnungszeiten:
Sommerzeit: 10 bis 17 Uhr
Winterzeit: 10 bis 16 Uhr

Führungen außerhalb der Öffnungszeit nach Vereinbarung möglich.

Das Café hat samstags, sonntags und an Feiertagen von 14 bis 17 Uhr geöffnet.

Harz: Burgruine Anhalt und Schloss Ballenstedt

Von der Selketalmühle bei Harzgerode schlängelt sich der Weg 130 Meter in die Höhe, bis man hinter dichtbewachsenen Bäumen die einstige Stammburg der Askanier entdeckt, die sozusagen die "Begründer" Anhalts waren. Der Anblick sorgt für ein erhebendes Gefühl, obwohl die Burg schon 1140 zerstört wurde: Gerade die Ruinen haben offensichtlich etwas Mythisches oder Magisches.

Ehrenamtlichem Engagement ist es zu verdanken, dass man auf einer Tafel die Geschichte der Ruine nachlesen kann. Sonst könnte man sich nicht vorstellen, wie mächtig die Burg einst war: Bereits im 12. Jahrhundert wurde hier mit roten Ziegelsteinen gebaut – quasi "Hightech" für die damalige Zeit.

Um die Burg im Modell zu sehen und auch etwas mehr über die Askanier zu erfahren, sollte man ins rund zehn Kilometer entfernte Ballenstedt fahren. Denn nach der Zerstörung ihrer Burg zog es die Askanier in das dortige Kloster, woraus sie dann nach und nach das Schloss errichteten. Außerdem liegt dort Albrecht der Bär begraben, eine der Schlüsselfiguren Anhalts. Für Kinder gibt es im Schloss manchmal Taschenlampenführungen, außerdem locken Konzerte im wundervollen Hoftheater.

Im Inneren von Schloss Ballenstedt können Besucher höfische Wohnkultur erleben. Bildrechte: imago/Köhn

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Schloss Ballenstedt
Schlossplatz 3
06493 Ballenstedt

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr
Montag geschlossen

Eintritt:
Regulär 5 Euro, ermäßigt 3 Euro

Harz: Schloss Wernigerode

Wie entrückt ragen die Türme und Zinnen von Schloss Wernigerode aus den Wipfeln des Waldes – hoch oben über dem Städtchen. Schloss Wernigerode wirkt wie ein Märchenschloss und diente deswegen bereits verschiedenen Märchenfilmen als Kulisse. Man kann zum Schloss hinaufwandern oder mit einer Bahn fahren und es sich im zauberhaften Innenhof auch kulinarisch gutgehen lassen: zwischen plätscherndem Brunnen und einem faszinierenden Architektur-Mix, denn dieser reicht vom Mittelalter bis ins 19. Jahrhundert.

Das Interieur wirkt durch viel Holz und feste Mauern eher rustikal und dunkel, aber für Märchenstunden am Kamin ist es damit bestens geeignet (und wird auch dafür genutzt, beispielsweise beim nachweihnachtlichen Markt "Winterschloss"). Im Sommer hingegen dient der Innenhof als Festivalkulisse – die Wernigeröder Schlossfestspiele warten hier durch den abgeschlossenen Raum mit bestem Klang auf. Es lohnt sich auch, die Kapelle zu besichtigen. Schloss Wernigerode kann man immer wieder besuchen, denn regelmäßig finden Sonderausstellungen statt.

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Schloss Wernigerode
Am Schloß 1
38855 Wernigerode

Öffnungszeiten:
25. Dezember bis 7. Januar 2024
Montag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr

8. Januar bis 24. März 2024
Montag geschlossen,
Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr

Eintritt:
Regulär 9 Euro, ermäßigt 8 Euro, Kinder (6 bis 14 Jahre): 4,50 Euro, Kinder bis 6 Jahre: frei

Harz: Burg Falkenstein

Auf dem Berg mitten im Wald mutet sie aus der Ferne an wie eine mittelalterliche Festung – und als solche wurde die Anlage zwischen 1120 und 1180 auch erbaut. Burg Falkenstein trotzte in den Folgejahren allen Feinden, dieser Prototyp einer Ritterburg konnte tatsächlich niemals erobert werden.

