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Auch gefüllte Blüten sieht man oft bei Fuchsienzüchtungen. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Südamerikanische Schönheiten

Fuchsien pflanzen und pflegen

Botanischer Name: Fuchsia

Stand: 09. Oktober 2020, 11:47 Uhr

Echt beeindruckend: Die Gattung der Fuchsien besteht aus 107 Arten und rund 16.000 Sorten. Ursprünglich stammen sie aus den Gebirgsregionen Lateinamerikas. Bringt man Fuchsien gut über den Winter, hat man viele Jahre Freude daran. Aber auch winterharte Sorten finden immer mehr Verbreitung bei uns.

Fuchsien auf einen Blick
HeimatMittel- und Südamerika
PflanzenfamilieNachtkerzengewächse (Onagraceae)
Wuchsvon 20 cm bis zu zehn Metern (in der Heimat), auch als Stämmchen möglich
Blütesehr viele Farbschattierungen: weiß, lila, rosa, rot, gelb, blau
Früchteja, essbar
Standorthalbschattig bis schattig, je nach Sorte auch leicht sonnig
Bodenguter Gartenboden oder normale Blumenerde
Winterhartnur einige Sorten, die meisten nicht
Mehrjährigja - vorausgesetzt sie werden gut überwintert
VerwendungZierpflanze

Fuchsien sind als klassische Balkonkasten- und Kübelpflanzen bekannt und beliebt. Winterharte Sorten können jedoch direkt ins Beet gepflanzt werden, da spart man sich im Herbst das Einräumen.

Standort- und Bodenansprüche von Fuchsien

Die klassische Auffassung, dass Fuchsien keine Sonne vertragen, gilt so nicht mehr. Gerade die winterharten Sorten kommen gut mit einem leicht sonnigen bis absonnigen Standort zurecht - solange ihr Fuß beschattet ist. Die Wurzeln müssen bei Fuchsien immer kühl sein. Das kann man zum Beispiel auch durch die Kombination mit Bodendeckern erreichen. Trockene und heiße Sommer vertragen Fuchsien nicht gut, schließlich stammen sie aus den feuchten Bergwäldern Mittel- und Südamerikas. Auf einem sonnigen bis halbschattigen Standort blühen Fuchsien üppiger als im Schatten.

Besondere Bodenansprüche stellen Fuchsien nicht. Ein gut durchlässiger Gartenboden oder normale Blumenerde genügen ihnen in der Regel. Wie die meisten Pflanzen mögen sie keine Staunässe.

Bezeichnungen der BlütenteileBotanisch bewanderte Fuchsienfreunde bezeichnen die "Deckblütenblätter" als Sepalen, während die unteren Blütenblätter als Korolle oder Petalen bezeichnet werden. Bei vielen Fuchsiensorten weisen sie eine unterschiedliche Färbung auf.

Fuchsien düngen

Die Vielfalt der Fuchsien fasziniert. Bildrechte: MDR/Michael Wenkel

Fuchsien sind Starkzehrer, brauchen also regelmäßige Düngergaben. Fuchsiensammlerin Petra Helfrich aus Falkensee düngt ihre Pflanzen in der Blühperiode ab Ende Juni / Anfang Juli ein bis zwei Mal pro Woche mit einem Volldünger. Bei sehr hohen Temperaturen verzichtet sie allerdings auf die Düngergabe, weil die Pflanzen dann schon genug mit der Hitze zu kämpfen haben. Ende August bis Mitte September erfolgt dann die Herbstdüngung, am besten mit einem kalihaltigen Dünger, die die Verholzung der Pflanzen fördert. Danach sollte nicht mehr gedüngt werden, damit sich die Pflanzen auf die Winterruhe einstellen können.

Fuchsien gießen

Petra Helfrich empfiehlt, die Fuchsien nicht zu nass zu halten. So dürfe der Boden ruhig auch mal trocken werden. Das ist gut für die Wurzeln, die auf diese Weise mal durchlüften. Sie neigen sonst zur Fäulnis.

