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Typisches Erkennungsmerkmal: An dem Kohlrabie haben Erdlöhe Löcher in die Blätter gefressen. Andere Schädlinge wie die Kohlmottenschildlaus saugen die Blätter aus - sie verlieren dann zum Beispiel ihre Farbe. Bildrechte: Daniela Dufft

Fraßschäden an Gemüse

Erdflöhe bekämpfen: Was gegen die Schädlinge im Gemüsebeet hilft

Erdflöhe (Psylliodes), Familie der Blattkäfer (Chrysomelidae)

Stand: 20. Juli 2021, 15:03 Uhr

Von den Gemüsepflanzen, die Hobbygärtner Jörg Heiß auf seinem Hochbeet gepflanzt hat, ist nicht mehr viel übrig. Winzige, schwarze Käfer haben siebartig Löcher in Kohlrabi, Brokkoli, Asiasalate und andere Pflanzen gefressen, die mit dem Kohl verwandt sind. Die Schädlinge heißen Erdflöhe und lieben heiße, trockene Sommer. Nur Schutznetze helfen.

Erdflöhe sind in den vergangenen Jahren häufiger aufgetreten, beobachten Experten wie Martin Krumbein vom Lehr- und Versuchszentrum für Gartenbau in Erfurt. Vor allem im Hochsommer machen sich die Schädlinge über Pflanzen her und fressen die Blätter ab. Ihre Vorliebe sind Kreuzblütler, wie Krumbein erklärt. Sauerampfer und Zitronenmelisse stehen dagegen im Hochbeet unversehrt neben den Gerippen von Kohlrabiblättern und Rucola.

So leben Erdflöhe

Alte Tiere überwintern im Boden und legen dort ihre Eier ab. Bereits im April schlüpfen die ersten Käfer, aber sie sind nicht das Problem, wie der Gemüseexperte sagt. Für die Ernte gefährlich sind die Scharen an Erdflöhen, die durch Zuflug in die Gärten kommen, wenn zum Beispiel der Raps auf dem Feld zu trocken geworden ist und dringend neue Nahrung her muss. Besonders schwer ist der Befall in sehr heißen, trockenen Sommern - in den Monaten Juli und August.

Gegen Erdflöhe können Gärtner nur vorbeugen, sagt Martin Krumbein. Bildrechte: Daniela Dufft

Erdflöhe sind eigentlich KäferErdflöhe haben kräftige Hinterbeine und können locker einen halben Meter weit springen. Deswegen werden sie auch Erdfloh genannt, aber eigentlich gehören sie zur Familie der Blattkäfer, denn fliegen können sie auch. So siedeln sie bequem aufs Gemüsebeet um, wenn der Raps auf dem Feld nebenan zu trocken geworden ist.

Schadbild bei Erdfloh-Befall

Die kleinen Käfer fressen winzige Fensterchen in die jungen Blätter von Kohlrabi, Brokkoli, Rucola, Radieschen, Chinakohl und anderen Gewächsen, die mit den Kohl-Arten und -Sorten verwandt sind. Eine geringe Zahl der schwarzen oder schwarz-gelb gestreiften Tierchen im Gemüsebeet schadet der Ernte meist nicht sehr.

Sind die Erdflöhe einmal in großen Massen da, lassen sie von ungeschützten Pflanzen nicht viel übrig. Bildrechte: MDR/Jörg Heiß

Doch wenn sich die Insekten massenhaft vermehren, ist von jungen Pflanzen schnell nicht mehr viel übrig. Ihre Blätter werden siebartig durchlöchert. Ist der Befall einmal da, können Gärtner nichts mehr machen, warnt Krumbein.

Welche Gartenpflanzen gehören zu den Kreuzblütlern?Zur Pflanzenfamilie der Kreuzblütler gehören wichtige Kulturpflanzen, die Öllieferanten und Gewürzpflanzen sind, oder die als Gemüse und Salat gegessen werden. Auch Zierpflanzen gehören zu der Pflanzenfamilie wie Blaukissen, Färberpflanzen, Goldlack oder Nachtviolen.

Bekannte Kreuzblütler:
- Gemüsekohl (Rotkohl, Weißkohl, Brokkoli, Blumenkohl, Rosenkohl)
- Schwarzer und Indischer Senf
- Pak Choi, Chinakohl
- Raps
- Rettich, Meerrettich, Radieschen
- Kresse, Wasabi

Pflanzenschutznetze helfen gegen die Erdflöhe

Martin Krumbein rät, rechtzeitig mit sehr kleinmaschigen Pflanzenschutznetzen vorzubeugen (Maschenweite: 0,8 mal 0,8 Millimeter). Diese feinmaschigen Netze werden gleich nach der Pflanzung über die Jungflanzen gelegt, erklärt Martin Krumbein. Wichtig ist, die Ränder der Netze mit einzugraben oder mit einem Brett oder Steinen zu beschweren, damit keine Schlupflöcher für die Schädlinge bleiben. Auch sollte das Netz nicht zu dicht über den Pflanzen liegen, da diese ausreichend Platz brauchen, um darunter noch zu wachsen.

Sobald die Jungpflanzen da sind, sollten geeignete Schutznetze vorsichtig und luftig über den Pflanzen ausgebreitet werden. Bildrechte: Daniela Dufft

Erdfloh-Befall vorbeugen

Sie hüpfen wie Flöhe, sind aber kleine Käfer. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

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Heiß auf Gemüse

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 06. September 2020 | 08:30 Uhr

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