Burg Falkenstein im Harz war schon Kulisse für zahlreiche Filme. Bildrechte: imago images/Shotshop

Ihre Entstehung verdankt Burg Falkenstein der Sage nach einem Mordfall: Allein wegen dieser Story lohnt es sich, an einer Führung teilzunehmen. Aber auch sonst gibt es einiges zu sehen, vom Zwinger bis zum Bergfried, die Anlage ist mächtig und in ihrer Architektur so typisch, dass sie schon in über 30 Filmen zur Kulisse wurde.

Auf der Burg gibt es nicht nur ein Museum (das unter anderem Ritterrüstungen bereithält), sondern auch Sonderausstellungen und eine Falknerei. Jedes Jahr ab Mai fliegen die großartigen Vögel. Alljährlich im Sommer gibt es auf der Burg ein "Minneturnier" in Tradition eines mittelalterlichen Sängerwettstreits, bei dem bekannte Sänger aus Deutschland, Österreich, der Schweiz und Italien zu hören sind. Anfang Oktober gibt es dann noch ein Burgfest. Auch kulinarisch geht es auf der Burg mittelalterlich zu, so kann man etwa ein zünftiges Rittermahl genießen.

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Burg Falkenstein
Burg Falkenstein 1
06543 Falkenstein (Harz)

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr
Montag geschlossen (außer an Feiertagen)

Eintritt:
Regulär 6,50 Euro, ermäßigt 4,50 Euro

Harzvorland: Schloss Blankenburg

Eingebettet in das hügelige Harzvorland erstreckt sich eine vielgestaltige barocke Gartenanlage: an der Stadtmauer entlang, zwischen den beiden Schlössern – das große auf dem Berg, das kleine am Fuß. Das Ensemble gilt als größtes noch erhaltenes Welfenschloss – und ist das Wahrzeichen der Stadt Blankenburg mit einer über 900-jährigen Geschichte.

Neben einem symmetrischen Terrassenidyll reihen sich weitere Erlebnisräume des weitläufigen Gartenensembles den Hang entlang: der Tiergarten, der Schlosspark, der heute von Künstlern gestaltete Fasanengarten, der Orangerieplatz als bedeutender Teil des Lustgartens und der Berggarten – zusammen bilden sie eine ästhetisch funktionale Einheit. 

Schloss Blankenburg ist im Winter ein schönes Ausflugsziel. Bildrechte: PantherMedia / Daniel Kühne

Auch die Bewässerung der riesigen Gartenanlage ist genial, man baute einst ein ausgeklügeltes Brunnensystem mit dem Schlossteich als Wasserreservoir. Anfang des 18. Jahrhunderts ließ der Leibarzt des Herzogs, Dr. Reck, eine 35 Meter lange Sandsteintreppe bauen, von der aus man die schönsten Ausblicke in die Umgebung hat. Und während die Prinzessinnen einst in einem der Wehrtürmchen spielten (heute übrigens eine Ferienwohnung), gab es für das Adelsgeplänkel das Teehaus, wo man heute Kaffee und Kuchen genießen kann.

Drumherum gibt es einige Wandermöglichkeiten: zum Beispiel zum Regenstein, einer weiteren Burgruine mit altem Wasserrad. Diese ist bestens erschlossen und bietet viele Klettermöglichkeiten für Kinder.

