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Weltall-GruselSchaurig-schöne Hubble-Halloween-Bilder

von Patrick Klapetz

Stand: 31. Oktober 2020, 09:50 Uhr

Die Nacht der lebenden Toten steht vor der Tür: am 31. Oktober ist Halloween. Wenn nicht gerade Corona ist, dann ziehen vor allem in Amerika, aber auch immer mehr in Deutschland, verkleidete Kinder von Tür zu Tür und rufen "Süßes oder Saures?" (engl. "trick or treat"). Der Tag vor Allerheiligen ist zur Tradition geworden. Ähnlich wie die alljährlichen Halloween-Bilder der Weltraumbehörden.

Dies ist eine Momentaufnahme des Hubble-Weltraumteleskops der frühen Stadien einer Kollision zwischen zwei Galaxien, die einem Halloween-Kürbis ähnelt. Bildrechte: NASA / ESA / W. Keel (University of Alabama)

Am 1. November ist Allerheiligen. Doch bei einigen dürfte der Tag davor eine größere Bekanntheit haben. Zumindest die Traditionen. Zu Halloween, dem 31. Oktober, verkleiden sich vor allem Kinder als Skelette, Hexen und andere grusligen Gestalten. Wenn nicht gerade Corona ist, ziehen sie von Tür zu Tür und fragen nach Süßigkeiten. Wer keine gibt, dem darf ein Streich gespielt werden. Und beim Gruselspaß ist auch die US-Weltraumbehörde NASA gern dabei. Wie jedes Jahr, veröffentlicht sie auch dieses Jahr ihr ganz spezielles Halloween-Weltraumfoto.

Greater Pumpkin, der grössere Kürbis

Dieses Jahr ist es der "Greater Pumpkin", der gewaltige Kürbis. Das aufgenommene Galaxienpaar umfasst 100.000 Lichtjahre. Die beiden Punkte beschreibt die NASA als "leuchtende" Augen des "Kürbis". Dabei handelt es sich um die beiden planetaren Galaxiennebel NGC 2292 und NGC 2293. In ihren Zentren befindet sich jeweils ein supermassereiches Schwarzes Loch.

Wie genau diese Weltraumkonstellation entstanden ist, erklärt die NASA mit der Hilfe von Spiegeleiern: "Wenn Sie zwei Spiegeleier miteinander mischen, erhalten Sie etwas, das Rührei ähnelt. Gleiches gilt für Galaxienkollisionen im gesamten Universum. Sie verlieren ihre abgeflachte Spiralscheibe und die Sterne werden in ein fußballförmiges Raumvolumen verwandelt, das eine elliptische Galaxie bildet."

Der grinsende Mund des imaginären Kürbisses wird durch die neu entstandenen Sterne sichtbar. Um das Bild aufzunehmen, musste das Weltraumteleskop Hubble in das Sternbild Großer Hund (Canis Major) schauen. Dessen hellste Sterne liegen etwa 120 Millionen Lichtjahre von der Erde entfernt.

