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KriminalitätBrandserie in den Engelsdörfern: Was steckt dahinter? - Spurensuche in Feldengel

23. Dezember 2022, 13:57 Uhr

Seit knapp zwei Jahren lässt eine unheimliche Brandserie die Bewohner der Engelsdörfer im Kyffhäuserkreis nicht zur Ruhe kommen. Insgesamt 17 Mal musste die Feuerwehr ausrücken. Die Einheimischen sind verärgert und besorgt. Was steckt hinter der Brandserie in den Engelsdörfern? Wir haben uns auf Spurensuche in Feldengel begeben.

von Marie-Theres Engemann, MDR THÜRINGEN

Am 8. April 2021 wurde das aufgeschichtete Holz für das geplante Osterfeuer in Feldengel angezündet. Damals dachte noch kein Einheimischer daran, dass dieser Brand der Auftakt einer ganzen Serie werden würde.

Zuletzt brannten Strohballen in Holzengel, zwei Tage vorher, am 8. Dezember der Holzstapel von Beatrix Hund in Westerengel. Über den Vorfall ärgert sie sich noch heute:

Der Schaden ist gering, aber trotzdem: Es ist ja unser Herzblut was drinne steckt, erstmal da so dran zu gehen. Einfach in den Garten reinzugehen, das finde ich unverschämt und frech.

Beatrix Hund | Anwohnerin und Geschädigte

Verärgerte Anwohner treffen Sicherheitsvorkehrungen

Verärgert und genervt, dass trifft auf all diejenigen zu, die von den Bränden betroffen sind: Feuerwehr, Anwohner, Geschädigte. Aus diesem Grund, so erklärt Beatrix Hund und der Bürgermeister der Engelsdörfer Mike Löbler (parteilos), haben die Anwohner einige Vorkehrungen getroffen.

Es wurden Wildtierkameras und Fotokameras aufgestellt und viele, vor allem junge Leute, legen sich nachts auf die Lauer, in der Hoffnung doch irgendetwas zu sehen oder den Täter auf frischer Tat zu ertappen, sagt Löbler. Seine Tochter Klara, ist als Unterstützung extra in die Freiwillige Feuerwehr eingetreten:

Diese Brandserie war Grund dafür, warum ich in die Freiwillige Feuerwehr eingetreten bin. Nach dem Brand der Garage an dem großen Friedhof, war für mich der Grund, ich steig in die Feuerwehr mit ein, weil ich gesehen hab wie belastend das doch schon sein kann und hab immer Kaffee vorbeigebracht zur Verpflegung.

Klara Löbler | Mitglied der Freiwilligen Feuerwehr Feldengel

Das Muster der Brandserie

Die Feuerwehr arbeitet eng mit der Polizei zusammen. Viele Spuren verschwinden durch die Löscharbeiten, erklärt der Stadtbrandmeister der Landgemeinde Greußen, Patrick Arnold. Deshalb lassen die Kameraden hin und wieder einen Baumstumpf herunterbrennen, damit die Polizei Spuren sichern kann.

Arnold erkennt hinsichtlich der Ähnlichkeit der Brände ein klares Muster. So brenne es regelmäßig: "entweder mal sonntags, mittwochs, donnerstags oder freitags, in der Zeit zwischen 5 und 7 oder zwischen 17 und 19 Uhr", sagt Patrick Arnold.

Außerdem, so Arnold und Löbler weiter, gehe man in den Dörfern inzwischen davon aus, dass es sich um mehrere Täter handele, die ortskundig seien und sich gut mit Feuer auskennen. Begründen ließe sich dies anhand der Stellen, wo die Brände ausbrechen und wie sie gelegt werden. So bliebe beim Entzünden des Feuers immer genügend Zeit für die Täter, unentdeckt zu fliehen.

Misstrauen unter den Bewohnern weiter groß

Das Misstrauen unter den Bewohnern der Engelsdörfer ist groß und zu Weihnachten haben alle nur einen Wunsch: Dass der mutmaßliche Feuerteufel endlich gefasst wird. Zum aktuellen Stand der Ermittlungen konnte die Polizeiinspektion Nordhausen in den letzten Tagen keine Auskunft geben.

MDR (jw)

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Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Das Fazit vom Tag | 23. Dezember 2022 | 18:40 Uhr