Gießen oder auch Besprühen, wenn das Wetter sehr trocken ist, sollte man am besten morgens. Dann kann die Pflanze im Laufe des Tages gut abtrocknen, was die Gefahr von Pilzkrankheiten wie dem Fuchsienrost reduziert.

Fuchsien zurückschneiden - Triebe entspitzen

Die Verzweigung der Fuchsien kann man durch das Entfernen der noch nicht verholzten Triebspitzen fördern. So wachsen Fuchsien dichter. Ob und wie oft entspitzt wird, richtet sich nach der Fuchsiensorte und dem gewünschten Wuchsergebnis.

Fuchsiensorten

Mit rund 16.000 Sorten ist das ein weites Feld. Andererseits werden im Handel überwiegend pflegeleichte Hybridsorten angeboten, die nicht entspitzt werden müssen. Ist man auf der Suche nach besonderen Sorten oder gar Arten, sollte man sich mit Fuchsienfreunden austauschen. Die Möglichkeit dafür bietet zum Beispiel die Deutsche Fuchsiengesellschaft mit ihren zahlreichen Regionalgruppen.

Sortenempfehlungen von Petra Helfrichfrostempfindlich:
- 'Celia Smedley': weiße Sepalen, intensiv-rote Korolle
- 'Chang': orange-rote Sepalen mit heller Unterseite, Korolle in leuchtendem Orange
- 'Uschi Willkomm': gefüllte, orangefarbene Blüten

winterhart:
- 'Whiteknight's Pearl': Zartrosa Blüten
- Helgoland': rote Blüten
- 'Hawkshead': reinweiße Blüten

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Fuchsien-VielfaltEin Traumgarten für Fuchsien-Fans

Fuchsien im Winter

Winterharte Fuchsien, auch Staudenfuchsien genannt, sind meist Abkömmlinge der Wildarten Fuchsia magellanica (Scharlach-Fuchsie) und Fuchsia regia. Sie werden am besten direkt ins Beet gepflanzt, dort überwintern sie weit besser als in draußen stehenden Kübeln. Trotzdem tut ihnen wärmendes Laub gut. Nehmen Sie am besten Buchenblätter dafür. Sie bleiben formstabil, pappen nicht so schnell zusammen und verrotten sehr langsam. Zwischen den Blättern befindet sich dadurch viel dämmende Luft: Der perfekte Wärmeschutz. Alternativ kann auch mit Fichtenreisig oder Rindenmulch abgedeckt werden. Blüten und neue noch weiche Triebe dieser Fuchsienarten werden den Winter allerdings trotzdem nicht überleben. Die schneiden Sie einfach im Frühjahr ab. Aus der abgedeckten Basis treibt die Pflanze dann neu aus.

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Fuchsien über Stecklinge vermehren

Fuchsien lassen sich einfach über Stecklinge vermehren. Die beste Zeit dafür ist das Frühjahr, dann sind die Pflanzen ohnehin auf Wachstum eingestellt und haben noch keine Blüten. Es geht allerdings auch bis zum Herbst.

Am besten nimmt man dafür Triebe - nicht zu weich, aber auch noch nicht verholzt - ohne Blüten mit zwei Blattpaaren. Entweder steckt man diese in Anzuchterde oder einfach nur in ein Glas mit Wasser. Nach zwei bis drei Wochen bei idealen 18 bis 20 Grad Celsius haben die Stecklinge bewurzelt. Dann werden sie in gängige Blumenerde umgetopft.

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Fuchsienfrüchte

Was viele Menschen nicht wissen: Die Früchte der Fuchsien sind essbar. Sie haben laut Petra Helfrich einen süßlichen Geschmack. Man kann sie naschen oder sogar Marmelade draus kochen. Allerdings braucht es schon sehr viele Fuchsien, um einen Marmeladentopf voll zu bekommen. Alternativ kann man sie auch im Kuchenteig ausprobieren. Im Grunde sollten die Fuchsienbeeren regelmäßig entfernt werden, damit die Pflanze nicht ihre Kraft in die Samenbildung sondern in die Blüte steckt.

Quellen: Petra Helfrich, Fuchsiensammlerin, Deutsche Fuchsiengesellschaft

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 04. Oktober 2020 | 08:30 Uhr

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