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Landwirte beschweren sich bei Cem Özdemir Bildrechte: mdr

Geplante ReformÖzdemir: EU muss Pflanzenschutz-Beschränkungen entschärfen

12. September 2023, 10:07 Uhr

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) hält die geplante EU-Verordnung zur Halbierung des Pestizid-Einsatzes bis 2030 für einen guten Ansatz. Er wünscht sich aber Anpassungen, weil es in den EU-Mitgliedsstaaten bei der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln noch große Unterschiede gebe. Es sei wichtig, die Interessen von Naturschutz und Landwirtschaft zusammenzubringen.

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (Grüne) hat sich für eine Überarbeitung der geplanten EU-Verordnung zur Halbierung des Einsatzes von Pflanzenschutzmitteln bis 2030 ausgesprochen. Im Gespräch mit MDR AKTUELL sagte er, die Kommission habe richtige Ziele, in der Ausgestaltung gebe es aber grobe handwerkliche Fehler.

Das Problem sei, dass die EU-Mitgliedsstaaten momentan einen sehr unterschiedlichen Stand beim Einsparen von Pflanzenschutzmitteln hätten. Deutschland fange da nicht bei null an. Als Positivbeispiel nannte Özdemir das Biodiversitätsstärkungsgesetz in Baden-Württemberg. "Dort wurden die Interessen zwischen Naturschutz einerseits und Landwirtschaft andererseits sehr gut ausgeglichen", so der Minister.

Özdemir: Änderungen bei Pflanzenschutzverordnung nötig

In Brüssel will Özdemir nach eigener Aussage eine präzisere Definition der ökologisch sensiblen Gebiete und des Referenzzeitraums für die Pflanzenschutzmittel-Verordnung fordern. Außerdem brauche es praxistaugliche Regelungen, die auch vor Ort funktionierten. Die Maßnahmen müssten im Verhältnis zum Aufwand der Betriebe und Behörden stehen, damit etwa der Anbau von Obst und Wein auch in Zukunft weiter möglich sei.

"Die Bundesrepublik Deutschland bringt ihr ganzes Gewicht in Brüssel ein, zusammen mit anderen Mitgliedstaaten, um hier nochmal entsprechende Veränderungen vorzunehmen", kündigte Özdemir an. Brüssel habe schon erkannt, dass nachgesteuert werden müsse. Er sei sehr froh, dass es gelungen sei, das deutlich zu machen.

Die Experten in seinem Haus hätten zudem angeboten, sich an der Erarbeitung einer ausgewogenen, guten Lösung zu beteiligen. "Wir brauchen Naturschutz, und wir brauchen eine Zukunft für die Landwirtschaft". Die Landwirtschaft sei längst dazu bereit und besonders der Weinbau gehe vorbildlich voran.

MDR (akq)

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL | Das Nachrichtenradio | 12. September 2023 | 08:17 Uhr

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