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Blühende Bergenien: Das Farbspektrum umfasst Weiß-, Rosa- und Pinktöne. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Frühblüher mit wintergrünem LaubBergenie: Die bienenfreundliche Staude pflanzen und pflegenBergenia cordifolia und Hybriden; Altai-Bergenie, Elefantenohr

14. Juni 2024, 13:00 Uhr

Pflegeleichte Blume, Nahrungsquelle für Hummeln, Bodendecker und Balkonpflanze: Die Bergenie ist ein extrem vielseitiger Frühblüher. Ob in der Sonne oder im Schatten, die wintergrüne Staude schmückt unkompliziert den Garten. Wie Sie Bergenien pflanzen und pflegen und welche Sorte besonders empfehlenswert ist, das erfahren Sie hier.

Die Bergenie gilt als sehr vielseitig und nahezu unverwüstlich. Sie gedeiht an sonnigen Standorten, aber auch im Schatten. Sie ziert den Steingarten, fasst Beete ein und kann sogar Rhododendron begleiten. Toll wirkt sie zum Beispiel in Kombination mit Gräsern als Unterpflanzung von Bäumen und Sträuchern. Selbst in einen winterharten Kübel für Balkon und Terrasse kann sie gepflanzt werden. Höhere Sorten liefern Schnittblumen und schmucke Blätter für die Vase. Kurzum, die Bergenie ist eine Staude für fast alle Fälle.

Aussehen der Bergenie

Die genügsame Pflanze blüht je nach Standort ab Ende März bis Mai. Bei ihren Blüten handelt es sich um Trugdolden, die je nach Sorte in Schattierungen von Rosa, aber auch in Weiß oder Purpurrot blühen. Mit den hoch aufragenden Blütenglöckchen werden Bergenien etwa 30 Zentimeter groß. Ihre Blätter sind ledrig und wintergrün, das heißt sie sterben im Herbst nicht ab. Das Laub breitet sich eher flach auf dem Boden aus. Bei einigen Sorten wechselt die grüne Farbe des Laubes im Winter zu leuchtendem, tiefem Rot.

Die Sorte 'Herbstblüte' verdankt ihren Namen einer besonderen Eigenschaft: Nach der ersten Blüte im Frühjahr blüht die Staude im Herbst häufig ein zweites Mal. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Geeignete Standorte für Bergenien

Bergenien sind unkompliziert im Hinblick auf ihren Standort. Im Schatten blühen sie jedoch weniger üppig. Auch an den Boden stellen sie wenige Ansprüche, sogar Trockenheit wird vertragen. Nur allzu nass und schwer sollte der Untergrund nicht sein. Sie gedeihen in Rabatten, Steingärten, Trögen und Kübeln, an Trockenmauern, Dachgärten, unter Bäumen und sogar am Ufer von Bächen oder Teichen. In der Nähe des Wassers legen sie allerdings Wert auf trockene Füße, einen sumpfigen Standort vertragen sie nicht. Ein lockerer, nicht zu schwerer Boden, der reich an Humus ist, hilft Bergenien, sich gut zu entwickeln.

Die Bergenie blüht im Frühjahr schon ganz üppig und wenn es jetzt noch mal richtig kalt wird und friert oder schneit, macht ihr das nichts aus. Das übersteht sie gut. Auch auf dem Balkon oder in einem Kübel gepflanzt, hält sie den Winter durch.

Brigitte Goss, Gärtnerin und Gartenfachberaterin

Bergenien pflegen: Staude für "Faule"

Die Bergenie ist anspruchslos und braucht keine spezielle Pflege. Geben Sie Ihren Pflanzen einfach Zeit zum Wachsen. Strenge Fröste können den Blättern schaden, doch Bergenien treiben im Frühling in der Regel wieder neu aus. Eine Decke mit Laub oder etwas Kompost schützt die Bergenie in Jahren mit Kahlfrösten. Sollten die Blätter mal nicht mehr ansehnlich sein, können Sie sie im Frühjahr ausputzen oder zurückschneiden.

Aufmerksamkeit ist geboten, falls die Blätter vom Rand her angefressen wirken und ausgebuchtet sind. Verursacher dieser Schäden kann zum Beispiel der Dickmaulrüssler sein. Mit speziellen Nematoden gegen den Schädling kann entgegengewirkt werden.