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Schloss Blankenburg
Großes Schloß 1
38889 Blankenburg (Harz)

Öffnungszeiten:
Januar bis März: Winterpause
April bis Dezember: Schlosshof und Vestibül – Dienstag bis Sonntag, 10 bis 16 Uhr
Innenräume sind nur im Rahmen einer Führung zu besichtigen (Samstag und Mittwoch)

Eintritt:
Der Innenhof und einige Teilbereiche sind frei zugänglich.
Führungen: Erwachsener 5 Euro, Kinder (6 bis einschl. 15 Jahre) 3 Euro, Kinder unter 6 Jahren: frei

Jerichower Land: Schloss Leitzkau

Das Renaissance-Schloss Leitzkau im Burgenland Fläming bei Gommern geht auf ein im 12. Jahrhundert gegründetes Stift der Prämonstratenser-Chorherren zurück. Noch heute ist die beeindruckende romanische Basilika aus dieser Zeit zu besichtigen. Im 16. Jahrhundert wurde das Stift zu einem Schloss im Stil der Weser-Renaissance umgebaut und zählt zu den bedeutendsten Bauten dieser Epoche im Gebiet der mittleren Elbe.

Schloss Leitzkau ist im Stil der Weser-Renaissance erbaut. Bildrechte: picture alliance/Klaus-Dietmar Gabbert/dpa-Zentralbild/ZB

Schloss Leitzkau ist heute Sitz der Kulturstiftung Sachsen-Anhalt. Der Schlosshof sowie die einstige Basilika können wochentags besichtigt werden. Außerdem bietet der Förderkreis Schloss Leitzkau Besichtigungen der Schlossanlage an.

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Schloss Leitzkau
Am Schloss 4
39279 Gommern

Öffnungszeiten:
Der Schlosshof ist ganzjährig geöffnet:
Montag bis Donnerstag: 8 bis 16 Uhr
Freitag: 8 bis 14 Uhr
Führungen nach Anmeldung

Mansfeld-Südharz: Schloss Oberwiederstedt

Schloss Oberwiederstedt ist ein ehemaliges Rittergut in Wiederstedt und dient heute als Sitz des Novalis-Museums und der Forschungsstätte für Frühromantik. Hier wurde der frühromantische Dichter und Philosoph Georg Philipp Friedrich von Hardenberg 1772 geboren, besser bekannt als Novalis. Das Novalis-Museum beherbergt in seiner Dauerausstellung Gemälde und Zeichnungen aus der Ahnengalerie der Familie von Hardenberg. Im Schloss werden außerdem wechselnde Ausstellungen zu unterschiedlichen Themen gezeigt, die das Wissen und Wirken des romantischen Dichters und verschiedene Aspekte seiner Alltagswelt um 1800 präsentieren.

Bekannt ist Novalis wohl weniger durch seine Werke "Hymnen an die Nacht" oder "Heinrich von Ofterdingen", sondern durch die Blaue Blume, die für den Träumer und religiösen Schwärmer zur Quelle dichterischer Inspiration wurde und für die Allgemeinheit zu dem Symbol der Romantik. All das kann man in Führungen lernen, dazu noch, dass Novalis Bergbauer war und ihn nicht nur sein Beruf, sondern auch das Schloss (in dem er seinen Geschwistern Theater und Märchen vorspielte) inspirierte, dichterisch tätig zu werden.

Das Novalis-Museum beherbergt in seiner Dauerausstellung Gemälde und Zeichnungen aus der Ahnengalerie der Familie von Hardenberg sowie unter anderem das Taufhäubchen des Dichters Novalis. Bildrechte: imago/STAR-MEDIA

Leider verschwanden spätestens mit der Enteignung 1945 alle originalen Schriften, Dokumente und auch das Mobiliar des Schlosses. Dennoch gibt es eine kleine Rarität zu sehen: das einzig erhaltene Porträt des Dichters. So bleibt der Romantiker, der selbst in seiner Literatur immer wieder die Natur verrätselt hat, selbst ein Rätsel.

