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Den Datenschutz der Corona-Warn-App bewerten Fachleute als sehr gut. Wie die Nutzenden mit einer Warnung umgehen, liegt aber letztlich in ihrer individuellen Verantwortung. Bildrechte: IMAGO / mix1

PandemiebekämpfungFast zehn Millionen Warnungen über Corona-Warn-App

von MDR AKTUELL

Stand: 06. August 2022, 05:00 Uhr

Über Risikokontakte informieren, Tests und Impf-Zertifikate speichern, Kontakt-Tagebuch führen – die Corona-Warn-App ist in mehr als zwei Jahren um einige Funktionen erweitert worden. Das ursprüngliche Ziel, andere nach einem Kontakt über einen positiven PCR-Test zu informieren, ist inzwischen fast zehn Millionen Mal genutzt worden.

Über die Corona-Warn-App haben bislang fast zehn Millionen Mal Nutzerinnen und Nutzer einen positiven PCR-Test eingetragen und andere über die Risikobegegnung gewarnt. Nach Daten des Robert Koch-Instituts wurden bis 5. August insgesamt 9.975.757 solcher Warnungen registriert.

Da von einer Warnung in der Regel mehrere Kontaktpersonen betroffen sind, liegt die Zahl der empfangenen Warnungen deutlich höher: Dem RKI zufolge haben die App-Nutzerinnen und App-Nutzer bislang knapp 112 Millionen Warnungen mit erhöhtem Risiko (rot) und fast 64 Millionen Warnungen mit niedrigem Risiko (grün) erhalten. Das sind zumindest die Daten der Nutzerinnen und Nutzer, die ihre Daten freiwillig freigegeben haben – mit Stand von Ende Februar waren das täglich gut 16 Millionen App-Nutzende.

Datenspende hilft bei Auswertung der App

Tatsächlich dürften deutlich mehr Menschen eine Warnung erhalten haben. Seit Start der App am 16. Juni 2020 registrierte das RKI fast 46,6 Millionen Downloads. Das entspricht zwar nicht der absoluten Zahl der Nutzer, da nicht erfasst werden kann, ob ein Nutzer die App erstmals installiert oder lediglich ein neues Gerät dafür verwendet. Nach unterschiedlichen Schätzungen kommt das RKI aber immer noch auf etwa 23 bis über 30 Millionen aktive Nutzende. Dafür berücksichtigt das RKI beispielsweise empirische Werte, nach welchem Zeitraum im Schnitt ein Smartphone ersetzt wird.

Wegen der Datenschutzbestimmungen der Corona-Warn-App sind Forschende für eine detailliertere Auswertung allerdings auf Datenspenden oder Befragungen der App-Nutzenden angewiesen. Die Datenspende lässt sich in der App über die Einstellungen auswählen, eine erste umfassendere Auswertung dazu veröffentlichte das RKI vergangenen Oktober.

Positivenrate bei Gewarnten höher als Gesamtschnitt

Im Schnitt erhielten die Nutzerinnen und Nutzer demnach 3,8 Tage nach der Risikobegegnung eine entsprechende Warnung. Mehr als die Hälfte von ihnen meldete wiederum innerhalb von 48 Stunden nach der Warnung selbst einen PCR-Test. In einem Update von März stellen die Forschenden fest, dass der Positivenanteil bei den per App Gewarnten höher ist als bei den übrigen Getesteten. Etwa jede fünfte Person, die über die App eine Warnung angezeigt bekam, hatte dann im anschließenden PCR-Test selbst ein positives Ergebnis. Bei Getesteten ohne Risikomitteilung war der Anteil weniger als halb so hoch.

Dem RKI zufolge ist das auch ein Beleg, dass die Richtigen gewarnt werden. Welche Konsequenzen die Betroffenen daraus zogen, lässt sich aber nicht immer nachvollziehen. So verweisen die Forschenden auch auf die verbreiteten Selbsttests, die im Gegensatz zu PCR-Tests und Antigentests in Testzentren nicht erfasst werden. Auch möglicherweise verändertes Nutzungsverhalten nach Fehlalarmen ist bislang nicht ausgewertet.

Zertifikate gewinnen an Bedeutung

Fest steht aber schon jetzt: Neben dem ursprünglichen Ziel, Infektionsketten zu durchbrechen, gewinnen weitere Funktionen der App zunehmend an Bedeutung. Insbesondere Zertifikate über Impfungen und Tests spielen etwa im Entwurf des neuen Infektionsschutzgesetzes ab Oktober eine wichtige Rolle. Bei Veranstaltungen kann zudem eine Check-In-Funktion genutzt werden, und wer das Kontakt-Tagebuch nutzt, kann sich im Zweifelsfall besser erinnern, um auch persönlich Bekannte schneller über eine Risikobegegnung zu informieren. Zudem informiert die App tagesaktuell über das Infektionsgeschehen, das auch auf einzelne Regionen personalisiert werden kann.

MDR AKTUELL

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 04. August 2022 | 09:00 Uhr

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