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Ausfälle und SchließungenKrankheitswelle führt in allen Branchen zu Personalnot

21. Dezember 2022, 16:49 Uhr

Aus allen Ecken hört man es aktuell schnauben, schniefen und husten: Die vielen Infektionen – Grippe, Erkältungen oder Corona – führen überall dazu, dass Personal fehlt. Wie gehen Betriebe und Unternehmen mit den Engpässen um?

Eine Bäckerei kurz vor Weihnachten ohne Weihnachtsgebäck – eigentlich kaum vorstellbar. Aber in vielen Betrieben sei das gerade Realität, sagt Helge Sommerwerk vom Landesinnungsverband des Bäckerhandwerks Sachsen-Anhalt: "Schlicht und einfach kenne ich sogar Bäckereien, die dieses Jahr keine Stollen backen konnten, weil sie so einen hohen Krankenstand beziehungsweise fehlendes Personal hatten. Stollen erfordern erhöhten Arbeitsaufwand, sodass dann im Sortiment praktisch das traditionelle Weihnachtsgebäck gänzlich weggefallen ist."

Sommerwerk führt selbst sechs Bäckereifilialen in und um Mücheln am Geiseltalsee. Zwei Stellen kann er aktuell ohnehin nicht besetzen. Wird jetzt jemand krank, fällt das also noch schwerer ins Gewicht. Einige seiner Filialen musste er deshalb früher schließen. Auf die kommenden Wochen blickt er mit Sorge.

Handelsverbände sind optimistisch

Zuversichtlicher ist man beim Handelsverband Sachsen-Anhalt und Thüringen. Die Infektionswelle führe zwar auch dort zu Ausfällen, meint Hauptgeschäftsführer Knut Bernsen. Aber: "Ich habe überhaupt keine Bedenken in Hinblick auf dieses Thema. Klar ist es eine Herausforderung. Es ist natürlich für die Mitarbeiter vielleicht mal eine zusätzliche Belastung, wenn die Gesunden vielleicht mal eine Überstunde machen müssen. Das ist nicht besonders schön, aber ansonsten denken wir, dass wir das gut im Griff haben." Auch der Handelsverband Sachsen erklärt MDR AKTUELL, der Handel federe die Personalnot ab. Das Weihnachtsgeschäft sei so wichtig für die einzelnen Betriebe, dass es zu keinen Schließungen kommen werde.

Ausfälle und Verspätungen im ÖPNV

Deutlicher ist der hohe Krankenstand im öffentlichen Nahverkehr zu spüren. Mehrere Verkehrsbetriebe in Mitteldeutschland melden Ausfälle und Verspätungen von Bussen und Bahnen, weil so viele Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter krank sind. So berichtet Stefan Dietrich, Sprecher von Abellio Mitteldeutschland: "Wir haben einen großen Krankenstand beim gesamten Personal – sowohl Fahrpersonal als auch Verwaltung. Aber bei den Lokführerinnen und Lokführern fällt das natürlich besonders auf, weil dadurch auch Fahrten ausfallen müssen."

Die Dresdner Verkehrsbetriebe stehen vor demselben Problem. Der Krankenstand sei mit knapp 20 Prozent zurzeit so hoch wie noch nie, sagt Sprecher Falk Lösch. Der Umgang damit in Dresden: "Wir haben noch einige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in Verwaltung und Technik, die eine gültige Fahrberechtigung haben für Bus oder für Bahn. Die übernehmen Dienste und ein paar Pensionäre haben wir noch, die weiterhin für uns fahren. Auch Studenten von der Uni, die ausgebildet sind, sind für uns im Einsatz. Allerdings haben wir auch das Problem: Alles können wir damit nicht kompensieren."

Einzelne Fahrten müssten deshalb ausfallen. Ähnliches berichten auf Nachfrage von MDR AKTUELL auch die Leipziger und Magdeburger Verkehrsbetriebe sowie die Erfurter Bahnen und die Ostdeutsche Eisenbahn GmbH. In Dresden sei man aber, bemüht, alle zuverlässig ans Ziel zu bringen, sagt Lösch. Gerade jetzt, so kurz vor Weihnachten, wo viele in der Stadt unterwegs sind, und mit Bus oder Bahn Geschenke einkaufen.

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 20. Dezember 2022 | 06:00 Uhr

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