Vermehrung und Teilen von Bergenien

Vermehrt werden die Stauden einfach durch Teilung. So können sie auch verjüngt werden. Wenn die Pflanzen nach einigen Jahren nicht mehr schön aussehen, weil sie zu dicht gewachsen sind, hilft folgender Tipp: Graben Sie im Frühsommer nach der Blüte die gesamten Pflanzengruppe aus. Teilen Sie die Bergenien dann und pflanzen Sie die Stücke mit gesunden, kräftigen Blättern an anderer Stelle in frischer Erde wieder ein.

Bergenien sind unkompliziert im Hinblick auf ihren Standort. Sie wachsen an sonnigen, aber auch an schattigen Plätzen und lassen sich daher vielseitig einsetzen. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Auf einen Blick
HeimatRussland
PflanzenfamilieSteinbrechgewächse (Saxifragaceae)
WuchsBergenien haben große, ledrige Blätter, die in Horsten zusammenstehen. Die Blütenstände schweben an langen Stielen bis zu 20 Zentimeter darüber. Höhe: 20 bis 50 Zentimeter, Breite: 35 bis 50 Zentimeter
Blütenfarbeje nach Sorte weiße, rosafarbene, pinke oder purpurrote Blüten
BlütezeitMärz bis Mai
Standortsonnig bis schattig
Bodenfast alle Böden (bis auf sehr schwere, tonhaltige oder nasse) werden vertragen; durchlässiger, nährstoff- und humusreicher Untergrund bevorzugt
Winterhartja
Mehrjährigja
Besonderheiteninsektenfreundlich, vielseitig einsetzbar, auch für ausreichend große, winterharte Kübel und Tröge geeignet
Empfehlenswerte Sorte'Herbstblüte': Blüten in kräftigem Rosa; blüht zuverlässig ein zweites Mal im Herbst

Diese Stauden passen in den Gräsergarten

Ein echtes Highlight im Gräsergarten sind die kleinen lila Blütenbälle des Allium (Allium senescens). Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Die rosarote Blüte der Anemone 'Serenade' sollte in keinem Gräsergarten fehlen. Ihre romantischen, verspielten Blüten kommen vor einem Hintergrund mit dichten Halmen besonders gut zu Geltung. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Auch die zarten Blüten der Gaura passen perfekt zu den im Wind wiegenden Grashalmen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Gräser bringen Struktur in den Garten. Der Blaustrahl-Wiesenhafer (Helictotrichon sempervirens 'Saphiersprudel') lockert zwischen den weißen Echinazeablüten (Purpurea 'milkshake') das Beet auf. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Einen richtigen Teppich bilden Japangras (Hakonechloa macra) und Schönaster (Kelimeris incisa 'Madiva'). Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Je nach gewünschter Stimmung gibt es Schönastern in verschiedenen Farben und Wuchshöhen. (Kalimeris incisa 'Madiva') Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Blickfang im Gräsergarten - die orangefarbenen Blüten der Sonnenbraut (Helenium 'Moerheim Beauty'). Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Eine unkomplizierte Begleitpflanze für Gräser ist auch die gelbe Rudbeckia (R. fulgida 'Goldsturm'). Die Staude kann auch Trockenheit gut wegstecken. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Manchmal soll einfach der Hintergrund wirken oder hochwachsende Gräser wie hier das Zebragras im Skulpturenpark des Egaparks Erfurt. Als niedrigwachsende Vorpflanze eignet sich zum Beispiel die Bergenia 'Margery Fish', die eine rosarote Blüte bildet. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Oder auch diese warzige Berberitze (Berberis verruculosa 'Nana') mit den kleinen gelben Blüten ist ein schöner Bodendecker im Gräsergarten. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Die großen, tellerförmigen Blätter des Tafelblattes (Astilboides tabularis) fangen den Regen auf und bringen Struktur aufs Beet. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Malerisch: Hinter den  Gräsern wachsen hier Weidenblättrige Sonnenblumen (Helianthus orgyalis). Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Quellen: MDR Garten; Gartenfachberaterin Brigitte Goss/uka

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 16. Juni 2024 | 08:30 Uhr