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Über Jahre hinweg haben Neonazis in Eisenach immer wieder Spuren hinterlassen. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Verbrechen-ChronikDie Neonazis, die niemand stoppte: Prozess gegen Eisenacher "Knockout 51" startet

20. August 2023, 17:08 Uhr

Ab Montag müssen sich vor dem Thüringer Oberlandesgericht in Jena vier Mitglieder der Eisenacher Neonaziszene verantworten. Ihnen wird unter anderem die Bildung einer kriminellen Vereinigung, Landfriedensbruch und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Unter dem Namen "Knockout 51" sollen die heute zwischen 21 und 25 Jahre alten Männer Jagd auf politische Gegner gemacht haben. Wie konnte es soweit kommen? Eine Reportage-Chronik der MDR THÜRINGEN-Rechercheredaktion.

von Johanna Hemkentokrax, MDR THÜRINGEN

"Nazi-Kiez", "NS-Zone": Wer nicht aktiv weggesehen hat, dem müssen die Graffiti im Eisenacher Stadtgebiet aufgefallen sein. Manche Schriftzüge waren meterhoch und zogen sich ganze Fassaden lang, gesprüht von jungen Eisenacher Neonazis, die sich vor über acht Jahren unter wechselnden Namen lose gruppierten, sich dann immer mehr radikalisierten und bundesweit und international vernetzten.

Sie bedrohten Menschen, schürten in den sozialen Netzwerken Angst, schlugen andere Jugendliche zusammen. Sie wurden mit den Jahren immer radikaler und gewalttätiger. Schließlich bewaffneten sie sich als junge Erwachsene mit Messern und Schusswaffen, um - wie es die Bundesanwaltschaft schreibt - mit Tötungsabsicht Jagd auf Linke zu machen. Nach über acht Jahren sind vier junge Männer nun wegen der Bildung einer kriminellen Vereinigung angeklagt.

NDP-Funktionär Patrick Wieschke im Juli 2020 bei einer Kundgebung vor dem Eisenacher Rathaus. Bildrechte: dpa

Das lila Haus in der Eisenacher Katharinenstraße

Wer verstehen will, wie in Eisenach ein solch toxisches Neonazi-Biotop wachsen konnte, der kommt an Patrick Wieschke und dem "Flieder Volkshaus" nicht vorbei. Wieschke, Neonazi, Stadtratsabgeordneter und seit Jahrzehnten NPD (heute "Die Heimat")-Kader, saß unter anderem wegen Körperverletzung und der Beteiligung an einem Sprengstoffanschlag bereits im Gefängnis.

Vor Jahren legte der Rechtsextremist sein eigenes Schläger-Image ab und gab sich selbst eine bürgerliche Fassade. Er eröffnete ein Antiquariat und 2014 das so genannte "Flieder Volkshaus" als NPD-Landesgeschäftsstelle in der Eisenacher Katharinenstraße.

Das Flieder Volkshaus in Eisenach während einer Razzia. Bildrechte: MDR/Marcus Scheidel

Neonazi und Stadtrat Wieschke zog Fäden

Was die bürgerliche Fassade als Buchhändler und das biedere Image der Partei für manche Beobachter verdeckte: Wieschke scharrte schon zu diesem Zeitpunkt immer mehr Jugendliche aus Eisenach und Erfurt um sich, die zwar rechts, aber noch nicht straff organisiert waren.

Neben Parteiveranstaltungen und Volksliedersingen gab es hier Disco- und Kneipenabende, Konzerte und 2016 sogar eine "Nationale Lan-Party", also eine rechtsextreme Computerspiel-Party. Veranstaltungen, die sich ganz gezielt an die junge rechtsextreme Szene richteten, der das unscheinbare lila Haus einen Rückzugs- und Organisationsraum bot.

