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Birnengitterrost kann einen Birnbaum schwächen und die Ernte verringern. Auslöser der Krankheit ist ein Pilz, der seinen Hauptwohnsitz auf fremdländischen Wacholder-Arten hat. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

KrankheitWas tun gegen Wacholderblasenrost und Birnengitterrost?Gymnosporangium sabinae

Stand: 30. Januar 2022, 08:30 Uhr

Hinter Wacholderblasenrost und Birnengitterrost verbirgt sich eine Pilzerkrankung mit zwei Namen. Ab Februar kann der Rostpilz von fremdländischen Wacholder-Arten auf Birnbäume übergehen. Doch was kann ich gegen die Baumkrankheit tun? Gartenexpertin Brigitte Goss empfiehlt, den Lebenszyklus des Pilzes zu unterbrechen - und beim Kauf von Birnbäumen auf die Sortenwahl zu achten.

Mit Birnen verbinden die meisten Gartenbesitzer die Frage: "Was kann ich gegen den Birnengitterrost tun?" Wacholderblasenrost und Birnengitterrost sind eine Pilzerkrankung mit zwei Namen. Je nachdem, welches Gehölz sie gerade befällt, variiert diese Krankheit. Der Pilz schwächt seinen Wirt.

Eine Maßnahme ist, den Lebenszyklus des Schädlings zu unterbrechen. Der Rostpilz siedelt sich vor allem auf asiatischen Wacholder-Gewächsen an und wandert von dort im Frühjahr auf Birnbäume. Würden diese Ziergehölze aus Gärten und Parks verschwinden, würde dies die Birnbäume deutlich entlasten. Denn der schädliche Pilz könnte sich nicht mehr so leicht verbreiten.

Mit Birnengitterrost befallene Birnbaumblätter: Der Pilz, der diese Krankheit verursacht, wechselt die Wirtspflanze. Im Frühjahr geht er von Wacholder-Gewächsen auf Birnbäume über. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Vom Wacholderblasenrost zum Birnengitterrost

Die "Hauptwohnsitze" des Wacholderblasenrosts sind der Chinesische Wacholder (Juniperus chinensis), der Sadebaum (Juniperus sabina) und andere Sorten fremdländischer Wacholder-Arten. Der Pilz steckt dauerhaft im Holz dieser Gehölze.

  • Etwa ab Februar wird der Wacholderblasenrost lebendig, dann bilden sich an den dicken, verborgenen Ästen Ausstülpungen, die sich bald orange oder gelb färben. Dies ist das Zeichen, dass sich winzige Sporen millionenfach und kilometerweit durch die Luft auf den Weg machen.
  • Je nach Witterung ist ab Februar bis März die Zeit, in der der Pilz umzieht und sich vom Wacholderblasenrost in den Birnengitterrost verwandelt. In der Gärtnersprache heißt das Wirtswechsel. Nicht wenige Sporen finden dann auf Birnenbäumen den Nährboden, um sich dort als orangefarbenen Flecken auf den Blättern bemerkbar zu machen.
  • Im Laufe des Sommers bilden sich auf der Blattunterseite Ausstülpungen, die im Juli/August Sporen entlassen. Sie können dann die wiederum empfindliche Wacholder-Arten über die Nadeln infizieren.
Wacholderblasenrost an einem Wacholder. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Wacholder-Bäume beobachten und bei Befall roden

Wichtig: Der heimische Wacholder (Juniperus communis) ist nicht der Überträger des Pilzes. Verdächtig sind Wacholder-Arten, die weiche Nadeln besitzen. Besonders der Chinesische Wacholder oder der Sadebaum sollten ab Ende Januar unter strengster Beobachtung stehen und bei Befall noch im Februar gerodet werden.

Befallenes Laub von Birnbäumen kompostieren

Beim Birnengitterrost sind wenige orangefarbene Punkte durchaus tolerierbar und schaden dem Baum und der Ernte nicht. Befallene Blätter müssen nicht extra entsorgt werden. Sie können im Herbst auf dem Kompost oder einfach als Mulch liegen bleiben. Sie sind weder infektiös noch eine Gefahr für den Birnbaum.

Wenn Sie Birnen neu pflanzen wollen, vermeiden Sie anfällige Birnensorten wie 'Williams Christ' oder 'Alexander Lucas'.

Weniger für den Birnengitterrost anfällige Sorten:

  • 'Gute Luise',
  • 'Gräfin von Paris',
  • 'Gellerts Butterbirne' und
  • 'Clapps Liebling'.

Lassen Sie sich in jedem Fall in einer guten Baumschule beraten.

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Radiogarten | 15. Januar 2022 | 09:05 Uhr