Nachrichten & Themen
Mediathek & TV
Audio & Radio
PflanzenPflegenGestaltenGenießenPodcastDie Strebergärtner
Sonnenblumen erfreuen einfach alle Herzen. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Strahlende BlütenSonnenblumen pflanzen und pflegen

Stand: 07. August 2022, 10:56 Uhr

Der Anblick von Sonnenblumen sorgt für gute Laune. Die Blumen haben sich ihren Namen verdient: schließlich drehen sie ihren Kopf immer in Richtung Sonne. Durch ihre Höhe bilden sie einen reizvollen Blickpunkt im Garten. Bis Ende Juli können sie ausgesät werden.

Sonnenblumen gedeihen nur in der Sonne und wenden ihre Blütenköpfe in die Richtung, aus der die Sonne hauptsächlich scheint. Das Wort Sonne fehlt auch in anderen Sprachen nicht im Blumennamen. (Sunflower, Tournesol, Girasol) Das gilt auch für die botanische Bezeichnung Helianthus. "Helios" heißt auf Griechisch Sonne. Der zweite Wortteil "anthos" bedeutet Blüte.

Aussaat

Sonnenblumen dürfen nach dem Frost, wenn der Boden warm ist, direkt ins Beet gesät werden. Sonnenblumen sind Dunkelkeimer. Die Samen werden etwa zwei bis drei Zentimeter tief in die Erde gesteckt. Ideal ist ein Abstand von zehn Zentimetern. Natürlich brauchen die Pflanzen später einen größeren Abstand. Je dichter die Pflanzen stehen, umso mehr machen sie sich selbst Konkurrenz, sie bleiben kleiner, die Stiele sind dünner. Doch die Gefahr ist gering. Es gibt genug Gefahren und Mitesser im Garten, die dafür sorgen, dass am Schluss nicht alle Sonnenblumen ihre Blüten in den Himmel recken werden. Vögel picken die Saat-Körner aus, Mäusen schmecken diese auch gut, Schnecken vertilgen die jungen Pflänzchen. Ist es zu trocken, überleben die Keimlinge nicht.

Wer schon sehr zeitig den Anblick der Blüten genießen möchte, sät bereits im April in Töpfe aus und setzt die Jungppflanzen nach den Eisheiligen ins Freie.


Deshalb sollte man mit dem Saatgut nicht geizen. Keimfähig bleibt das Saatgut drei bis fünf Jahre. Es lohnt sich also, auch vergessene Samentüten dafür zu nehmen. Bis Juli kann ausgesät werden, dann blühen die letzten im Oktober. Allerdings sollten verzweigte Sorten nicht zu spät gesät werden, sonst entwickelt sich nur eine Einzelblüte.

Eine mexikanische Sonnenblume Bildrechte: David Dienemann / MDR

Der richtige Boden

Sonnenblumen mögen voll sonnige, warme Standorte mit nährstoffreichem, feuchten Boden. Ein humusreicher sandiger Lehmboden ist ideal. Zu sandige Böden mit Kompost und Steinmehl verbessern, tonige Böden mit Sand durchlässiger machen und mit Kompost düngen. Eine gute Wasserversorgung ist ebenso wichtig. Im heißen regenlosen Sommer sollten Sonnenblumen täglich gegossen werden.

Der richtige Platz im Garten

Klassisch und schön ist eine Reihe am Zaun oder als Beetbegrenzung.

Bitte beachten: Weil Sonnenblumen ihre Blüten zur Hauptsonnenrichtung im Garten öffnen, sollte der Standort gut bedacht sein. Vom Sitzplatz aus nur auf den Blütenrücken zu blicken, macht wenig Freude. Durch ihre tief reichenden Wurzeln sind Sonnenblumen übrigens gut dazu geeignet, den Boden für andere Pflanzen vorzubereiten. Allerdings entziehen sie dem Boden viele Nährstoffe, so dass die Folgekultur gut gedüngt werden muss.

