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Mitgleider der syrischen Delegation haben sich in Arendsee wohlgefühlt. (v.l.n.r.: Dr. Dana Shebat, Dana Shaikk Al Shabab, Talal Barnieh, Bahaa Diab) Bildrechte: MDR/Carina Emig

Nach syrischem BesuchArendsee ist jetzt "Stadt des Lächelns"

16. Juni 2023, 19:41 Uhr

Die Special Olympics sind die weltweit größte inklusive Sportveranstaltung und finden vom 17. bis 25. Juni in Berlin statt. Zur Vorbereitung hat sich die syrische Delegation Arendsee als Aufenthaltsort ausgesucht. Dort gefiel es ihr so gut, dass sie die Stadt im Altmarkkreis Salzwedel in "Stadt des Lächelns" umbenannte.

Arendsee war in der vergangenen Woche im Special Olympics Fieber. Am Mittwoch herrschte den ganzen Tag über olympische Volksfeststimmung auf dem Marktplatz. Schließlich sind die Special Olympics auch ein großes Fest, um Inklusion zu feiern. Die syrische Delegation war bis Donnerstag im Integrationsdorf IDA Arendsee untergebracht und fühlte sich im Luftkurort pudelwohl. Die 40 Athleten, Trainer und Begleiter nennen Arendsee inzwischen "Stadt des Lächelns".

Luftkurort wird "Stadt des Lächelns"

Von der Arendseer Gastfreundschaft als Host-Town für die Special Olympics World Games war Talal Barnieh einfach nur begeistert. Der Leiter der syrischen Delegation, die von Montag bis Donnerstag in Arendsee untergebracht war, sorgte mit seiner Rede am Dienstagabend vor der lokalen Politprominenz für emotionale Momente. "Egal in welches Gesicht wir hier in Arendsee blicken, alle lächeln uns an. Das ist für uns viel mehr wert als Medaillen", schwärmte Talal Barnieh. Deswegen gaben die Mitglieder der syrischen Delegation dem Luftkurort den Namen "Stadt des Lächelns".

Egal in welches Gesicht wir hier in Arendsee blicken, alle lächeln uns an. Das ist für uns viel mehr wert als Medaillen.

Talal Barnieh | Leiter der syrischen Delegation

33 Olivenbäume aus 14 Provinzen

Die Syrer hatten nicht nur liebe Worte, sondern auch Geschenke aus ihrer Heimat im Gepäck. 33 Olivenbäume aus den 14 Provinzen des Landes pflanzten sie auf dem IDA Arendsee-Gelände. Die seien sogar winterhart und könnten 1.000 Jahre alt werden, erklärte Barnieh. Die Trainingsbedingungen in Arendsee seien optimal, ganz im Gegensatz zur syrischen Heimat. Der Krieg und zuletzt auch das Erdbeben im Februar 2023 hätten dem Land stark zugesetzt. 270 Trainingszentren seien komplett zerstört. Die Special Olympics Teilnehmer trainierten daher in Schulen, Gärten und Außengeländen, die noch intakt seien.

Talal Barnieh, der Leiter der syrischen Delegation, nimmt positive Erfahrungen aus Arendsee mit. Bildrechte: MDR/Carina Emig

Krieg- und Erdbebenerfahrungen

Krieg und Erdbeben haben auch die Anreise der Athleten nach Arendsee erschwert. Am längsten habe die Anreise der drei Sportler aus Aleppo gedauert, die weit mehr als 24 Stunden unterwegs waren, ehe sie im Zielort Arendsee ankamen. Alleine der Weg von Aleppo nach Damaskus habe sechs Stunden gedauert. Weiter ging es dann nach Beirut im Libanon mit dem Auto, weil durch Sanktionen das Ausfliegen aus der syrischen Hauptstadt nicht möglich sei. Der Flug führte dann über Istanbul nach Berlin und schließlich ging es mit dem Bus weiter nach Arendsee. "Nachdem wir ankamen, haben die Athleten mehr als zwölf Stunden einfach nur geschlafen", erzählte Talal Barnieh.

Special Olympics in Berlin

Am Donnerstag sind die Syrer dann von Arendsee, der Stadt des Lächelns, nach Berlin gefahren, um an den Special Olympic World Games vom 17. bis 25. Juni teilzunehmen. Erstmals richtet Deutschland die weltweit größte inklusive Sportveranstaltung aus. Es soll ein rauschendes Fest des Sports werden für mehr Anerkennung und Teilhabe. "Durch die Tage vorab in Arendsee sind wir gut erholt, konzentriert und fit", sagt Barnieh. Hoffentlich wird Berlin mit Arendsee in punkto Gastfreundlichkeit und lächelnder Gesichter mithalten können.

MDR (Carina Emig, Moritz Arand)

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