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Neue TechnologienScience Fiction in der Medizin wird Realität

01. Februar 2020, 15:00 Uhr

Miniroboter, die Medikamente im Körper verteilen oder vom Ohr gesteuerte Handprothesen - die Medizin hat die Science Fiction teilweise schon überholt. Nun gibt's zwei neue Entwicklungen, die die Arbeit der Ärzte revolutionieren könnten: Einen Assistenzroboter für Chirurgen und die Kombination von MRT- und Röntgen-Bildgebung.

Es ist eine der Szenen, die wohl am meisten in Erinnerung bleibt, nachdem man den Film "Prometheus" aus der "Alien"-Reihe gesehen hat: Die Wissenschaftlerin Elizabeth Shaw entdeckt, dass sie mit einem Alien "schwanger" ist. Den sicheren Tod vor Augen entscheidet sie sich, das Monster unter immensen Schmerzen selbst per Kaiserschnitt zu entfernen - mithilfe eines Operationsroboters, der den Schnitt durchführt und auch wieder zunäht.

Noomi Rapace spielt im Hollywood-Film "Prometheus" (2012) Elizabeth Shaw, die sich mit einem Roboter selbst operiert. Bildrechte: imago/Prod.DB

Zittern der Chirurgen soll verringert werden

Forscher aus den Niederlanden sind einer solchen Technik nun ein Stück nähergekommen. Wie sie in ihrer im Fachmagazin "Nature Communications" veröffentlichten Studie berichten, haben sie ein System namens MUSA entwickelt: Chirurgen sollen dadurch bei der Operation an kleinen Gefäßen unterstützt werden. Dieser Assistenzroboter wurde nun erstmals an Menschen getestet und soll vor allem die Zitterbewegungen der Chirurgen verringern.

Für die Erprobung operierte ein erfahrener Arzt bei 20 Patienten die Lymphgefäße, die durch Brustkrebsoperationen angeschwollen waren. Zwölf Operationen wurden manuell ausgeführt, acht mit der Unterstützung von MUSA und hinterher sowohl die Patienten als auch der Chirurg befragt. Das Ergebnis: Die neue Methode ist zwar anwendbar, wurde aber nicht besser als der herkömmliche Eingriff bewertet.

Die MUSA Roboter-Plattform für den Einsatz in der Chirurgie. Bildrechte: MicroSure

Von Experten kommen unterschiedliche Bewertungen. Das Zittern, das der Roboter ja verringern soll, sei nicht das entscheidende Problem in Mikrochirurgie und könne durch genug Erfahrung der Chirurgen ausgeglichen werden, sagt etwa Christian Taeger, der am Universitätsklinikum Regensburg arbeitet. Positiver äußert sich Raymund Horch vom Universitätsklinikum Erlangen: "Die vorliegende Studie ist durchaus interessant, weil sie ein klassisches Problem der Mikrochirurgie untersucht und dieses verbessern möchte."

Röntgen wird mit MRT kombiniert

An einer anderen Neuheit forschen derzeit Wissenschaftler vom Universitätsklinikum Freiburg zusammen mit der Siemens-Tochterfirma Healthineers. Bei dem Projekt, das das Bundesbildungsministerium mit mehr als 3,3 Millionen Euro fördert, geht es um eine Verbindung der beiden Technologien Magnetresonanztomografie (MRT) und Röntgenbildgebung. Mit dem neuartigen Verfahren sollen Tumoren und Metastasen in der Leber besser behandelt werden können.

Das funktioniert so: Die weicheren Lebergewebe werden per MRT dargestellt, die härteren Strukturen mit Röntgenaufnahmen. Am Ende können bestimmte Eingriffe an der Leber, bei denen Instrumente per Bildkontrolle gesteuert werden, präziser durchgeführt werden. Derzeit sei die Behandlung von Leberkrebs das Ziel, in Zukunft könnten auch andere Körperregionen behandelt werden, erklärt der Forschungsgruppenleiter Maxim Zaitsev.

cdi