Auch Raymond Walk, CDU-Landtagsabgeordneter mit Eisenacher Büro, hat den Imagewechsel von Wieschke beobachtet. "In den 90er Jahren in der Außendarstellung noch offen rechtsextremistisch unterwegs, stellt er sich seit dem Verbüßen seiner Haftstrafe nach außen hin deutlich gemäßigter dar", so Walk. Wieschke habe mit der Etablierung des Fliedervolkshauses eine klare Strategie verfolgt, den Rechtsextremismus in die Bürgerschaft hineinzutragen.

Der CDU-Landtagsabgeordnete Raymond Walk Bildrechte: dpa

Tatsächlich wird im Zuge des "Knockout51"-Verfahrens aktuell auch gegen Wieschke ermittelt, auch bei ihm gab es im Zuge der bundesweiten Razzien im Jahr 2022 eine Hausdurchsuchung.

Neonazi-Konzerte und Kampfsporttraining

Die Immobilie in der Eisenacher Katharinenstraße hat sich mittlerweile zu einem wichtigen Dreh- und Angelpunkt der bundesweiten Neonazi-Szene entwickelt. Immer noch findet dort fast jeden Monat ein rechtsextremes Konzert statt. Mitglieder militantester Strukturen aus ganz Deutschland wie Hammerskins und aus den verbotenen Netzwerken Combat18/Blood & Honour gehen dort ein und aus.

Felix Steiner von der Mobilen Beratung gegen Rechtsextremismus in Thüringen (Mobit) hält die lokalen Strukturen um Patrick Wieschke und das Flieder Volkshaus für zentral bei der Entwicklung von "Knockout51". "Nicht nur, dass viele der damals jungen Neonazis bei Veranstaltungen von Wieschke erstmals auftauchten, sondern Wieschke verteidigte die Gruppe auch öffentlich bei Straftaten, gerierte sich gar als Kontaktperson", sagt Steiner.

Schließlich hätten die jungen Neonazis das Flieder Volkshaus für Treffen und Kampfsporttrainings genutzt. "Unserer Einschätzung nach wäre 'Knockout 51' ohne Patrick Wieschke und die lokalen Strukturen so nicht möglich gewesen", erklärt er weiter.

Aus Worten werden Taten

Wer waren die Jugendlichen, die Mitte der 2010er Jahre anfingen, sich im Orbit des Flieder Volkshauses zu organisieren? Unter wechselnden Namen wie "Nationale Jugend Eisenach-Wartburgkreis", "Jugendoffensive Wartburgkreis", schließlich "Nationaler Aufbau Eisenach" orientierten sich die Eisenacher Rechtsextremen an den damals unter jungen Neonazis populären so genannten "Antikapitalistischen Kollektiven". Das waren rechtsextreme Gruppierungen, die Kleidung, Symbolik und Aktionsformen beim schwarzen Block der autonomen linken Szene entlehnten. Auch mehrere der nun Angeklagten waren vor Ort dabei.

Sie propagieren eine völkische, antisemitische, rassistische Ideologie im Sinne des historischen Nationalsozialismus.

Matthias Quent | Rechtsextremismusforscher

Der Soziologe und Rechtsextremismusforscher Matthias Quent, Professor an der Hochschule Magdeburg-Stendal, bezeichnet die "Antikapitalistischen Kollektive" als ideologisch in einer Traditionslinie mit dem so genannten Strasser-Flügel in der NSDAP. Diese würden "also ein national-revolutionäres Weltbild propagieren. Und die sich stilistisch oftmals - auch das haben sie sich bei den historischen Nationalsozialisten abgeschaut - linker Symboliken, linker Inhalte bedienen, um unter dem Deckmantel von Globalisierungs- und Kapitalismuskritik im Grunde den Juden als Sündenbock konstruieren und damit eine völkische, antisemitische, rassistische Ideologie im Sinne des historischen Nationalsozialismus zu propagieren", so Quent. In diesem Umfeld bewegte sich die Eisenacher Szene - darunter nach MDR-Recherchen die aktuell Angeklagten Bastian A., Maximilian A. und Leon R.

