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Ein Teich im Garten ist eine tolle Sache. Im Sommer braucht er besondere Pflege. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

TrockenheitGartenteich: Pflege im Sommer

von Brigitte Goss, MDr Garten

Stand: 18. August 2022, 08:49 Uhr

In trockenen Sommern verdunstet das Wasser aus dem Gartenteich und der Wasserspiegel sinkt. Das erfordert spezielle Maßnahmen, bietet aber auch Gelegenheit für Pflegearbeiten, die bei normalen Wasserstand nicht möglich wären. Unsere MDR-Gärtnerin Brigitte Goss erklärt, was zu tun ist.

Die Sonne brennt, das Wasser im Gartenteich wird weniger und wärmer. Was muss man jetzt tun?

Wenn ein Teich austrocknet

Teiche, die ganz austrocknen sind für die Natur nicht verloren. Füllt sich das Wasser im Laufe des Winters wieder, ist das die beste Kinderstube für seltene Amphibienarten und Kröten. Dies wird sogar ein perfektes Laichhabitat: Fressfeinde wie Libellenlarven, die im Wasser überwintern, sind in ausgetrockneten Teichen im Frühjahr noch nicht vorhanden. 

Tiere im Teich

Teiche mit Fischbesatz brauchen in jedem Fall ausreichend Wasser, damit die Fische darin nicht bei steigenden Temperaturen verenden. Ab einer Temperatur von 22°Celsius wird es für die Fische kritisch. Ein Sonnensegel spendet Schatten, sodass das Wasser nicht so heiß wird. Langfristig gilt: Pflanzen Sie einen Schattenbaum! Auch Seerosen sind eine Möglichkeit, das Wasser zu beschatten.

Ab 22 Grad wird es Fischen zu warm Bildrechte: MDR/Brigitte Gross

In Naturteichen befinden sich jetzt heranwachsende Molche, Libellenlarven und Frösche. Frösche könnten ohne das Wasser nicht überleben, deshalb sollten Teiche mit diesen Tieren nicht ganz austrocknen. Für Kleintiere und Insekten sind Teiche generell in der trockenen Jahreszeit eine wichtige Trinkstation.

Teich auffüllen

Um den Wasserstand im Sommer aufzufüllen, kann Regen- oder Leitungswasser hinzugefügt werden. Am besten eine Mischung von beiden. Allerdings enthält das nach längeren Trockenperioden gesammeltes Regenwasser häufig erhöhte Nähr- und Schadstoffgehalte. Ebenso ungeeignet ist gechlortes oder stark kalkhaltiges Leitungswasser zum Auffüllen.

Bei niedrigen Wasserstand Pflanzen reduzieren

Wasserpflanzen klären den Teich. Sie entziehen dem Wasser Nährstoffe und Schadstoffe und damit den Algen die Nahrungsgrundlage. Doch mit den Jahren können sie überhandnehmen und sollten dann zurückgenommen werden.

Fieberklee gehört zu den Pflanzen, die gerne wuchern. Bildrechte: MDR/Brigitte Gross

Im Hochsommer ist dafür eine gute Zeit. Dabei kann man den niedrigen Wasserstand ausnutzen, um abgestorbenes Pflanzenmaterial zu entfernen, wuchernde Wasserpflanzen zu schneiden und die Wurzeln heraus zu reißen. Vorsicht bei Folienteichen! Mit scharfen Gegenständen mit Bedacht umgehen. Man kann dabei leichte die Folie beschädigen. 

Ist im Teich wenig Wasser, kommen Gärtner gut an Wasserpflanzen und abgestorbene Pflanzenteile heran. Bildrechte: MDR/Brigitte Gross

Algen aus dem Teich entfernen

Im warmen Wasser eines Naturteiches bilden sich besonders an sonnigen Standorten schwimmende Algen, die mit dem Kescher entfernt werden sollten.

Algen werden mit einem Kescher abgeschöpft. Bildrechte: MDR/Brigitte Gross

Die abgeschöpften Algenteppiche sollten unbedingt genau durchsucht werden. Darin halten sich gerne Molch- und Libellenlarven auf, die so schnell wie möglich wieder ins Wasser entlassen werden sollten. Das Algen- und Pflanzenmaterial sammelt man am besten erst in einem Eimer und lässt ihn im Schatten stehen. Dann krabbeln auch versteckte Tiere an die Oberfläche und können in den Teich gebracht werden. Algen und Pflanzenmaterial aus dem Teich können kompostiert werden.

Zwischen den Algen verstecken sich viele Tiere wie diese Molchlarve. Bildrechte: MDR/Brigitte Gross

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Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 13. Februar 2022 | 08:30 Uhr