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Markus Bauer (SPD, v.l.), Landrat des Salzlandkreises, und Anne Poggemann (CDU), Staatssekretärin im Innenministerium von Sachsen-Anhalt, lösen unter den Augen von Guido Schulz, Sachgebietsleiter der Integrierten Leitstelle, den Probealarm am bundesweiten Warntag aus. Bildrechte: dpa

Test für KatastrophenfallWarntag: Frühstart von Probealarm, manche Handys blieben stumm

von MDR SACHSEN-ANHALT

Stand: 08. Dezember 2022, 22:17 Uhr

Der Probealarm anlässlich des deutschlandweiten Warntages ist aus Sicht der Behörden ein Erfolg gewesen. Bei vielen Handynutzern in Sachsen-Anhalt klingelte pünktlich um 11 Uhr das Handy. Mit Verspätung kam der Alarm über die Warn-Apps auf manche Smartphones.

Ein Probealarm hat am bundesweiten Warntag in Sachsen-Anhalt um 11:00 Uhr viele Handys schrillen lassen. Teilweise ist die Mitteilung schon um 10:59 Uhr auf Handys erschienen. In Halle wurde eine Warnmeldung auch auf elektronischen Werbetafeln angezeigt, berichtet ein MDR-SACHSEN-ANHALT-Reporter. Kommentierende auf dem Facebook-Profil von MDR SACHSEN-ANHALT meldeten auch, dass ihr Handy stumm geblieben ist. Nutzerin Thea Neff schreibt: "Mein Handy hat nix gesagt...".

Deutlich später kam bei vielen Nutzern der Probealarm über die verschiedenen Warn-Apps. Teilweise ist der Alarm über die Katwarn-App auf Handys von Nutzern erst um 11:14 Uhr angekommen. Ausgelöst wurde die Warnung vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

Für Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang (CDU) ist der Probebetrieb erfolgreich verlaufen. Zieschang sagte MDR SACHSEN-ANHALT: "Beim diesjährigen Warntag hat vieles funktioniert, aber auch nicht alles". Beispielsweise habe die Katwarn-App die Warnung nur verzögert ausgespielt, so Zieschang. Wichtig sei aber vor allem ein "Warnmittel-Mix". Nur so könnten möglichst viele Menschen erreicht werden. Dazu brauche es auch mehr Sirenen im Land. In Sachsen-Anhalt gibt es bislang rund 2.000 Sirenen.

Probleme wie 2020 hat es nicht gegeben

Probleme wie beim ersten Warntag 2020 scheint es aktuell nicht gegeben zu haben. "Damals hat das erste Glied in der Kette, dieses modulare Warnsystem, nicht schnell genug funktioniert, sodass die Warnungen die Bevölkerung sehr sehr spät erreicht haben. Das Problem scheint es heute nicht gegeben zu haben", so Zieschang.

Der Warntag habe gut funktioniert, sagt Sachsen-Anhalts Innenministerin Tamara Zieschang (CDU). (Archivbild) Bildrechte: dpa

Aus Sicht der Landkreise Wittenberg und Anhalt-Bitterfeld ist der diesjährige bundesweite Warntag zufriedenstellend verlaufen. Die Sirenen seien bis auf wenige Ausnahmen pünktlich zu hören gewesen, heißt es aus der Köthener Kreisverwaltung. Ähnlich ist die Einschätzung von Wittenbergs Kreisbrandmeister Peter Freiherr von Geyso. Es habe viel besser geklappt als vor zwei Jahren. In Oschersleben im Landkreis Börde war nach Angaben einer MDR-SACHSEN-ANHALT-Nutzerin ebenfalls eine Sirene zu hören.

Neu: Cell-Broadcast-System

Bürgerinnen und Bürger erhielten erstmals zusätzlich auch über das Cell-Broadcast-System eine Warnung, so das BBK. Verbreitet wurde der Probealarm auch über Radio- und Fernsehsender. Mit dem bundesweiten Warntag will die Behörde herausfinden, wie viele Menschen eine Warnung vor Gefahren im Ernstfall erreichen würde.

Zukünftig jährlicher Warntag

Bei manchen Handymodellen muss der Empfang offenbar vorab genehmigt werden. Inzwischen ist der Probealarm offiziell aufgehoben worden. Das BBK bittet in einer Umfrage auf seiner Website um Rückmeldungen zum Probealarm. Der bundesweite Warntag soll künftig jährlich an jedem zweiten Donnerstag im September durchgeführt werden.

Facebook-Kommentare zum Warntag von MDR SACHSEN-ANHALT. Bildrechte: IMAGO / Christian Ohde / MDR / Johanna Daher

Alarm per Cell-BroadcastBeim Cell-Broadcast-Verfahren geht eine automatische Benachrichtigung an jedes Handy, das zu diesem Zeitpunkt eingeschaltet ist, Empfang hat und mit einer aktuellen Software läuft. Da es sich nur um einen Test handelt, müssen die Menschen, die die Warnung empfangen, nichts tun.

Beim ersten bundesweiten Warntag am 10. September 2020 war einiges schiefgelaufen. Unter anderem kam die Meldung der Warn-Apps Nina und Katwarn erst mit einer guten halben Stunde Verspätung auf den Smartphones an. Wäre es tatsächlich ein Ernstfall gewesen, hätten viele Bürger nichts mitbekommen. Das Bundesinnenministerium hatte den Probealarm deshalb damals als "fehlgeschlagen" bezeichnet.

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dpa, MDR (Hannes Leonard)

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 08. Dezember 2022 | 12:00 Uhr

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