Wer war der Strasser-Flügel in der NSDAP?Der um den führenden, aber später bei einem Richtungskampf ermordete nationalsozialistische Politiker Gregor Strasser (1892-1934) entstandene "Strasser-Flügel" galt als "linker Flügel" innerhalb der NSDAP. Die Selbstbezeichung war "Schwarze Front". Inhaltlich lehnte der Flügel den Imperialismus und eine kapitalistiche Wirtschaftsordnung ab und gestand auch anderen "Völkern" ein Existenzrecht zu. Zwar sollten diese nicht mehr unterworfen oder vernichtet werden, jedoch die eigene Nation trotzdem "gesäubert" werden. Statt an England, wie es Hitler zunächst bevorzugte, sollte sich das Deutsche Reich an die Sowjetunion außenpolitisch anlehnen. Politische Traditionen daraus setzten sich nach dem Krieg in den Theorien der "Neuen Rechten", aber auch in der NPD vor allem in Ostdeutschland fort.

Der Soziologe und Rechtsextremismusforscher Matthias Quent, Professor an der Hochschule Magdeburg-Stendal Bildrechte: MDR/Christian Werner

Die Szene vernetzten sich mit Erfurter, Baden-Württemberger und hessischen Gruppen. Diese Vernetzung sei ebenso wie die Radikalisierung immer weiter vorangeschritten, sagt Mobit-Berater Steiner. "Zunächst gab es eine lokale Vernetzung zu den NPD- und Neonazi-Strukturen rund um Patrick Wieschke, dann bundesweit durch die entstehenden Strukturen der 'Antikapitalistischen Kollektive' und dann auch zu internationalen Terrorgruppen wie der 'National Action' aus Großbritannien und darüber mutmaßlich auch zur 'Atomwaffendivision' in die USA."

Unterdessen nahm der Straßenterror gegen nicht-rechte und linke Jugendliche immer gewalttätigere Züge an. Sie wurden auf offener Straße angegriffen. Ein junger Mann wurde 2017 in seiner Wohnung überfallen und zusammengeschlagen. Zahlreiche parlamentarischen Anfragen im Thüringer Landtag haben sich in den vergangenen Jahren mit der Eisenacher Neonaziszene beschäftigt.

Neonazis von der Polizei gefesselt nach einem Aufmarsch am 1. Mai 2017, bei dem sie die Beamten angegriffen hatten. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Opfer der Neonazis schwiegen oft

Die Zahlen für die politisch motivierte Kriminalität rechts bewegten sich in der Stadt Eisenach zwischen 2015 und 2021 auf konstant hohem Niveau. Darunter eine Vielzahl von Propagandadelikten und Sachbeschädigungen, aber auch immer wieder Körperverletzungen.

Hatte die Thüringer Opferberatung Ezra 2017 neun rechte Angriffe auf Menschen in Eisenach erfasst, schnellten die Angriffszahlen 2018 hoch auf vierzehn. Manchmal wurden die Täter, darunter nach MDR-Informationen auch spätere Mitglieder von "Knockout 51", verurteilt, aber das rechte Tatmotiv nicht erkannt. Verfahren wurden eingestellt.

Man wusste: Die wollen uns töten.

Theresa Lauß | Opferberatungsstelle Ezra

Manche Opfer hätten aus Angst geschwiegen, erinnert sich Ezra-Mitarbeiterin Theresa Lauß. Sie schätzt, dass die Dunkelziffer der rechten Gewalt damals hoch war. "Die Gewalt war alltäglich. Sie konnten sich nicht sicher sein. Es gab Bedrohungen, Beleidigungen, Angriffe teils am helllichten Tag." Teils seien persönliche Todesdrohungen gegen Betroffene an Wände gesprüht worden, erzählt Theresa Lauß. "Man wusste: Die wollen uns töten."

Neonazis verbreiteten in Eisenach offensiv ihre Symbolik. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Linken-Büro immer wieder Zielscheibe

Von den Behörden und aus der Stadtgesellschaft habe es wenig Unterstützung für die Betroffenen gegeben. Symbol für die Kontinuität der rechtsextremen Szene in Eisenach sind auch die Schaufensterscheiben des RosaLuxx am Rand der Innenstadt. Das Jugend- und Wahlkreisbüro der Linken-Landtagsabgeordneten Kati Engel ist seit Jahren Zielscheibe der örtlichen Neonaziszene.

