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Gelbe Blüten des Sonnenhuts. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Naturnahe GärtenGemischte Hecken: Stauden, Gräser und Gehölze kombinieren

Weg von der 0-8-15-Hecke! Wie wäre es mal mit einer Hecke voller Blumen, Gräser und sogar mit Gemüse. Im Herbst ist Pflanzzeit. Hier zeigen wir Ihnen, wie Hecken richtig schön werden - für bunte, luftige und lebendige Gärten.

Gemischte Hecken lassen sich ganz einfach anlegen, indem man Gehölze, Stauden, Gemüsepflanzen und Gräser kombiniert. So entstehen abwechslungsreiche und blütenreiche Hecken, die sehr lebendig wirken. Versuchsingenieurin Cornelia Pacalaj hat in der Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau in Erfurt mehrere gemischte Hecken angelegt. Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Je nach Jahreszeit entwickelt sich die Hecke und verändert durch unterschiedliche Blühzeiten und Blattstrukturen immer wieder ihr Bild.

Die klassische Hecke ist ein funktionelles Element ohne Dynamik. Solche Hecken machen viel Arbeit. Ich empfehle bunte Hecken! Bunte Hecken leben. Sie spielen die Jahreszeiten durch, immer ist etwas anderes los!

Cornelia Pacalaj, Versuchsingenieurin an der Lehr- und Versuchsanstalt Gartenbau in Erfurt

"Gemischte Hecken sehen nicht nur schön aus, sie sind auch pflegeleicht", schwärmt Cornelia Pacala. Durch standfeste hohe Stauden müssen solche Hecken nur wenig gepflegt werden. Ein regelmäßiger Schnitt ist nicht nötig und auch Unkraut fällt in bunten Hecken kaum auf. Die Gehölze werden im Frühjahr geschnitten, die Stauden im Sommer. Je nach Pflanzenauswahl wachsen die Hecken an einigen Bereichen sehr dicht, an anderen Stellen blickt man beispielsweise durch einen Gräser-Vorhang in einen anderen Teil des Gartens.

Natürliche Gartenelemente Hecken: Blühender und bunter Sichtschutz

Cornelia Pacalaj hat in der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Erfurt den Hut auf, wenn es um gemischte Hecken geht. Vor drei Jahre wurden die Heckenbeete angelegt. Bildrechte: Daniela Dufft
Ein Bewässerungssystem versorgt die Pflanzen auch in Trockenzeiten mit ausreichend Wasser. So ist alles gut gewachsen. Bildrechte: Daniela Dufft
Der Sonnenhut hat im Sommer seinen Auftritt. Dahinter das Chinaschilf 'Nishidake’. Es ist das erste Chinaschilf, das im August zu blühen beginnt. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Die vielen Stauden bringen Farbe in die Hecken. Die halbhohe Herbstaster steht vor prächtig blühendem Sonnenhut. Bildrechte: Daniela Dufft
Hohe Herbstastern sehen oben zwar sehr schön aus, brauchen aber eine Vorpflanzung um kahle Stiele zu kaschieren. Bildrechte: Daniela Dufft
Jedes Jahr auf‘s Neue werden Gemüsepflanzen gesetzt, wie hier der rotstielige Mangold. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Fencheldolden lockern die Hecke auf. An einigen Stellen wächst sie dicht, an anderen kann man noch gut hindurchschauen. Bildrechte: Daniela Dufft
Die hohe Sonnenblume ist ein echter Blickfang. Bildrechte: Daniela Dufft
Auch Artischocken schmücken die Hecke. Bildrechte: Daniela Dufft
Zu jeder Jahreszeit  ein anderes Bild. Im Spätsommer haben Schönaster und Reitgras ihren Auftritt. Bildrechte: Daniela Dufft
Riesige Dolden des Wasserdosts. In so einer Hecke kann sich Unkraut gut verstecken. Bildrechte: Daniela Dufft
Unterschätztes Gehölz: der rote, Geschlitztblättrige Holunder. Bildrechte: Daniela Dufft
Und auch diesen kleinen Hingucker entdeckten wir am Fuße der Stauden. Die Orangerote Emilie (Emilia Coccinea).

Bildrechte: Daniela Dufft

Eine gemischte Hecke anlegen

Die Fläche für eine bunte Hecke muss gut vorbereitet sein. Der Boden sollte durchlässig sein und kann mit organischem Mulch wie Xylit oder Gartenfasermulch abgedeckt werden. In Trockenzeiten müssen die Pflanzen bewässert werden. Vor allem, wenn auch Gemüse in der Hecke platziert wurde. Bei großen Hecken lohnt sich ein Bewässerungssystem.

Eine gute Pflanzzeit ist der Herbst. Bei der Auswahl der Pflanzen ist es wichtig, schon größere Gehölze zu kaufen. Da die Stauden sehr schnell wachsen, würden sie kleine Gehölze schnell überragen und diesen das Licht zum Wachsen nehmen.

Pflanzenauswahl

In der Lehr- und Versuchsanstalt wurden 17 verschiedene Arten und Sorten von Gehölzen gepflanzt. Diese wurden mit rund 80 verschiedenen Stauden kombiniert. Vor allem bei der Auswahl der Stauden ist der Wuchs wichtig. Einige Stauden, wie zum Beispiel die Schönaster, benötigt eine Vorpflanzung, die unschöne Stiele kaschiert. Andere Stauden sehen von oben bis unten schön aus und stehen für sich. Deshalb haben die Mitarbeiter der Lehr- und Versuchsanstalt die Stauden in drei Gruppen eingeteilt. Die Liste mit den verwendeten Pflanzen können Sie sich als PDF herunterladen.

Staudengruppen
Stauden mit VorpflanzungStauden wachsen höher und blühen im oberen Bereich, benötigen aber eine Vorpflanzung, um unschöne Stellen am Fuße der Pflanze abzudecken. 
Stauden ohne VorpflanzungStauden die im Gesamtbild vom Fuß bis zur Spitze schön aussehen. 
VorpflanzungNiedrig wachsende Stauden, die am Fuße von Pflanzen und Gehölzen gut gedeihen und unschöne, kahle Stellen bedecken. 

Bei der Zusammenstellung ist der Phantasie der Gärtner keine Grenze gesetzt. Cornelia Pacalaj empfiehlt aber, Gehölzen mit großen Blättern lineare Strukturen folgen zu lassen, beispielsweise mit Gräsern oder langstieligen Blumen.

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Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 25. September 2022 | 08:30 Uhr