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Blick in den Sternensaal im neuen Planetarium Halle: In der 45-minütigen Dokumentation von MDR Wissen erfahren Zuschauer, welche Herausforderungen beim Bau zu bewältigen waren und warum die eingesetzte Technik mit den alten Sternenprojektoren nur noch wenig gemein hat. Bildrechte: picture alliance/dpa | Hendrik Schmidt

Astronomie zum StaunenPlanetarium Halle eröffnet: "Himmelsmaschine" startet

30. März 2023, 15:48 Uhr

In Halle ist am Donnerstag das neue Planetarium der Öffentlichkeit übergeben worden. Es ist der modernste Bau seiner Art in Europa, so Chef Schlesier. Der Umbau des ehemaligen Gasspeichers hat mehr als zwanzig Millionen Euro gekostet. MDR Wissen hat in einer Doku den Bau begleitet und gibt Einblicke in den komplizierten Entstehungsgeschichte des Hauses.

Nach vier Jahren Bauzeit ist am Donnerstag das neue Planetarium in Halle eröffnet worden. Es ist das modernste in ganz Europa, sagt Leiter Dirk Schlesier. An der feierlichen Zeremonie hat neben Bürgermeister Egbert Geier auch Sachsen-Anhalts Bildungsministerin Eva Feußner (CDU) teilgenommen. "Mit der Verwandlung des alten Gasometers in das neue Planetarium ist gelungen, einen wundervollen Ort der Begegnungen, der außerschulischen und kulturellen Bildung und eine außergewöhnliche Stelle für Veranstaltungen zu schaffen", so die Ministerin in ihrer Rede.

Das Festprogramm läuft nach der offiziellen Eröffnung am Donnerstag vier Tage. "Wir sind für diese Zeit komplett ausgebucht und freuen uns astronomisch darauf, wie das Publikum reagieren wird", sagte Leiter Dirk Schlesier. "Es gibt rund 3.000 Vorbestellungen."

Sternensaal soll tausende Besucher anlocken

Der historische Rundbau aus rötlichem Klinkerstein hat einen Durchmesser von 30 Metern und ist 16 Meter hoch. Der Sternensaal mit zwölf Metern Durchmesser und acht Metern Höhe hat Platz für 110 Personen. Außerdem gibt es einen Hörsaal und Seminarräume sowie ein Foyer und ein Café. Jährlich werden 50.000 bis 60.000 Besucher erwartet.

Grundsteinlegung war am 21. Januar 2019. Der Neubau des Planetariums war notwendig, weil das alte Gebäude 2013 beim Hochwasser der Saale auf der Peißnitzinsel schwer beschädigt wurde. Das Geld für die Baukosten von 21 Millionen Euro kam ausschließlich aus dem Flutmittel-Fonds von Bund und Ländern.

Parallel zum Start geht auch die Doku "Himmelsmaschine – Ein neues Planetarium entsteht" online. Die MDR Wissen Produktion ist dann aber 20 Uhr in der ARD Mediathek abrufbar und wird am kommenden Sonntag (2. April) im MDR ausgestrahlt.

Das Industriedenkmal Gasometer wird zum Planetarium

Der Film gibt Einblicke in den kreisrunden Sternensaal und seine allerneueste Projektions- und Soundtechnik. Und das Planetarium kann noch viel mehr: Neben dieser virtuellen Beobachtung des Weltraums können Besucher in sternklaren Nächten von der Dachterrasse aus live ins All blicken. Schon während der Bauphase konnte das Filmteam bei Sternschnuppennächten dabei sein und bei einer Sonnenfinsternis, die live von der Terrasse von MDR WISSEN ins Internet gestreamt wurde.

Erläutert wird auch der nicht ganz unkomplizierte Umbau des alten Gasometers zum hochmodernen Planetarium. "Rund zu bauen ist für viele Bauleute eine ganz schöne Herausforderung", sagt Dirk Schlesier am Montag im Gespräch mit Deutschlandfunk Kultur und nennt nur eines, von vielen Beispielen: "Den Beton rund zu gießen, ist nicht einfach." Andererseits ist ein Gasometer ideal für den Bau eines Planetariums, sagte Schlesier bei MDR KULTUR: "Es ist perfekt. denn das Rund kommt ins Runde."

Wie in Mitteldeutschland die Weltgeschichte der Planetarien begann

Daneben erfahren Zuschauer Hintergründe, etwa den Beginn der Weltgeschichte der Planetarien vor 100 Jahren in Jena, die eng verbunden ist mit der optischen Industrie und dem Unternehmen Carl Zeiss. Dort werden noch heute optische Teile der Projektoren von Hand gefertigt. Zugleich entstehen in Laboren die modernsten LED-Planetariums-Projektoren der Welt.

Außerdem ist der Film eine Hommage an die Sternenbegeisterung der Hallenser, die sich unter anderem im Schulfach Astronomie ausdrückt, das es heute noch in Sachsen-Anhalt gibt (neben Thüringen und Mecklenburg-Vorpommern als einzige in Deutschland). Und in der Liebe zu den Vorgängerplanetarien, deren 60-jährige Geschichte die Doku auch aufgreift. So gab es 1963 in Halle das erste Schulplanetarium der DDR in der Astronomischen Station Johannes Kepler, die noch heute liebevoll von einem Verein lebendig gehalten wird.

MDR (ens, Hannes Leonard)

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | Die Himmelsmaschine | 02. April 2023 | 22:20 Uhr

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