"Ich weiß ehrlich gesagt nicht, wie oft die Scheiben eingeworfen worden sind", sagt Engel. Im alten Büro habe es sogar ein Einschussloch gegeben. Nicht nur die Sachbeschädigungen machen Engel zu schaffen.

Einer meiner Mitarbeiter hat mal einen Baseballschläger auf den Kopf bekommen.

Kati Engel | Landtagsabgeordnete der Linke

"Einer meiner Mitarbeiter hat mal einen Baseballschläger auf den Kopf bekommen." Warnungen, sagt Kati Engel, seien ungehört verhallt. Die Eskalation absehbar gewesen. "Alle - Mobit, die Opferberatung Ezra, wir - alle haben seit Jahren gewarnt. Wir haben gesagt, die sind gefährlich. Sie vernetzen sich. Sie machen Kampfsporttraining. Sie bewaffnen sich. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis jemand sehr schwer verletzt wird oder sogar zu Tode kommt."

Auch auf Instagram haben die Eisenacher Neonazis keine Scheu, ihren Hass auf Migrantinnen und Migranten nach außen zu kehren. Bildrechte: Instagram

Letzte Konsequenz: Aus Eisenach wegziehen

Viele seien aus Eisenach weggezogen. Ob sie selbst Angst hat? "Ich blende das aus", sagt sie. "Sonst könnte ich in dieser Stadt nicht leben."

Einer, der weggezogen ist, ist Andreas, der eigentlich anders heißt. Anfang der 2010er Jahre wurde er in Eisenach von Neonazis brutal zusammengeschlagen. 2017 hatte er dem MDR schon einmal ein Interview zur rechtsextremen Szene in der Stadt gegeben.

"Man hat immer ein komisches Gefühl, man geht immer angespannt aus dem Haus", erzählte er damals. "Die sind einfach sehr präsent in der Innenstadt. Das ist immer ein merkwürdiges Gefühl, weil man weiß, dass sie auch sehr militant unterwegs sind."

Rückblickend würde ich mich nie wieder so lange einer solchen Gefahr aussetzen.

Andreas

Heute, sechs Jahre später, wirkt Andreas nicht überrascht von der Eskalation. Damals hätten sie die ersten martialischen Gruppenfotos in den sozialen Medien gepostet. Überall in der Stadt seien die rechtsextremen Graffiti zu sehen gewesen. "Es wirkte, als würde man versuchen, eine 'national befreite Zone' zu errichten."

Die Neonazis seien zwar nicht der Hauptgrund für sein Weggehen gewesen, sagt Andreas heute. "Aber jetzt, wo ich gemerkt habe, wie ein weitestgehend angstfreier Alltag aussehen kann, würde ich mich rückblickend nie wieder so lange einer solchen Gefahr aussetzen."

Oberbürgermeisterin: Politik und Zivilgesellschaft müssen Haltung beziehen

Hätte die Eskalation gestoppt werden können? Die Eisenacher Oberbürgermeisterin Katja Wolf (Linke) antwortet auf MDR-Anfrage ausweichend darauf, ob die Stadt stärker gegen die rechtsextreme Szene hätte vorgehen müssen: Das geltende Landes- und Bundesrecht setze den Kommunen enge Grenzen, was vor allem ordnungsrechtliche Vorgaben beträfe. "Da sind am Ende auch Polizei und Verfassungsschutz gefragt", so Wolf weiter.

Eisenachs Oberbürgermeisterin Katja Wolf Bildrechte: Stadtverwaltung Eisenach/Felix Schmitt

"Was in Eisenach aber wichtig war und ist, dass es den engen Zusammenhalt der großen Mehrheit der Stadtgesellschaft gibt. Das geht über das Engagement des Bündnisses gegen Rechts hinaus."

