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Die Larve der Miniermotte frisst Gänge in die Blätter. Diese verfärben sich schnell braun. Bildrechte: MDR/Patricia Geissler

Gartentipps

Kastanienlaub sammeln gegen die Miniermotte

Stand: 04. November 2018, 08:30 Uhr

Kastanienlaub einsammeln und vernichten, damit sich die Kastanien-Miniermotte nicht weiter verbreiten kann: Darauf will die Schutzgemeinschaft Deutscher Wald (SDW) mit der Aktion "Rettet die Kastanien" aufmerksam machen und die Leute dazu animieren. Das Einsammeln des Laubs ist bislang das wirksamste Mittel gegen die Vermehrung dieser Motte, da sich die Larven dieser Art in die Kastanienblätter fressen und dort in so genannten Minen überwintern. Durch die Fraßstellen der Larven findet eine verminderte Fotosynthese statt, wodurch die Blätter der Kastanie schon im Spätsommer abfallen. Der Baum ist geschwächt und anfälliger gegenüber anderen Schädlingen sowie Pilzen und Bakterien.

Die Kastanien-Miniermotte

Die Miniermotte ist ein winziger Schmetterling, höchstens drei Zentimeter groß, der in den 1990er Jahren aus dem Balkan nach Mitteleuropa kam und sich seither verbreitet. Ihre Flügel können verschiedene Brauntöne haben, charakteristisch sind auf ihnen weiße Streifen zu sehen. Außerdem befinden sich lange Fransen am äußeren Ende der Hinterflügel, die für ein federartiges Aussehen sorgen.

Die Miniermotte hat hier keine spezialisierten natürlichen Fressfeinde, was dazu führt, dass drei Generationen pro Jahr schlüpfen und sich auf dem gesamten Kastanienbaum verteilen. Ein Weibchen legt zwischen 20 und 80 Eier ab, wodurch eine große Population entstehen kann. Die Lebensdauer einer ausgewachsenen Miniermotte beträgt vier bis elf Tage. Ihre Puppen können, sollten sie nicht im Frühjahr schlüpfen, sogar zwei oder drei Winter überleben. Sie halten sogar Vertrocknung, starke Nässe oder das Verschimmeln der Blätter aus. Um die widerstandsfähigen Schädlinge zu vernichten, muss das befallene Laub entweder kommerziell kompostiert, verbrannt oder durch einen Schredder oder Rasenmäher stark zerkleinert und unter einer mindestens zehn Zentimeter dicken Erdschicht vergraben werden. So können durch Zerkleinern und Vergraben bis zu 80 Prozent der Puppen vernichtet werden.

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 04. November 2018 | 08:30 Uhr

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