Sonnenblumen im Topf

Zwergwüchsige Sorten sind für den Topf und sogar für Balkonkästen geeignet. Gute vorgedüngte Blumenerde oder ein Erd-Kompost-Sandgemisch sind  für den Kübel ideal, genauso eine Handvoll Langzeitdünger. Bewährt hat sich eine dicke Lage Schafwolle am Kübelboden. Die Wolle funktioniert als Drainage und gleichzeitig Wasserspeicher, beim Verrotten gibt sie langsam wie ein Langzeitdünger ihre Nährstoffe ab. Tierhaare sind besonders stickstoffreich, das ist gut für die hungrigen Sonnenblumen. Weil Sonne durstig macht, benötigen Sonnenblumen im Kübel viel Wasser. Sie dürfen nicht austrocknen. Bei der Aussaat aber nicht gleich angießen. Die in gut feuchte Erde gesetzten Samen erst an einem schattigen Ort keimen lassen. Dann aber unbedingt in die Sonne setzen und gut wässern. Auch im Kübel lieber einige Körner mehr aussäen. Die Jungpflanzen lassen sich gegebenenfalls in andere Töpfe setzen oder verschenken

Eine Sonnenblume mit gefüllten Blüten. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Sonnige Sortenvielfalt

Wer die typische Sonnenblume will, der muss sie also aussäen oder alternativ Jungpflanzen oder getopfte Ware kaufen. Das Saatgut ist allerdings die preiswerteste Variante und die Vielfalt an Sorten ist riesig. Die meisten Sorten werden etwa eineinhalb bis zwei Meter hoch und  haben einen Kranz aus gelben Blütenblättern.

Die Sorte "King Kong" kann sogar bis zu vier Meter hoch wachsen. Zwergformen werden um die 30 Zentimeter hoch, sie sind damit für den Kübel und Balkonkasten geeignet. Mittlere und große Sorten sind am besten für den Garten geeignet. Da Sonnenblumen schnell wachsen und am Stängel breite Blätter bilden, sind sie auch ideal als Sichtschutz. Typisch für sie ist ein gerader Stiel mit einer einzigen Blüte.

"Meteror" strebt in die Höhe. Bildrechte: MDR/Teresa Herlitzius

Wer gerne Schnittblumen für die Vase ernten möchte, sollte sich Saatgut für verzweigende Sorten kaufen. Bei mehrstieligen Sorten sollte man einige Blüten frühzeitig entfernen, damit sich die übrigen gut entwickeln können.

Es gibt Sorten mit zitronengelbem, goldorangem, rostrotem oder violettem Farbeinschlag, aber auch zweifarbige Sorten. Die Größe der Blüte differiert ebenfalls. Im Angebot sind auch viele kleinblumige Sorten. Der Sortenname "Teddybär" wurde inzwischen zum Synonym für alle gefüllten Sorten, die es ebenfalls in verschiedenen Wuchshöhen gibt.  Allerdings bilden diese Sorten keine Samen.

Pollenlose Sorten 

Einige Sorten sind pollenlos. Da der Pollen sehr klebrig ist, haftet er an Kleidung und Tischdecken und lässt sich schwer wieder entfernen. Für die Schnittblumenkultur werden darum spezielle Sorten gezüchtet, die keinen Pollen produzieren. Diese Sorten wurden so selektiert, dass sie sehr viel weniger Pollen produzieren als andere. Diese Sonnenblumen produzieren aber reichlich Nektar, der Insekten als Energiequelle dient. Sie setzen auch Samen an, die ein fettreiches Wintervogelfutter sind. Bienen benötigen allerdings Pollen zum Füttern ihrer Brut. Viele Experten stehen deshalb pollenlosen Sonnenblumen kritisch gegenüber. 

Samenfest oder F1-Hybride

Wer plant, von seinen schönen Sonnenblumen Samen für die nächste Aussaat zu sammeln, sollte samenfeste Sorten kaufen. Kreuzungen, sogenannte F1-Hybriden, wachsen zwar wunderbar, aber eignen sich nur bedingt für die Gewinnung von Saatgut. Aus diesem wachsen zwar auch wieder Sonnenblumen, aber die können ganz unterschiedliche Eigenschaften haben. Die Pflanzen sehen nur selten wie ihre Vorgänger aus. Es ist ein Überraschungspaket.

Steckbrief - SonnenblumeHelianthus annuus ( einjährige Sonnenblume )
Heimat: Nordamerika, mehr als 30 Arten sind bekannt
Familie: Korbblütler
Aussaat: April bis Juli
Saattiefe: ca. 1 cm
Keimtemperatur: 18- 22 °C
Keimdauer : 5- 10 Tagen
Kulturzeit bis zur Blüte: 10 - 14 Wochen
Blütezeit: sortenabhängig Juni-Oktober
Wichtige Nahrungspflanze für Bienen, Hummeln und andere Nützlinge

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 07. August 2022 | 08:30 Uhr