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Blickfang auf der Gartenparty: mit Malven- und Lavendelblüten dekorierte Häppchen und Kanapees. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner

Aus der GartenkücheEssbare Blüten: Taglilie, Indianernessel, Rose und Co.

Stand: 02. September 2022, 11:54 Uhr

Viel mehr Blüten, als man denkt, können auch gegessen werden. Zu den Klassikern gehören Ringelblume, Taglilie und Kapuzinerkresse. Auch Hosta, Phlox, Duft- und Indianernessel sowie Rosen bereichern die Gartenküche. Nicht alle schmecken, aber sie sehen zumindest toll aus.

Mit der Auswahl der richtigen Sommerblumen und Stauden kommt nicht nur Farbe in die Gärten, sondern auch auf Teller und Platten, in Salatschalen und Gläser. Mehr Blüten als man denkt sind essbar, wie Gartenfachberaterin Brigitte Goss sagt. Die Blüten von Indianernesseln, Taglilien, Phlox, Nelken, Dahlien und Rosen können genossen werden, aber auch viele Blüten bekannter Kräuter wie Thymian oder Basilikum. Die Gartenfachberaterin rät jedoch, nur zu essen, was man wirklich kennt.

Staudengärtner Uwe Götter aus Rudolstadt betont: "Warten Sie nach dem Kauf neuer Pflanzen lieber 14 Tage, bevor Sie die Blüten essen. Dann sollte mögliche Reste von Pflanzenschutzmitteln abgebaut sein". Wer ganz sicher sein will, verwendet Bio-Pflanzen. Aber auch dann sollte ein paar Tage abgewartet werden, bevor es an die Blüten-Ernte geht.

Viele Gartenblumen sind essbar. Einige schmecken gut, andere eignen sich zum Garnieren von Speisen und Getränken. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Nicht alle Blüten schmecken aromatisch und gut, aber darauf kommt es auch nicht immer an. Viele sehen einfach schön aus, schmecken jedoch nach nichts. Die Blüten können getrocknet werden und als Beigabe Kuchen oder Desserts verschönern. Auch Zucker oder Salz mit Blütenblättern sind auf jeder Gartenparty ein hübscher Blickfang. Besonders appetitlich wirken kandierte Rosen-, Hornveilchen- oder Phloxblüten: Um sie zu kandieren, werden sie vorsichtig mit Eiweiß benetzt, mit Zucker bestäubt und dann bei 50 Grad im Backofen getrocknet.

