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Im Frühling blühen die Zieräpfel wunderschön, im Herbst schmücken sie den Garten mit ihren kleinen Früchten. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Obstbäume als ZiergehölzeZieräpfel im Garten: Bienenbuffet und VogelfreundBotanischer Name: Malus spec.

Stand: 18. April 2020, 10:07 Uhr

Bienen lieben die prächtige Blütenfülle der Zieräpfel im Frühling. Im Herbst schmücken dann unzählige Mini-Früchte die Gehölze. Das Wildobst ist essbar, doch wer etwas für die Vögel tun möchte, lässt die kleinen Äpfelchen hängen.

Den Garten mit Zieräpfeln gestalten

Hunderte Zierapfel-Sorten gibt es, unterschiedlich im Wuchs, mit kirschroten, quittengelben und zweifarbigen Früchten. Sie eigenen sich gut als Hausbäume für kleine Gärten, weil sie nicht größer als fünf bis sieben Meter werden. Einige fühlen sich im Kübel auf dem Balkon oder auf der Terrasse wohl. Sogar als Spalier oder blühende Hecke können Zieräpfel verwendet werden. Sie lassen sich gut in Form biegen und schneiden. Sie verzweigen sich reich und bieten so einen gewissen Sichtschutz. Veredelte Zieräpfel auf schwach wachsenden Unterlagen eignen sich besonders gut für Hecken. Die Sorte 'Red Jade' wächst dagegen leicht hängend und schirmartig. Dank seiner fließenden Formen wirkt der Baum mit seinen leuchtend roten Äpfelchen schön an Gewässern.

Der Zierapfel 'Butterball' trägt im Herbst leuchtend gelbe Früchte. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Wer mit dem Gedanken spielt, einen Zierapfel zu pflanzen, kann sich in Baumschulen und Gärtnereien jetzt - im Frühling - einen Eindruck von der Blütenfülle der Gehölze verschaffen. So erinnern die Sorten 'Coccinella' und 'Profusion' im April an rosarote Wolken. Im Gegensatz zu Forsythie oder Flieder verschönern die Zieräpfel den Garten aber auch im Herbst. So bildet beispielsweise die Sorte 'Street Parade' glänzend violettrote bis braunviolette Äpfelchen. Bis nach dem Laubfall bleiben die Früchte hängen, werden so zur natürlichen Garten-Deko bis in den Winter hinein. Sie dienen zugleich als Naschwerk für Vogelarten, die am liebsten weiches Futter fressen. Zieräpfel harmonieren mit Wildrosen, Zwergmispeln und dem Liebesperlenstrauch.

Der richtige Standort für Zieräpfel

Für einen besonders reichen Blüten- und Fruchtansatz brauchen Zieräpfel wie 'Coccinella' einen Standort in der Sonne. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Die ideale Pflanzzeit für Zieräpfel ist der November. Gepflanzt werden kann dann noch bis April, sofern der Boden offen und frostfrei ist. Zieräpfel mögen sonnige bis halbschattige Standorte. Für einen besonders reichen Blüten- und Fruchtansatz ist ein sonniger Platz am besten geeignet. Zieräpfel brauchen einen nährstoffreichen, durchlässigen Boden, der reich an Humus und nicht zu trocken ist. Kalte Winter und städtisches Klima sind für sie kein Problem. Lediglich ein Platz, an dem sich im Sommer die Hitze sehr staut, sollte gemieden werden.

Zieräpfel im Garten pflegen

'Freija' begeistert mit roten Früchten. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Bei Zieräpfeln kann es passieren, dass die Unterlage austreibt, das heißt der Stamm unterhalb der Veredlungsstelle. Diese wilden Triebe müssen abgeschnitten werden. Sie können den Baum andernfalls schwächen oder überwachsen. Wie bei anderen veredelten Gehölzen gehört das Entfernen dieser Wildtriebe daher zu den wichtigsten Pflegearbeiten. Ein regelmäßiger Schnitt wie bei Apfelbäumen ist nicht nötig. Durch Schneiden der Krone werden jedoch Größe und Wuchsform bei Zieräpfeln gelenkt. Es ist auch sinnvoll, die Bäume immer mal auszulichten. So werden Krankheiten vorgebeugt.

Die Früchte der Zieräpfel verwenden und verarbeiten

Zierapfel der Sorte 'Golden Hornet': Die gelben Früchte können zu Gelee oder Mus verarbeitet werden. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Die Miniatur-Früchte sind essbar, ihr Geschmack ist säuerlich-aromatisch bis leicht bitter. Zieräpfel können zum Beispiel zu Gelee verarbeitet werden, das mit Zimt oder Vanille verfeinert wird. Im Kompott oder Rumtopf schmecken die winzigen Äpfel ebenfalls. Empfohlen wird dafür vor allem die Sorte 'Golden Hornet'. Mit Silberdraht gebundene Zierapfelketten sind hübsch anzusehen und können als Vogelfutter im Garten angebracht werden. Als herbstlicher Tischschmuck oder im Blumengesteck wirken sie auch sehr dekorativ. Wer die Zieräpfel als Deko für den Winter haltbar machen möchte, kann sie mit hellem, geschmolzenem Kerzenwachs überziehen.

