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In Großbritannien zeigte sich ein Zusammenhang zwischen Asthma-Anfällen und der Lockerung der Corona-Maßnahmen ab April 2021. (Symbolbild) Bildrechte: IMAGO/PantherMedia

Covid-19Nach Aufhebung der Corona-Beschränkungen: Risiko für Asthma-Anfälle hat sich verdoppelt

Stand: 25. November 2022, 12:38 Uhr

Seit dem Ende der Covid-19-Restriktionen sind in Großbritannien zweimal so viele Asthma-Anfälle wie zuvor aufgetreten. Dies könnte mit dem selteneren Tragen von Masken und engeren sozialen Kontakten zusammenhängen.

Asthma gehört weltweit zu den häufigsten Atemwegserkrankungen. Global gesehen leiden mehr als 300 Millionen Menschen an der Krankheit, die oft durch allergische Reaktionen ausgelöst wird und zu Atemnot, Husten und einem Gefühl der Enge in der Brust führen kann. In Deutschland sind laut dem Gesundheitsatlas der AOK rund 3,5 Millionen Menschen Asthmatiker, in Großbritannien bei geringerer Bevölkerungszahl sogar mehr als fünf Millionen.

Dort haben Forschende der Queen Mary's University nun untersucht, wie sich die Zahl der Asthma-Anfälle seit Beginn der Lockerungen der Corona-Beschränkungen im April 2021 entwickelt hat. Dazu wurden die Daten von 2.312 Asthmatikern analysiert, die zwischen November 2020 und April 2022 an der "Covidence UK Study" der Uni teilgenommen hatten. Das Ergebnis: Im April 2021 gaben 1,7 Prozent der Studienteilnehmer an, im Vormonat einen schweren Asthma-Anfall erlitten zu haben. Im Januar 2022 hatte sich ihr Anteil auf 3,7 Prozent mehr als verdoppelt. Eine weitere Erkenntnis der Studie war, dass Covid-19 Asthma-Anfälle nicht häufiger auslöst als andere Atemwegserkrankungen.

Korrelation, aber keine Kausalität nachgewiesen

Die Wissenschaftler betonen, dass es sich dabei um eine beobachtende Untersuchung handelt - also nur eine zeitliche Korrelation, aber keine Kausalität zwischen der Aufhebung der Corona-Beschränkungen und dem Anstieg bei den Asthma-Anfällen nachgewiesen werden konnte. "Aber unsere Befunde stärken die Vermutung, dass bestimmte Elemente der Corona-Maßnahmen – etwa das Tragen von Gesichtsmasken – dabei helfen könnten, auch künftig die Verbreitung von Atemwegserkrankungen zu reduzieren", erklärt der Studienautor Prof. Adrian Martineau.

cdi

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