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Die Biodiversität geht weltweit zurück. Die Leibniz-Gemeinschaft zeigt Möglichkeiten auf, mit denen sie besser geschützt werden kann. Bildrechte: IMAGO / Countrypixel

Zehn Forderungen zur WeltnaturkonferenzLeibniz-Gemeinschaft: Das muss für den Schutz der Biodiversität getan werden

Stand: 07. Dezember 2022, 14:27 Uhr

Seit heute (7. Dezember) wird bei der COP15 in Montréal über weltweiten Artenschutz beraten. Die Leibniz-Gemeinschaft hat dazu konkrete Handlungsempfehlungen vorgelegt: Zehn Punkte als mögliche Lösungswege aus der Krise des Artenverlusts.

Bei der COP15, der Weltnaturkonferenz, geht es bis zum 19. Dezember 2022 um die Zukunftsfragen zur Biodiversität, unter anderem wie wir besser im Einklang mit der Natur wirtschaften können oder wem die genetischen Informationen aus unserer Umwelt gehören. Ein großes Thema werden zudem die 30x30 Ziele sein, also 30 Prozent mehr Artenschutzgebiete bis 2030. Im Vorfeld der Konferenz hat das Forschungsnetzwerk Biodiversität der Leibniz-Gemeinschaft zehn sogenannte "Must-Dos aus der Biodiversitätsforschung" vorgestellt, die angelehnt sind an die zehn "Must-Knows aus der Biodiversitätsforschung" vom März dieses Jahres, mit denen wissenschaftlich fundierte und allgemein verständliche Fakten zur biologischen Vielfalt einem breiten Publikum präsentiert werden sollen.

Bei den "Must-Dos" handelt es sich im Gegensatz dazu um konkrete Handlungsempfehlungen, die laut den Autorinnen und Autoren kurzfristig umsetzbar sind. Diese kommen aus verschiedenen Fachrichtungen von insgesamt 18 Netzwerkpartnern, um den komplexen Charakter der beiden Krisen sowohl durch den Verlust von Arten als auch durch die globale Erwärmung gerecht zu werden.

3 Bäume pro Haus und 300 Meter bis zur nächsten Grünfläche

BiodiversitätDas wird wichtig bei der UN-Artenschutzkonferenz COP15

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Zu den "Must-Dos" gehört etwa die Faustregel "3-30-300" zur Stärkung der Biodiversität in urbanen Räumen, wo mehr als die Hälfte der Weltbevölkerung leben, in Deutschland sogar 77 Prozent: Drei Bäume pro Haus sollten gepflanzt werden, dazu 30 Prozent Baumkronen im Viertel bestehen und es sollten maximal 300 Meter zur nächsten Grünfläche sein. Eine weitere Forderung lautet, künstliches Licht stark zu reduzieren, vor allem in Schutzgebieten für Flora und Fauna. Auch die Erhaltung der indigenen Sprachen und Kulturen steht im Forderungskatalog, da biologische, soziokulturelle und sprachliche Vielfalt miteinander verwoben seien. Und schließlich geht's im letzten Punkt ganz handfest um Geld, wenn darauf hingewiesen wird, dass weltweit jährlich zwar rund 143 Milliarden US-Dollar in den Erhalt der Biodiversität investiert werden, aber gleichzeitig Investitionen in Höhe von ca. 3,1 Billionen US-Dollar die Biodiversität schädigen oder sogar vernichten.

"Die Natur bietet die Lebensgrundlagen der Menschheit – diese Lebensgrundlagen müssen wir sichern", erklärt Kirsten Thonicke vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung (PIK), die auch als Sprecherin des Leibniz-Forschungsnetzwerks Biodiversität fungiert. "Das Artensterben, der Klimawandel, die Schädigung natürlicher Lebensräume – am Ende trifft all das uns selbst. Es geht ums Ganze. Deshalb diese '10 Must-Dos'".

Links/Studien

Die "10 Must-Dos aus der Biodiversitätsforschung 2022" der Leibniz-Gemeinschaft sind hier nachlesbar.

cdi/pm

Dieses Thema im Programm:MDR AKTUELL | 07. Dezember 2022 | 08:20 Uhr

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