Rezept: Zierapfelmus

  • 500 Gramm Zieräpfel ohne Kerngehäuse, aber mit Schale
  • 150 Gramm Zucker
  • eine halbe Stange Zimt oder etwas Zimtpulver
  • 1 Tasse Wasser
  • Etwas Vanille, etwas Zitronensaft

In Stücke geschnittene Zieräpfel, Gewürze, Zucker und Wasser  30 Minuten köcheln lassen. Mit einem Pürierstab zerkleinern oder durch ein Sieb passieren. Noch sehr heiß in mit kochendem Wasser ausgespülte Einmachgläser füllen und verschließen.

Schöne Laubgehölze mit kleinen Kronen

Ein Baum für kleinere Gärten ist der Ginkgo. Dieser Baum der Sorte ′Mariken′ ist schon 20 Jahre alt und die kompakte Krone hat einen Durchmesser von etwa 2,50 Meter.

Weitere, schöne und kompakte Sorten mit einem ähnlichen Wuchs sind ′Globus′ und ′Troll′. Die Sorte ′Simon‘ wächst hingegen buschiger.
Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Das tolle Laub des Ginkos. Wobei Laub gar nicht stimmt. Der Ginko ist ein Nadelbaum. Die Blätter bestehen aus vielen Nadeln die aneinanderkleben und so aussehen wie ein Blatt. Wunderschön! Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Perfekt für den Miniaturgarten: Der Zierapfel ′Pomzai′ ist auch nach 20 Jahre noch klein und schön kompakt. Die Krone wird nicht viel größer als 1,5 bis maximal 2 Meter. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
′Pomzai′ ist ideal für kleine Gärten. Im Frühjahr bildet der Baum eine wunderschöne Blüte, die Früchte färben sich ab August rötlich ein. Im Herbst ist der Baum ein wahrer Hingucker. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Die Zwerg-Kaiser-Eiche 'Carl Ferris Mil wird ein stattlicher Baum, bleibt aber im Vergleich zu ihren riesigen Geschwistern (Dentata) relativ klein. Die Krone wird etwa sechs Meter breit und beeindruckt durch imposantes Laub. Ein Blatt kann stattliche 30 Zentimeter lang werden. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Im Herbst färben sich die Blätter gelb-orange ein und werden schließlich  schokoladenbraun. Das Besondere: Die Blätter bleiben auch im Winter am Baum und fallen erst im Frühjahr ab - ein schöner Sichtschutz auch im Winter. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Auch die Rinde der Zwergkaisereiche sieht sehr dekorativ aus. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Wacholderdrosseln, Amseln und Co. lieben diesen Baum. Der Apfeldorn wächst sehr kompakt und wird insgesamt sechs bis sieben Meter hoch. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Diese Exemplare des Apfeldorns wurden vor etwa 20 Jahren in die Stadt Schönstedt gesetzt. Sie sind stattlich gewachsen, aber immer noch kompakt und nicht zu groß. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Die Bäume bleiben bis in den Dezember hinein grün und tragen schöne große, intensiv rote Früchte. Die Krone erreicht einen Durchmesser von etwa 4 Meter. Aber Vorsicht: An der Rinde sitzen große Dornen. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Der Zierapfel ′Freija′ wird etwas größer und ist auch eine Augenweide. Die Früchte sind rot. Die Krone wird fünf bis sechs Meter breit. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Gelbe Früchte trägt der Zierapfel ′Golden Hornet′. Im Wuchs ähnelt der dem Zierapfel ′Freija′. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Die Zwergkastanie Aesculus pavia ′Koehnei′ wächst schirmartig, die Krone erreicht nach 20 Jahren einen Durchmesser von etwa 2,50 Meter. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Die Kastanie hat eine tolle orangefarbene Blüte im Mai. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Die Kastaniensorte ′Monstrosa′ ist etwas ganz Besonderes. Sie wächst krüppelig, bizarr. Ihr Wuchs ist immer für Überraschungen gut. Die Blätter sehen aus wie klassische Kastanienblätter, bleiben aber klein. Früchte werden nicht gebildet. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Die Herbstfärbung des Amberbaums ′Liquidambar′ ist kaum zu übertreffen. Er leuchtet tiefrot und erfreut so viele Gärtnerherzen. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Der Baum selbst wird je nach Unterlage 8 bis 10 Meter hoch. Die Krone wächst sehr langsam und wird im Durchmesser sechs bis sieben Meter breit. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Auch eine Empfehlung von Gärtnermeister Thomas Ackermann – der Amerikanischer Streifenahorn. Nach 20 Jahren erreicht der Baum eine Höhe von maximal fünf Metern. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Er hat schönes, lindgrünes Laub, das sich im Herbst gelb färbt. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Verliert der Baum seine Blätter, kommt die Rinde erst richtig zur Geltung. Sie trägt eine gestreifte Maserung. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft
Grandiose Bäume sind Platanen (Platanus): In Städten sieht man oft die Riesen wachsen, deren ausladende Kronen 20 Meter erreichen können. Eine Nummer kleiner ist die Platane ′Alphens Globe′. Dieser 15 Jahre alte Baum hat eine Krone mit einem Durchmesser von etwa sechs Metern. Der Baum wächst langsam und lässt sich auch durch Schnitt gut in Form halten. Bildrechte: MDR/ Daniela Dufft

Quellen: Cornelia Pacalaj, Lehr- und Versuchzentrum Gartenbau Erfurt; Bayerische Landesanstalt für Weinbau und Gartenbau Veitshöchheim; Kühr Baumschulen Erfurt

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 23. Februar 2020 | 08:30 Uhr

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