Nachrichten & Themen
Mediathek & TV
Audio & Radio
PflanzenPflegenGestaltenGenießenPodcastDie Strebergärtner

Pflanzen anbauenVor- und Nachteile von Gewächshäusern

von Brigitte Goss, MDR Garten

Stand: 23. Mai 2022, 16:01 Uhr

Brauche ich ein Gewächshaus im Garten oder brauche ich keins? Schließlich sind Bauaufwand und Anschaffungskosten nicht unerheblich. MDR Garten-Expertin und Gewächshaus-Besitzerin Brigitte Goss klärt über die Vor- und Nachteile auf.


Vorteile eines Gewächshauses

Garten-Expertin Brigitte Goss möchte ihr Gewächshaus nicht mehr missen. Aus ihrer Sicht überwiegen klar die Vorteile:

  • Die Gartensaison wird verlängert - Pflanzen können früher im Jahr gepflanzt werden. Auch die Erntezeit im Herbst wird nach hinten geschoben.
  • Jungpflanzen können im Gewächshaus an einem hellen, geschützten, Ort vorgezogen werden.
  • Im Gewächshaus kann auch bei schlechtem Wetter gegärtnert werden. Es bietet den Pflanzen Schutz vor Wind und vor extremen Wetterlagen.
  • Die Temperaturen sind stabiler als im Freiland. Gerade in kalten Nächten sind die Pflanzen im Gewächshaus gut geschützt.


Nachteile von Gewächshäusern

  • Weil häufig Jahr für Jahr die gleichen Kulturen im Gewächshaus angebaut werden, kann man sich schnell Krankheiten ins Gewächshaus holen. Abhilfe schafft ein regelmäßiger Tausch der Beete - wo in einem Jahr Tomaten wuchsen, sollten im nächsten Jahr Gurken gepflanzt werden. Beleben Sie den Boden mit Wurmhumus und anderem Kompost.
  • Gießen darf nicht vergessen werden, schließlich regnet es im Gewächshaus nicht. Mit automatischen Bewässerungssystemen kann man diesen Nachteil ausgleichen.
  • Belüftung ist wichtig! Es gibt dafür zum Beispiel automatische, hydraulische Fensteröffner. Sie lassen sich ohne Strom öffnen und schließen. Für heiße Standorte empfehlen sich Seitenfenster. Sorgen Sie mit Stoff oder Schattierleinen für Schatten!
Regelmäßige Belüftung ist im Gewächshaus sehr wichtig. Bildrechte: MDR/Nadine Witt


Gewächshaus: die wichtigsten Infos

Material: Gewächshäuser können aus Glas, Kunststoff, Doppelstegplatten, Hohlkammerplatten oder gar alten Fenstern bestehen. Hauptsache, sie sind stabil.

Als Mindestgröße empfehlen sich 6 Quadratmeter. Größere Gewächshäuser lassen sich besser klimatisieren, weil sich die Hitze von innen nicht so staut.

Kosten: Ein hochwertiges Gewächshaus ist ab 1.000 Euro aufwärts zu haben. Mit Eigenleistungen und der Zweitverwendung von Materialien wie zum Beispiel alten Fenstern können Sie jedoch auch günstiger kommen.

Standort: Gemüse braucht viel Sonne, deshalb sollte man die lange Seite nach Süden ausrichten, um die Vegetationszeit zu verlängern.

Eine Heizung braucht es nicht unbedingt, es sei denn, man will Kübelpflanzen im Gewächshaus überwintern. Ansonsten reicht auch ein Frostwächter.

Sauberkeit und Hygiene sind wichtig, putzen Sie deshalb im Herbst unbedingt das Gewächshaus.


Alternativen zu Gewächshäusern

Wem ein Gewächshaus zu aufwendig oder zu teuer ist oder wer sich erst einmal herantasten möchte an die eigene Gemüsezucht, für den sind diese Alternativen interessant:

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Radiogarten | 28. Mai 2022 | 08:30 Uhr