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Damit die Wildkatze wieder heimisch wird, pflanzen Umweltschützer Korridore zwischen den Wäldern. Bildrechte: IMAGO / blickwinkel

NaturschutzHunderte Bäume für vier Pfoten: Wildkatzenkorridor im Lossatal

12. November 2023, 17:03 Uhr

Die Wildkatze ist keine verwilderte Hauskatze. Sie streifte durch die Wälder Europas, lange bevor die Römer ihre ersten Hauskatzen mit über die Alpen brachten. Heute zählt die Wildkatze in Deutschland zu den gefährdeten Arten. Damit sie sich in Sachsen wieder ansiedeln kann, haben Umweltschützer in Nordsachsen entlang der Lossa einen Wildkatzenkorridor angelegt. Langfristiges Ziel ist, die Dübener Heide mit den Waldgebieten Dahlener Heide und Wermsdorfer Wald zu verbinden.

Viele Freiwillige haben sich gemeldet, um am Sonntag rund 1.300 Bäume und Büsche entlang des Bachlaufs der Lossa in die Erde zu bringen. Schon im vergangenen Jahr gab es in Nordsachsen zwischen der Dahlener Heide und dem Wermsdorfer Wald eine erste Pflanzaktion. Künftig soll so der europäischen Wildkatze mehr Schutz und Deckung geboten werden, auf ihrer Wanderung von einem Waldstück ins nächste.

Die Wildkatze ist eine Art, die Deckung braucht.

Almut Gaisbauer | Rettungsnetz Wildkatze Sachsen

"Die Wildkatze ist eine Art, die Deckung braucht. Wir pflanzen sogenannte grüne Wege, damit die Wildkatze wieder sicher wandern kann", erklärt die Projektleiterin vom Rettungsnetz Wildkatze Sachsen, Almut Gaisbauer. Der BUND Sachsen möchte mit dem vom Freistaat geförderten Projekt die Dübener Heide mit der Dahlener Heide und dem Wermsdorfer Wald verbinden. In ersterer ist das Tier bereits wieder gesichert heimisch geworden. Sie als Spaziergänger zu sehen, sei aber dennoch wie ein Sechser im Lotto, sagt Gaisbauer.

Freiwillige haben am Sonntag rund 1.300 Bäume und Büsche entlang des Bachlaufs der Lossa in die Erde gebracht. Bildrechte: MDR SACHSENSPIEGEL

Doch nicht nur für die Wildkatze wird gepflanzt. Auch der natürliche Flussverlauf der Lossa soll im Zuge dieses Projekts wieder hergestellt werden. Unterstützung gibt es dabei von der Familie von Carlowitz, die das Land zur Verfügung stellt und bei der Umsetzung hilft.

Man müsse einen Einklang von Natur und Mensch finden, der dauerhaft und auch wirtschaftlich funktioniere, erklärt Johannes von Carlowitz, der rund um sein Rittergut Heyda einen Agrarbetrieb führt. Letztendlich gehe es nicht nur um Artenschutz, sondern darum, Natur und biologische Vielfalt zu erhalten.

Mir macht es Spaß, draußen zu sein und für eine gute Sache zu arbeiten.

Benno Fürmann | Schauspieler

Zu den Teilnehmern der Pflanzaktion gehörte auch Schauspieler Benno Fürmann. "Ein bisschen mehr im Einklang mit der Natur sein, ist, glaube ich, das, was jeder Einzelne von uns leisten kann", findet er. Dabei sei es jedem selbst überlassen, ob er vor Ort direkt anpacke oder Zuhause private Entscheidungen zugunsten der Umwelt treffe. "Mir macht es Spaß draußen zu sein und für eine gute Sache zu arbeiten."

Heyda hat einen Wildkatzen-Lehrpfad. Bildrechte: MDR/SACHSENSPIEGEL

Zusätzlich wurde am Sonntag um den Küchenteich bei Heyda ein Wildkatzenlehrpfad errichtet. An sieben Stationen mit Infotafeln und interaktive Elementen sollen Groß und Klein in die Welt der Wildkatzen eintauchen können.

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MDR (ama)

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN | MDR SACHSENSPIEGEL | 12. November 2023 | 19:00 Uhr