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Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

WintergemüseTopinambur - schmückt den Garten und schmecktHelianthus tuberosus

Stand: 09. Januar 2023, 11:09 Uhr

Topinambur gibt es auf dem Markt kaum zu kaufen. Der Eigenanbau lohnt deshalb doppelt: Erst leuchten im Herbst die gelben Blüten. Im Winter können Gärtner dann ihren Schatz im Beet ausbuddeln und die Knollen genießen.

  • Topinambur gehört zur Familie der Sonnenblumen und blüht ab August.
  • Die Pflanze wird nicht ausgesät. Statt dessen werden Wurzelknollen in die Erde gelegt.
  • Topinambur wuchert stark. Gärtner sollten die vielen überzähligen Wurzeln einfach aufessen.

Auf einen Blick: Topinambur
PflanzenfamilieKorbblüter (Asteraceae)
Wuchsmehrere Meter hohe, aufrecht wachsende Staude
Bodengedeiht auf nährstoffarmen Böden, mag aber auch Kompost oder Dünger für einen höheren Ertrag
StandortSonne oder Halbschatten
Blütehübsche gelbe Korbblüte, vier bis acht Zentimeter Durchmesser
mehrjährigja
winterhartja
FruchtformWurzelknollen
Geschmackgekocht: nussig und leicht süßlich; roh: an Artischocken erinnernd
Verwendungkochen, backen, braten
BesonderheitKnollen sind durch das enthaltene Inulin kalorienarm und ballaststoffreich

Erdbirne, Schnapskartoffel, Erdtrüffel, Erdsonnenblume, Ewigkeitsknolle, Jerusalem-Artischocke - Topinambur hat in Deutschland viele verschiedene Namen. Sie zeugen davon, dass die Pflanze mit den essbaren Wurzelknollen einst regelmäßig auf den Tisch kam. Im 30-jährigen Krieg soll sie sogar eines der Hauptnahrungsmittel gewesen sein. Doch mit der Zeit aßen die Menschen lieber Kartoffeln, Topinambur geriet in Vergessenheit. Dabei schmeckt die Knolle, die roh und gekocht gegessen werden kann, leicht nussig und süß, und ist den Anbau im Garten wert.

Frisch aus der Erde: Topinambur-Knollen schmecken lecker. Einfachstes Rezept: Schälen, in Scheiben schneiden, in Öl braten und salzen. Bildrechte: MDR/Annett Zündorf

Topinambur gehört zur Familie der Korbblüter (Asteraceae) und zur Gattung der Sonnenblumen (Helianthus). Sie ist eine Kurztagspflanze, deren Blüten ab August in Deutschland blühen. Je nach Arten können die Pflanzen drei bis vier Meter hoch wachsen. Die Blüten eignen sich prima für die Vase. Topinambur ist winterhart. Bis zu minus 30 Grad Celsius sollen die Knollen aushalten.

Anbau, Standort und Pflege von Topinambur

Topinambur-Samen gibt es nicht zu kaufen. Wer Topinambur anbauen will, sucht nach Knollen. Diese werden zwischen Oktober und April in Reihen von 60 bis 80 Zentimetern Abstand in die Erde gelegt. Der Abstand in der Reihe misst etwa 40 Zentimeter. Jede Knolle wird mit der Hauptknospe nach oben etwa zehn Zentimeter tief in die Erde gelegt. Große Knollen können auch geteilt werden. Wichtig: Es muss immer eine Triebknospe pro Teilstück geben!

Topinambur braucht keinen besonderen Standort oder Boden. Die Pflanze wächst im Halbschatten gut, mag aber auch sonnige Plätze. Sie kommt mit nährstoffarmen Böden gut zurecht. Natürlich bleiben dann die Knollen kleiner. Mit Dünger steigt der Ertrag. Ein wenig Kompost ist genau richtig. Treibt die Knolle aus, sollte sie mit Anhäufeln stabilisiert werden. Topinambur kann mehrere Jahre an der gleichen Stelle stehen. Das Gewächs muss dann auch nicht neu gepflanzt werden. Im Frühjahr treiben übrig gebliebene Knollen neu aus.

Topinambur bildet im Spätsommer und Herbst gelbe Korbblüten, die auch von Insekten angeflogen werden. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Topinambur im Garten bändigen

Topinambur wuchert stark. Die Pflanze bildet an unterirdischen Ausläufern längliche Knollen. Aus ihnen treiben im nächsten Jahr neue Sprosse. Um eine Ausbreitung im Garten zu verhindern, essen Gärtner die überzähligen Knollen einfach auf. Wer das nicht möchte, sollte schon beim Pflanzen eine Wurzelsperre einbauen. Tauchen Pflanzen trotzdem an Stellen auf, an die sie absolut nicht gehören, erwischt man sie am besten im Frühjahr, wenn sie gerade austreiben, und kann sie dann ausgraben.

Topinambur zubereiten

Die Knollen können ab November den ganzen Winter über bei frostfreiem Wetter geerntet werden. Die faustgroßen Knollen werden geschält oder auch nur gebürstet, dann einige Minuten gekocht oder gebraten, zu Süppchen oder Salat verarbeitet. Topinambur ist auch roh essbar. Für Diabetiker ist das Wurzelgemüse sehr gut geeignet, da ein Teil der Kohlenhydrate aus dem unverdaulichen Mehrfachzucker Inulin bestehen. Dieser wirkt als Ballaststoff.

Die besten Topinambur-Sorten

Es gibt viele verschiedene Topinambur-Sorten, wir haben ein paar tolle herausgesucht:

  • 'Gigante' - bildet sehr große und schwere Knollen
  • 'Blaue Französische' - längliche helle Knollen mit einzelnen violetten Ring
  • 'Dwarf' - niedrigwachsend, für Anbau in Töpfen geeignet, kleine Knollen
  • 'Topstar' - guter Ertrag, oberer Teil wird nicht so hoch
  • 'Gute Gelbe' - alte deutsche Sorte, große Knollen, Fleisch bleibt auch nach dem Kochen knackig

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 06. November 2022 | 08:30 Uhr