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Forschungsstätte für Frühromantik und Novalis-Museum
Schloss Oberwiederstedt
Schäfergasse 6
06456 Arnstein OT Wiederstedt

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Sonntag: 10 bis 16 Uhr
Montag ist Schließtag

Eintritt:
Regulär: 5 Euro, Kinder (6 bis 14 Jahre): 2,50 Euro, Kinder bis 6 Jahre: frei

Saalekreis: Burg Querfurt

Inmitten der hügeligen Landschaft des Saale-Unstrut-Tales, hoch oben neben der Stadt, thront die mächtige Burg Querfurt. Sie ist mit ihren fast 1.200 Jahren eine der ältesten Burgen im Raum Sachsen-Anhalt, Sachsen und Thüringen, außerdem ist sie von allen die größte: Burg Querfurt ist siebenmal größer als die Wartburg, mit drei Burgtürmen, zwei Ringmauern und einer romanischen Burgkirche ist sie deswegen (und weil sie sehr gut erhalten ist) ein Eldorado für Filmschaffende.

"Die zertanzten Schuhe" oder "Jorinde und Joringel" sind hier gedreht worden, der "1½ Ritter"-Film von Til Schweiger und vor allem die "Päpstin" und der "Medicus". Die Drehorte kann man besichtigen sowie im Filmmuseum die Kostüme und Requisiten anschauen. Im Burgmuseum kann eine silberne Ritterrüstung bestaunt werden. Außerdem interessant ist der unterirdische Gang der mittelalterlichen Adelsburg. Gastronomie ist vorhanden, und in der Burgkirche finden regelmäßig kulturelle Veranstaltungen wie Orgelkonzerte statt.

Seit dem 10. Jahrhundert hatte das einflussreiche, mit dem sächsischen Kaiser verwandte Adelsgeschlecht der Edlen Herren von Querfurt auf Burg Querfurt seinen Stammsitz.  Bildrechte: Bernd Müller

In direkter Nachbarschaft zur Burg befindet sich das Kreisbauernmuseum "Alte Burgschäferei". Alte Landwirtschaftsmaschinen vom Lanz Bulldog bis zum ersten Mähdrescher-Typen der DDR sind dort genauso zu finden wie ein mit Originalgegenständen eingerichtetes bäuerliches Wohnhaus. Wer etwas weiter fährt, kommt nach Nebra, wo man die Himmelsscheibe gefunden hat – ein weiteres Ziel, um diesen Ausflugstag komplett zu machen.

Weitere Informationen (zum Ausklappen)

Burg Querfurt
Burgring
06268 Querfurt

Öffnungszeiten Burg :
April bis Oktober: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr
November bis März: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 16 Uhr

Öffnungszeiten Bauernmuseum:
April bis Oktober: Dienstag bis Sonntag, 10 bis 18 Uhr
November bis März: geschlossen

Eintritt:
6 Euro, ermäßigt 4 Euro
Kinder und Jugendliche unter 18 Jahre: frei

Burgenlandkreis: Schloss Neuenburg & Schloss Goseck

Schloss Goseck sieht weniger aus wie ein Märchenschloss, alles wirkt recht unfertig, denn viele Jahre verfiel das Gebäude. Seit 1998 aber päppelt ein Verein es wieder auf, außerdem hat er dort das "Europäische Musik- und Kulturzentrum" gegründet und organisiert nun viele Konzerte im Jahr, wie beispielsweise das Festival für mittelalterliche Musik "Montalbâne".

Schloss Goseck wird seit vielen Jahren von einem Verein betreut. Bildrechte: IMAGO / Felix Abraham

Dieses ist auch und vor allem auf dem nahegelegenen Schloss Neuenburg präsent. Im Gegensatz zu Goseck, das noch nicht ganz saniert ist, strahlt dieses Schloss bereits wieder. In ihm ist die örtliche Winzervereinigung zuhause, aber es gibt auch eine Ausstellung für Besucher von außerhalb. Gerade für Familien bietet es sich an, eine Führung mitzumachen: Kinder dürfen sich hier als Ritter und Burgfräulein verkleiden. Auch die Gastronomie ist auf Schloss Neuenburg gut ausgestattet.

