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Wie entwickelt sich die Bevölkerung bis 2030?

Sachsen-Anhalts Bevölkerung schrumpft und altert im Bundesvergleich am stärksten. Auch im europäischen Vergleich steht das Land nicht gut da. Die Bevölkerungsentwicklung hat sich allerdings etwas gefestigt. Denn: Eine massive Abwanderung wie in den Jahren nach dem Mauerfall gibt es nicht mehr. Der Wanderungssaldo zwischen Zu- und Fortzügen ist nun ausgeglichen.

Warum wird Sachsen-Anhalt älter?

Seit der Wiedervereinigung ist die Lebenserwartung um viele Jahre gestiegen. Darum steigt das Durchschnittsalter in Sachsen-Anhalt. Der Sozialgeograph Klaus Friedrich geht davon aus, dass der Wert noch mehr ansteigen wird, da auf lange Sicht noch mehr junge Leute abwandern und weniger hinzukommen werden.

Warum wird Sachsen-Anhalt kleiner?

Die Geburtenrate hat sich, nachdem sie Anfang der 1990er sehr niedrig war, wieder dem westdeutschen Niveau angeglichen. Sie liegt mit 1,55 Kindern pro Frau leicht über dem deutschen Durchschnitt. Trotz dieser demografischen Trends soll Sachsen-Anhalts Bevölkerung Berechnungen zufolge bis 2030 weiter schrumpfen. Jede Generation wird unter den derzeitigen Bedingungen um etwa ein Drittel kleiner als die jeweilige Elterngeneration, sagt Sozialgeograph Klaus Friedrich. Doch in Sachsen-Anhalt gibt es dennoch wenige Frauen im gebärfähigen Alter. Selbst eine überdurchschnittlich hohe Geburtenrate hat darum keinen großen Effekt.

Welche Schlüsse lassen sich aus den Daten ziehen?

Der Sozialgeograph Klaus Friedrich empfiehlt eine familien- und kinderfreundliche Regionalpolitik. Das bedeutet, auch kleine Schulen sollten offen gehalten werden, die Infrastruktur sollte gefördert werden. Arbeitsplätze seien zwar wichtig. Aber junge Menschen würden auch Pendelwege auf sich nehmen, wie es etwa das Beispiel Hohe Börde zeige. Dorthin seien Menschen gezogen, die zum Arbeiten nach Niedersachsen pendelten. Wie zutreffend Vorausberechnungen der Bevölkerungsentwicklung sind, hängt von mehreren Faktoren ab. Nicht berechenbar sind etwa krasse Brüche wie der Mauerfall. Auch starke Zuwanderungen, etwa durch Geflüchtete, sind nicht vorhersehbar. Grundlage für Vorausberechnungen sind aktuell vorhandene Daten, etwa die Geburten- und Sterberaten.