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138 Eurofighter befinden sich im Bestand der Luftwaffe der Bundeswehr. Bildrechte: dpa

Hörer machen ProgrammTrotz F35-Anschaffung: Eurofighter ist "Rückgrat der Luftwaffe"

von Stephan Kloss, MDR AKTUELL

Stand: 24. Juni 2022, 13:39 Uhr

Die Bundeswehr soll vor dem Hintergrund des Ukraine-Krise besser ausgestattet werden. 100 Milliarden Euro Sondervermögen sind dafür eingeplant. Mit dem Geld geht man international auf Einkaufstour. So sollen amerikanische Flugzeuge gekauft werden. Das wundert Kurt Hertwig aus Markersdorf in der Oberlausitz. Er fragt: "Für die 100 Milliarden Euro für die Bundeswehr sollen auch Flugzeuge aus den USA gekauft werden. Was aber ist eigentlich aus dem Eurofighter geworden?"

Die Frage des Users lässt sich sehr klar beantworten: Der Eurofighter war und ist das wichtigste Kampf-Flugzeug der deutschen Luftwaffe. Auf der Webseite der Bundeswehr heißt es dazu: "Die insgesamt 138 Eurofighter der Luftwaffe bilden das Rückgrat der deutschen Kampfflugzeugflotte. Sie sind Kernelement zur Sicherstellung des künftigen Beitrages der Luftwaffe zum geforderten Fähigkeitsprofil der Streitkräfte und den damit verbundenen Bündnisverpflichtungen".

Kampfflugzeug ist europäisches Projekt

Begonnen hatte die gemeinsame Entwicklung des Flugzeugs durch die nationalen Rüstungsindustrien von Deutschland, Italien, Spanien und Großbritannien 1983. Die Eurofighter der ersten Generation fliegen seit 2004 in der deutschen Luftwaffe.

Es stimmt, dass aus dem 100-Milliarden Euro Sondervermögen für die Bundeswehr auch bis zu 35 Tarnkappenflugzeuge des Typs F-35 gekauft werden sollen. Die Kampfjets sollen die gealterte Tornado-Flotte der deutschen Luftwaffe ersetzen und gleichzeitig die sogenannte nukleare Teilhabe gewährleisten. Praktisch bedeutet das: Die F-35 sind in der Lage, die in Deutschland gelagerten US-Atomwaffen zu transportieren.

Eurofighter wird Teil der elektronischen Kriegsführung

Dazu Fachjournalist Thomas Wiegold: "Aber das bedeutet noch lange nicht, dass der Eurofighter, das derzeit modernste Flugzeug der deutschen Luftwaffe, damit aus dem Rennen ist." Im Gegenteil. Mehr als 140 dieser Eurofighter habe die Bundeswehr schon und es würden fast 100 weitere dazukommen – zum Teil als Ersatz für ausgemusterte Maschinen, zum Teil als Ersatz für die betagten Tornado-Kampfjets, die ebenfalls ausgemustert werden, "und zum Teil – und das ist neu, als neu-entwickelte Maschinen für die elektronische Kriegsführung".

Thomas Wiegold betreibt auch den Blog "Augen gerade aus" und schreibt dort über Verteidigungs- und Sicherheitspolitik. Man dürfe nicht vergessen, dass der Eurofighter tatsächlich ein europaweit eingesetzter Kampfjet sei: "Er wird ja nicht nur in Deutschland geflogen, sondern auch in Großbritannien, Italien und Spanien." Nur in einem Punkt bleibe der Eurofighter hinter der Konkurrenz zurück: Er verkaufe sich weltweit nicht besonders gut.

Eurofighter in den Nahen Osten verkauft

An den Persischen Golf allerdings hat es der Eurofighter geschafft: das Emirat Katar hat 28 Eurofighter gekauft, vier Maschinen wurden bereits ausgeliefert. Außerdem fliegt der Eurofighter in Saudi-Arabien, Kuwait und im Oman.

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL RADIO | 24. Juni 2022 | 08:21 Uhr