Rund um die beiden Schlösser gibt es weitere Ausflugsziele: Man kann durch das umliegende Weingebiet wandern und in kleinen Weinschenken einkehren. Außerdem liegt in Goseck das 7.000 Jahre alte Sonnenobservatorium. Übernachten kann man im nahegelegenen Freyburg oder in Naumburg – dort gibt es ein Theater und natürlich den Dom.

Auf Schloss Neuenburg ist das Weinmuseum einen Besuch wert. Bildrechte: Thomas Tempel

Weitere Informationen (zum Ausklappen)

Schloss Goseck
Schlosskirche
06667 Schloss Goseck

Öffnungszeiten:
April bis Oktober: täglich von 11 bis 17 Uhr
November bis März: Nur für Gruppenführungen nach rechtzeitiger Anmeldung geöffnet.

Eintritt:
Regulär 3 Euro, ermäßigt 2 Euro

Schloss Neuenburg
Schloss 1
06632 Freyburg (Unstrut)

Öffnungszeiten:
April bis Oktober:
Museum in der Kernburg und Bergfried "Dicker Wilhelm": Dienstag bis Sonntag von 10 bis 18 Uhr
Kinderkemenate: Dienstag bis Sonntag 10 bis 17 Uhr

November bis März:
Museum in der Kernburg: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 17 Uhr
Bergfried "Dicker Wilhelm": geschlossen
Kinderkemenate: Dienstag bis Samstag von 13 bis 16 Uhr

Eintritt:
Kernburg: 6,50 Euro, ermäßigt 4 Euro
Bergfried "Dicker Wilhelm": 2,50 Euro, ermäßigt 1,50 Euro

Burgenlandkreis: Rudelsburg und Burg Saaleck

Gemächlich paddelnd auf der oberen Saale, bei der wohl schönsten Tagestour von Camburg nach Naumburg, kommt man an diesen beiden Burgen vorbei. Zwischen imposanten Felswänden sieht man die dicken Wehrtürme und das ruinenhafte Gemäuer der beiden berühmtesten Saaleburgen hoch oben aus den Bäumen ragen – strategisch positioniert, denn dies war einst eine militärische Anlage zur Absicherung der Grenze zwischen Franken und Sorben, die auf den Höhenzügen entlang verlief.

Die Rudelsburg liegt etwa 85 Meter über dem Südufer der Saale Bildrechte: imago/NBL Bildarchiv

1171 wurde die Rudelsburg erstmals urkundlich erwähnt, im 17. Jahrhundert war sie bereits zur Ruine verwahrlost und ging deswegen als "schauriger Ort" in die Regionalliteratur ein. Im 18. Jahrhundert wurde die Burg rekonstruiert und beherbergt in der Kastellanlage heute eine Gaststätte. Der Innenhof bietet mit seinen alten Bäumen einen wunderschönen Platz zum Verweilen.

Nur ein paar hundert Meter weiter, etwas bergab, steht die bereits 1140 erbaute und recht winzige Burg Saaleck. Von ihr sind tatsächlich nur noch die Reste der Oberburg mit zwei runden Türmen erhalten – die fantastische Aussicht entschädigt hierfür aber.

Weitere Informationen (zum Ausklappen)

Rudelsburg
Am Burgberg 33
06628 Naumburg OT Saaleck

Öffnungszeiten:
Dienstag bis Samstag von 11 bis 20 Uhr, Sonntag 18 Uhr

Eintritt (Turmbesteigung):
Regulär 1 Euro, ermäßigt 0,50 Euro

Burg Saaleck
Am Burgberg 32
06628 Naumburg OT Saaleck

Da die Burg von ehrenamtlichen Mitgliedern des Heimatvereins Saaleck e.V. betrieben wird, ist sie nur am Wochenende für Besucherinnen und Besucher geöffnet. Es wird darum gebeten, vorher anzurufen.

(Recherche: MDR KULTUR)

Sachsen-Anhalt entdecken - Tipps für Ausflüge

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | Der Osten - Entdecke wo du lebst | 13. Juli 2023 | 22:05 Uhr