Auch künftig müsse der Stadtrat und die Zivilgesellschaft öffentlich konsequent Haltung gegen Rechtsextremismus zeigen und die Demokratie und Zivilgesellschaft gestärkt werden. Die NPD-Landesgeschäftsstelle sei mittlerweile als gefährlicher Ort eingestuft worden, um polizeiliche Maßnahmen zu ermöglichen.

Ab 2019: Neuer Name, brutalere Ziele

Ab 2019 tauchte "Knockout 51" als neuer Gruppenname in den sozialen Medien auf. "51" für EA - das Eisenacher Autokennzeichen. Die Mitglieder, darunter die aktuell Angeklagten, trainierten im Flieder Volkshaus unbehelligt für den Straßenkampf, einige nahmen an einschlägigen rechtsextremen Kampfsport-Events wie dem sächsischen "Tiwaz" und dem "Kampf der Nibelungen" teil. Sie stellten den Saalschutz bei Veranstaltungen im Flieder Volkshaus und fuhren zum Schießtraining nach Tschechien.

Spätestens seit April 2021 erstreckte sich das Ziel der Vereinigung auf die Tötung von Personen aus der linksextremen Szene.

Thüringer Verfassungsschutzbericht 2021

Im Thüringer Verfassungsschutzbericht 2021 wird "Knockout 51" als so genannte "rechtsextreme Kampfsportvereinigung" aufgeführt. In der Pressemitteilung des Generalbundesanwalts zur Anklageerhebung heißt es über denselben Zeitraum:

"Spätestens seit April 2021 erstreckte sich das Ziel der Vereinigung auf die Tötung von Personen aus der linksextremen Szene." So sollen die aktuell angeklagten Mitglieder laut Bundesanwaltschaft ab 2020 bei gleich mehreren großen Demonstrationen gegen die Corona-Maßnahmen Polizei und Teilnehmer der Gegenproteste angegriffen und mehrere Menschen zum Teil schwer verletzt haben.

In zahlreichen weiteren Fällen seien Menschen angegriffen und schwer verletzt worden, weil die Angeklagten ihre Stellung im so genannten "Nazi-Kiez" Eisenach hätten behaupten wollen. Die Bundesanwaltschaft hatte "Knockout 51" zunächst als kriminelle und terroristische Vereinigung angeklagt.

Rädelsführer Rolle im Fall Lina E.

Letzteren Teil der Anklage hatte das Thüringer Oberlandesgericht zum am Montag begonnenen Prozess nicht zugelassen. Leon R., dem die Bundesanwaltschaft die Rädelsführerschaft der Gruppe vorwarf, hatte 2019 die rechtsextreme Szenekneipe "Bull's Eye" übernommen, die im selben Jahr mutmaßlich durch Mitglieder der linken Szene angegriffen wurde.

Trotz Ermittlungen keine Ruhe in Eisenach

Leon R. sagte im Dresdner Prozess gegen jene Gruppe als Zeuge aus. Am Tag nach dem Angriff fand im "Bulls Eye" eine so genannte "Überfall-Party" statt. Ein Video der heiter feiernden Rechtsextremisten posteten diese selbst in den sozialen Medien. Wegen seiner mutmaßlichen Kontakte zur rechtsterroristischen Atomwaffen-Division laufen gegen R. weitere Ermittlungen. Er und drei weitere "Knockout 51"-Mitglieder sitzen seit den Razzien gegen die Gruppe im April 2022 in Untersuchungshaft. Es gibt Ermittlungen gegen mutmaßliche Unterstützer.

Doch Ruhe ist in Eisenach nicht eingekehrt. Im Februar tauchten Neonazi-Aufkleber in der Stadt auf, auf denen ein Mitarbeiter von Kati Engel namentlich bedroht wird. "Rohrpost für P." heißt es über dem Bild eines Mannes mit angelegter Maschinenpistole.

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MDR (dst)

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Nachrichten | 21. August 2023 | 12:02 Uhr

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