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Inzwischen gibt es viele Sorten für den Kleingarten. Bildrechte: Colourbox.de

Königinnen auf dem WasserSeerosen pflanzen und pflegen

Stand: 06. Dezember 2021, 13:57 Uhr

Seerosen sind eine sehr alte Pflanzenfamilie. Es gab sie schon, als noch Dinosaurier unterwegs waren. Es gibt viele tropische Seerosen, die winterhart sind und sich ganz einfach im eigenen Garten anbauen lassen. Hier erklären wir, wie die Pflanzen in den Teich kommen und wie sie gepflegt werden.

Seerosen wurden bis Mitte des 19. Jahrhunderts vor allem in großen Parks kultiviert. Damals waren sie extrem starkwüchsig und hatten viel Blattmasse. Diese war nötig, damit sie auch in einem kleineren Teich gedeihen konnten. Ein französischer Züchter kreuzte dann heimische mit tropischen Seerosen und schaffte so die Grundlage dafür, dass sich Seerosen inzwischen auch in vielen Privatgärten wohl fühlen. Sogar tropische Sorten lassen sich hier anbauen, nicht nur im Teich, sondern auch im Kübel.

Pflanzensteckbrief
FamilieSeerosengewächse (Nymphaeaceae)
VorkommenEuropa
StandorteTeiche, Seen, Meeresbuchten, langsam fließende Flüsse
Wuchshöhe50 bis 300 cm
PflanzzeitEnde Mai bis August
Bodenweich, nährstoffreich
Blütebunt, klein bis großblütig je nach Sorte
BlütezeitMai bis September
VermehrungAussaat, Teilung
Winterhartviele Sorten sind winterhart
Besonderheitengiftig, Heilpflanze

Seerosen-Sorten

Bei den Seerosen unterscheidet man winterharte und tropische Sorten. Einige tropische Sorten blühen nur in der Nacht und schließen gegen 10 Uhr am nächsten Morgen ihre Blüten wieder. Winterharte Sorten sind unkompliziert und können das ganze Jahr lang im Teich bleiben. Etwas mehr Pflege brauchen die tropischen Seerosen, aber sie belohnen die Mühe mit einer vielfältigen, farbenreichen Blüte. Sie bilden auch mehrere Blüten gleichzeitig aus. Eine einzelne Seerose blüht bis zu fünf Tage lang.

Ausflug zum Gartenteich So schön blühen die Seerosen: Sorten vorgestellt

Die hellgelbe Seerose Denver ist winterhart. Sie entwickelt nacheinander Blüten, die herrlich duften. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Seerosen müssen nicht im Teich wachsen. Auch in einer Schale oder einem Kübel ist das möglich. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Die winterharte Seerose Darwin. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Die Seerose Panama Pacific gehört zu den tropischen Sorten. Diese bilden mehrere Blüten gleichzeitig, müssen aber drinnen überwintert werden. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Diese Seerose hat Christian Zilinski aus Thailand mitgebracht. Besonders schön ist das zweifarbige Blatt. Einen Namen hat sie noch nicht. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Fast alle Seerosenblüten duften sehr gut. So auch Greggs Orange Beauty. Ihr Geruch mag manchen dabei ein wenig an die Duftkompositionen der Weichspülerhersteller erinnern. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Die Kapseerose ist eine Wildart. Sie kommt ursprünglich aus Afrika, danach trägt sie auch ihren Namen. Mit dieser Wildseerose wurden viele Sorten gezüchtet. Sie hat das ganze Farbspektrum für die tropischen Seerosen beeinflusst. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Kapseerosen gibt es in vielen Farben, in blau und pink, gelb und weiß. Sie sind sehr widerstandfähig. Selbst im ausgetrockneten Sand überlebt die Knolle und treibt bei Feuchtigkeit wieder aus. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Die Kapseerose bildet dichtes Laub auf dem Wasser. In Afrika verstecken sich die Krokodile darunter. Hierzulande sind Kapseerosen nicht winterhart. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Am einfachsten ist es, die Knolle in einem Schraubglas mit Sand aufzubewahren. Das Laub muss aber vollständig entfernt werden! Das Glas kann im Keller stehen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Beim Anpflanzen verhindert ein Seerosenblatt auf dem Boden des Topfes, dass die Erde ausgespült wird. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Seerosendünger gibt es als Tab. Für einen guten Start wird Langzeitdünger im Frühjahr im Topf platziert. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Auch dem Team haben die Dreharbeiten am Seerosenteich im egapark Erfurt Spaß gemacht. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Standort und Pflege

Seerosen bevorzugen einen sonnigen Platz. Der Boden sollte sandig bis lehmig sein. Wichtig ist, dass er keinen Humus enthält. Humus würde sich unter Wasser zersetzen, Faulgase bilden und die Wurzeln der Seerosen schädigen.

Seerosen brauchen viele Nährstoffe, sie sollten deshalb im Frühjahr für einen guten Start einmalig mit einem Langzeitdünger versorgt werden. Im Handel gibt es Düngetabs, die kompakt in die Erde gesteckt werden können. Streudünger eignet sich nicht, da er weggespült wird. Über das Jahr empfehlen Experten, Seerosen einmal im Monat einen Blühdünger zu geben. Auch diesen gibt es als Tablette.

Seerosen pflanzen

Seerosen werden von Ende Mai bis August gepflanzt. Danach hat die Pflanze nicht mehr genug Zeit anzuwachsen und Wurzeln auszubilden. Je wärmer das Wetter ist, desto besser entwickeln sich Seerosen. Oft schaffen es die Pflanzen noch im gleichen Jahr zu blühen. Kleine Knollen sollten in einem Topf auf der Fensterbank vorgezogen werden. Wer jetzt noch pflanzt, darf noch mit einer Blüte im selben Jahr rechnen.

Seerosen im Winter           

Tropische Sorten können in einem hellen Wintergarten bei 15 bis 18 Grad Celsius überwintert werden. Sie können in einer großen Schale oder Wanne mit Wasser aufbewahrt werden. Aber auch in einem Schraubglas mit feuchtem Sand ist die Knolle gut aufgehoben. Wichtig ist aber, dass alle Blätter entfernt sind, sonst schimmelt die Pflanze.

Seerose für den Kübel

Eine Seerose braucht nicht unbedingt einen Teich. Es gibt auch kleinwüchsige Sorten, die man im Kübel oder einer flachen Schale anpflanzen kann. Der Durchmesser des Gefäßes sollte mindestens 60 Zentimeter sein, die Höhe mindestens 30 Zentimeter. Solche flachen Gefäße sind ideal, da sich das Wasser sehr schnell erwärmt.

In einer Schale kommen Seerosen auf den Balkon. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 19. Dezember 2021 | 08:30 Uhr