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Auch Cymbidium-Orchideen - wie diese weiß blühende Züchtung - brauchen mehr als ein kleines Glas Wasser pro Woche. Bildrechte: Teresa Herlitzius

ZimmergartenOrchideen: Fünf Irrtümer - und die besten Pflegetipps

01. März 2024, 12:40 Uhr

Orchideen sollten einmal pro Woche nur mit einem kleinen Glas Wasser gegossen werden, glauben viele. Doch das ist ein Irrtum. Marei Karge-Liphard vom Orchideengarten Karge in Dahlenburg erklärt, was es mit diesem und weiteren Irrtümern auf sich hat. Sie gibt Pflegetipps rund um die Orchidee.

von MDR Garten

Irrtum 1: Alle Orchideen sollten warm stehen.

Nicht alle Orchideen müssen warm stehen. Je nach Herkunft mögen sie es auch "nur" temperiert oder sogar kalt. Cymbidien kommen beispielsweise vom Himalaya und mögen es gerne so wie in ihrer Heimat, nämlich kühl. Aber auch die Orchideenarten Dendrobium nobile und Dendrobium kingianum mögen es eher frisch. Sie stehen bei sechs bis zwölf Grad gut.

Als Standort eignen sich Flure oder Windfänge. Im sogenannten temperierten Bereich fühlen sich unter anderem die Miltonia und die Paphiopedilum-Hybride Pinocchio wohl. Sie können bei 16 bis 18 Grad beispielsweise ins Schlafzimmer gestellt werden. Das Wohnzimmer hingegen mag die Phalaenopsis, die in Deutschland meistgekaufte, blühende Zimmerpflanze. Der warme Bereich sollte eine Temperatur von 20 bis 22 Grad haben.


Irrtum 2: Der Standort von Orchideen sollte nicht geändert werden.

Auch diese Annahme stimmt nicht. Orchideen sind nicht so empfindlich, wie häufig vermutet. Ein Standort-Wechsel begünstigt sogar die Blühfähigkeit der schönen Exoten. Allerdings sollte auf die Lichtverhältnisse geachtet werden. Sie mögen es hell.


Irrtum 3: Orchideen brauchen ein Schnapsglas voll Wasser pro Woche.

Ein Schnapsglas voll Wasser pro Woche reicht Orchideen nicht aus. Sie sind so genügsam, dass sie das eine Zeit lang erdulden, dann wachsen sie rückwärts. Orchideen sollten einmal die Woche im Topf richtig nass gemacht werden. Am besten sie werden einfach großzügig gegossen. Allerdings sollte anschließend unbedingt das überschüssige Wasser abgegossen werden, damit Staunässe vermieden wird. Vom Tränken der Pflanze in einer Badewanne oder Spüle rät die Expertin ab: Krankheiten könnten so zwischen den Pflanzen leichter übertragen werden.

Die Vielfalt der Orchideen ist groß. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Irrtum 4: Orchideen müssen erst gedüngt werden, wenn sie blühen.

Orchideen müssen nicht gedüngt werden, wenn, sondern damit sie gut blühen. Es sollte spezieller Orchideendünger verwendet werden, da dabei die Salzkonzentration nicht zu hoch ist. Düngezeit für Orchideen ist von März bis Oktober. Im Winter kann dann auf die Düngung verzichtet werden.


Irrtum 5: Beim Rückschnitt sollte ein Drittel der Orchidee stehen gelassen werden.

Diese Aussage stimmt nur teilweise. Auf Phalaenopsis beispielsweise trifft sie zu. Allerdings sollten Orchideen mit langen, schmalen Blätter und Bulben ganz unten zurückgeschnitten werden. Außerdem gibt es sogenannte Revolverblüher, die gar nicht nachgeschnitten werden müssen. Sie "laden" ihre Blüten von alleine nach. Zu den Revolverblühern gehört beispielsweise die Paphiopedilum-Hybride Pinocchio.

Quelle: MDR Garten

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 11. Februar 2024 | 08:30 Uhr