Hubble-Kalender 12 Monate - 12 faszinerende Bilder

Januar: 2014 führten Astronomen eine Studie mit dem Titel Ultraviolette Abdeckung des Hubble Ultra Deep Field-Projekts durch. Dieses Bild ist das Ergebnis von 841 Umlaufbahnen der Beobachtungszeit des Teleskops und enthält ungefähr 10.000 Galaxien. Bildrechte: ESA/Hubble
Februar: Ein farbenfrohes Bild aus dem Jahr 2015 zeigt einen kleinen Ausschnitt des Schleiernebels, bekannt als NGC 6960. Diese hell gefärbte Wolke aus glühenden Trümmern befindet sich ungefähr 2.100 Lichtjahre von der Erde entfernt und erstreckt sich über ungefähr 110 Lichtjahre. Bildrechte: ESA/Hubble
März: Ein spezielles Bild von IRAS 14568-6304 zeigt einen jungen Stern, der in einen Dunst aus goldenem Gas und Staub gehüllt ist. Er scheint eingebettet zu sein in einen faszinierenden Swoosh aus dunklem Himmel, der sich durch das Bild krümmt und den Himmel dahinter verdeckt. Bildrechte: ESA/Hubble
April: Eine der größten Ansammlungen heißer, massereicher und heller Sterne in der Milchstraße ist der Sternhaufen Trumpler 14. Ein Hubble-Bild aus dem Jahr 2016 hat den Sternhaufen eingefangen, in dem sich einige der leuchtendsten Sterne unserer Galaxie befinden. Bildrechte: ESA/Hubble
Mai: Ein Schnappschuss von 2011 zeigt das feine Detail und die außergewöhnlich perfekte Spiralstruktur von NGC 634, die sich 250 Millionen Lichtjahre entfernt im Sternbild Triangulum - Dreieck - befindet. Bildrechte: ESA/Hubble
Juni: Das 2011 zusammengesetzte Bild von Sh 2-106 zeigt eine kompakte Sternentstehungsregion im Sternbild Cygnus (Schwan), die zwei im Infrarotlicht aufgenommene Bilder kombiniert und eines, das auf eine bestimmte Wellenlänge des von angeregtem Wasserstoffgas emittierten sichtbaren Lichts abgestimmt ist. Bildrechte: ESA/Hubble
Juli: Ein 2018 zusammengesetztes Bild des Planeten Saturn wird mit sechs seiner 82 bekannten Monde dargestellt: Dione, Enceladus, Tethys, Janus, Epimetheus und Mimas. Bildrechte: ESA/Hubble
August: Die in NGC 5189 sichtbare Struktur ist besonders dramatisch, und ein Hubble-Bild von 2012 enthüllte neue Details des Objekts. Die komplizierte Struktur des Sternausbruchs sieht aus wie ein riesiges und buntes Band im All. Bildrechte: ESA/Hubble
September: Eine farbenfrohe und mit Sternen übersäte Ansicht der Milchstraße wurde 2016 aufgenommen, als Hubble seine Kameras auf das Sternbild Schütze richtete. Bildrechte: ESA/Hubble
Oktober: Im Januar 2002 wurde ein mäßig dunkler Stern namens V838 Monocerotis im Sternbild Monoceros - Einhorn - plötzlich 600.000-mal heller als unsere Sonne. Ein Hubble-Schnappschuss zeigt bemerkenswerte Details in den Staubschalen, die sich während des Ausbruchs des Titansterns entwickelten. Bildrechte: ESA/Hubble
November: Hubble hat 2011 eine atemberaubende Nahaufnahme eines Teils des Tarantula-Nebels aufgenommen. Dies ist eine sternförmige Region, die reich an ionisiertem Wasserstoffgas in der großen Magellanschen Wolke ist, einer kleinen Galaxie, die an die Milchstraße angrenzt. Bildrechte: ESA/Hubble
Dezember: Das Hubble-Teleskop enthüllte einen Regenbogen von Farben im sterbenden Stern IC 4406 in einem schönen Bild von 2002. IC 4406 weist wie viele andere Planetennebel ein hohes Maß an Symmetrie auf. Die linke und rechte Hälfte des Nebels sind fast spiegelbildlich zueinander. Bildrechte: ESA/Hubble

Unheimliche Totenkopfnebel

Ein weiteres gruseliges Foto stammt von der europäischen Raumfahrtbehörde ESA: ein unheimlicher, totenkopfförmiger Nebel, der im Sternbild Walfisch (Cetus) zu finden ist. Es handelt sich um NGC 246.

Ein planetarischer Nebel hat übrigens nichts mit Planeten zu tun. Es ist eine spezielle Kategorie von Nebeln, deren Form an Planeten erinnert. Tatsächlich bestehen sie aus einer Hülle von Plasma und Gas. Diese Stoffe wurden von einem alten Stern abgestoßen, der sich am Ende seiner Lebenszeit befand. Planetarisch ist diese Art von Nebeln also ganz und gar nicht – die historische Bezeichnung hat man aber beibehalten.

Der unheimliche Totenkopfnebel des planetarischem Nebels NGC 246 wird in dem neusten Bild mit Rosa- und Rottönen dargestellt. Das Bild wurde am 30. Oktober 2020 von der ESO, der Europäischen Südsternwarte, veröffentlicht. Bildrechte: ESO

Um das 1.600 Lichtjahre entfernte Objekt abzulichten, hat man das "Very Large Telescope" (VLT) von der Europäischen Südsternwarte (ESO) verwendet. Obwohl man das Objekt bereits seit 1785 kennt, wurde es erst 2014 erfasst und in eine Datenbank aufgenommen.

Der Totenkopfnebel ist das Überbleibsel eines längst toten Sterns. "Er entstand, als ein sonnenähnlicher Stern im hohen Alter seine äußeren Schichten ausstieß und seinen entblößten Kern – einen Weißen Zwerg – hinterließ, einen von zwei Sternen, die im Zentrum von NGC 246 zu sehen sind", heißt es in der Bildveröffentlichung von ESO. Es ist der erste planetarische Nebel seiner Kategorie, von dem man weiß, "dass er mit einem Paar eng verbundener Sterne assoziiert ist, die von einem dritten äußeren Stern umkreist werden."

Schrecklich schöne Sonnenfratze

Nicht nur gruselige Galaxien gibt es zu Halloween. Auf einem Instagram-Account der NASA ("explorenasa") grüßt uns eine schrecklich schöne Sonnenfratze. Um ein besonders halloweenähnliches Erscheinungsbild zu erzielen, wurden zwei Sätze von Wellenlängen miteinander kombiniert. Es handelt sich um Wellenlängen mit 171 und 193 Angström. Angström ist eine Maßeinheit für die Wellenlängen des Lichts, die nach dem schwedischen Physiker und Astronom Anders Jonas Angström benannt wurden. Sie leuchten in Gold und Gelb.

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Übrigens: Auch ein anderes Ereignis lässt dieses Halloween schaurig erscheinen. Am 31. Oktober ist Vollmond – und bereits der zweite im Oktober. Deswegen wird er auch Blue Moon genannt.

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