Übersicht: Diese Blüten und Blumen sind essbar

Essbare Blumen: Diese Blüten eignen sich für die Küche

Der Phlox, auch Flammenblume genannt, öffnet seine Blüten im Sommer. Sie leuchten auf den Beeten und im Bauerngarten in Weiß-, Rosa-, Rot-, Violett- und Blautönen. Hätten Sie gedacht, dass die hübschen Phlox-Blüten auch essbar sind? Beim Sommerfest im Garten können Sie damit bedenkenlos den Tisch und die Salate schmücken. Im Bild: Phlox paniculata 'Flame Blue'. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Phlox-Blüten in leuchtendem Pink dienen als Dekoration für die Käseplatte mit frischem Baguette. Taglilien haben ebenfalls essbare Blüten in warmen Farbtönen wie Gelb, Orange oder Rot. Hier fällt besonders der Kontrast zu den grünen Snack-Gurken auf. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Die Indianernessel ist eine unverwechselbare Erscheinung im Garten. Monarden, wie die Stauden auch heißen, bilden im Hochsommer tolle Blüten, die man essen oder für Tee und Potpourri trocknen kann. Die Sorte 'Saxon Purple' blüht in Rot- und Violetttönen. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Wilde Malve und aromatischer Lavendel ergänzen sich optisch und geschmacklich auf frischem Brot mit Quark oder Frischkäse. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Die gelbe Blüte einer Taglilie sorgt für Farbtupfer in der Salatschale. Die lila-blauen Blütenkerzen des Ehrenpreis wirken auf Tellern und Platten natürlich und edel. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Die Blüten der Taglilie halten nur einen Tag lang - oder noch kürzer, wenn sie vorher schon abgeschnitten und aufgegessen werden. Sie sind essbar und werden von vielen Gartenbesitzern wegen ihres guten Geschmacks geschätzt. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Die mehrjährige Hosta zählt zu den beliebtesten Stauden für schattige Bereiche im Garten oder auf dem Balkon. Ihre weißen bis lilafarbenen Blüten locken Insekten an. Sie sind außerdem essbar. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Bei den Schafgarben gilt: Alle Vertreter dieser Pflanzenfamilie haben essbare Blüten. Ob rot, gelb, rosa oder weiß, die Blütenfarbe ist dabei egal. Auch die würzig-scharfen, leicht bitteren Blätter können zerkleinert und für Wildkräuter-Suppen, Salate oder Tees verwendet werden. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Die Schwarzäugige Susanne gehört zu den Kletterpflanzen. Ihre gelben oder roten Blüten können geerntet und als essbare Deko genutzt werden. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Wer keinen Garten hat, kann auch einen Balkonkasten mit Kräutern und Blumen gestalten, deren Blüten essbar sind. In diesem Beispiel ergänzen sich unter anderem Rosmarin, Olivenkraut, Thymian, Gewürztagetes und Karpaten-Glockenblume. Bei dieser Pflanzen-Zusammenstellung ist wichtig, es mit dem Gießen nicht zu übertreiben. Ständige Feuchtigkeit bekommt den Kräutern und Blumen überhaupt nicht. Der Balkonkasten sollte regelmäßig abtrocknen dürfen. Mit etwas Glück überdauern die Kräuter auch den Winter. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Viel mehr Blüten, als man annehmen würde, sind essbar. Duftrosen zum Beispiel riechen nicht nur gut, sie haben auch ein besonderes Aroma. Auch die Blüten von Taglilien, Nelken und Kornblumen sind eine schöne und vor allem essbare Deko auf dem Tisch oder in Gerichten. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Die Agastache ist eine echte Wunderpflanze. Mit ihrem minzigen Geschmack wird sie für Hustentee, Fruchtsalate und Süßspeisen verwendet. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Blickfang im Glas: Mit Borretschblüten können Sie Eiswürfel beispielsweise für die nächste Grill- oder Gartenparty herstellen. Achten Sie aber darauf, ausschließlich die Blüten zu verwenden. Die bitteren, äußeren Kränze müssen Sie entfernen, bevor Sie die Blüten ins Wasser für die Eiswürfel geben. Bildrechte: MDR/Ulrike Kaliner
Taglilien haben ganz unterschiedliche Geschmacksrichtungen. Manche schmecken wie Apfel, andere haben ein Zitronenaroma. Vor allem auf Quark oder gefüllt werden sie zu einem echten Hingucker. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Auch die zarten Nelkenblüten sind mit ihrem neutralen bis süßen Geschmack sehr vielfältig. Ob in Schokolade oder in Getränken, die Nelke ist ein hübscher Blickfang. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Im Quark mit frischem Obst bringen die Blüten von Ringelblume, Malve und Kornblume Pepp. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Die meisten Blüten unserer Kräuter können ebenfalls gegessen werden. Die Blüten des afrikanischen Basilikums schmecken milder als die Blätter. Informieren Sie sich aber im Zweifelsfall, welche Blüten essbar sind: Petersilienblüten sind beispielsweise giftig. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Duftrosen schmecken ähnlich wie sie riechen. Aus den Blütenblättern kann zum Beispiel Sirup hergestellt werden. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Auch Rosenlimonade mit Limetten oder Zitronen ist ein beliebtes Rezept für den Sommer. Hierfür wird Rosensirup einfach in Mineralwasser gegeben und mit Blüten hübsch garniert. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Als Strauß sehen Ringelblumen und Kornblumen wunderschön aus. Die Blüten können aber auch getrocknet werden. Sie verschönern Desserts und Speisen. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Auch Zucker oder Salz mit Blütenblättern sind auf jeder Gartenparty ein toller Blickfang. Dazu werden die Blüten getrocknet und untergemischt. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
Ob sanfte Pastelltöne oder knallig-bunte Farben: Essbare Blüten sind eine Bereicherung für die Küche. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft
PflanzeAnmerkungenGeschmack
Afrikanisches BasilikumGewürzkrautzartes Basilikum-Aroma
Duftnessel (Agastache)Dekoration, geschmacksintensivMinzaroma
Duftrosen (geeignete Sorten: u.a. 'Rose de Resht', 'Jasmina')Zierpflanze, Dekoration, aromatisch; zum Kandieren, für Rosenöl, -limonade, -zucker oder -salzsüßlich, blumig
Funkie (Hosta)Blattschmuckstaude mit Blüten in Weiß, Creme- und Lilatönen; Blüten können zum Beispiel unter Reis gemischt werdenblumig
GewürztagetesNur spezielle Gewürztagetes-Blüten können gegessen werden. Achtung: Die Studentenblumen, die als Zierpflanzen mit teils üppigen Blüten verkauft werden, sind in der Regel nicht essbar.erinnert an Zitrusfrüchte
Hohe Flammenblume (Phlox paniculata)für Salate, Blütenbutter oder Süßspeisen wie Obstsalat und Kuchen oder mit Puderzucker bestäubt verwendensüß-würzig
Hornveilchen (Viola cornuta)zum Kandieren oder als Dekoration auf Süßspeisen und in Salatenangenehm, leicht
KapuzinerkresseDekoration, Gewürz, vor allem für Salate genutztscharf, Senfaroma
Monarde, IndianernesselSommerblüher, Blätter als Tee verwendbar, ähnliche Wirkung wie Melissesüß, fruchtig
NelkeDekorationneutral
KornblumeDekorationneutral
RingelblumeHeilpflanze, farbintensivneutral
Taglilie (Hemerocallis)Große Knospen und Blüten, die in Bierteig ausgebacken, mit Frischkäse, Joghurt oder Quark gefüllt oder in den Salat geschnitten werden könnenje nach Sorte nach Zitrone, Apfel oder neutral
WegwarteHeilpflanze, vielfältig verwendbarneutral
Wilde MalveHeilkrautsehr sanft, leicht

Zu den Lieblingsblüten vieler Gartenbesitzer gehören Duftrosen. Die Blütenblätter schmecken so ähnlich wie sie riechen. Sie bereichern Salate und sind aromatische Beigaben in erfrischenden Sommergetränken und Cocktails.

Rosensirup schmeckt und sieht einfach toll aus. Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Rezept für RosensirupEine gute Hand voll Blütenblätter der Duftrosen höchstens 48 Stunden mit einem Liter Wasser bedeckt ziehen lassen. Die Aromen lösen sich besser, wenn noch etwas Zitrone hinzugefügt wird.

Den Sud abseihen und etwa 200 bis 300 g Zucker peu à peu hinzufügen. Dann rühren bis sich der Zucker vollständig aufgelöst hat. Es kommt der Moment, in dem der Sirup keinen Zucker mehr aufnehmen kann.

Wird der Sirup gekocht, hält er zwar länger, er verliert aber die Farbe.

Im Kühlschrank aufbewahren und schnell verbrauchen.

Blüten von Kräuterpflanzen

Vor allem die Blüten vieler Kräuterpflanzen sind eine aromatische Delikatesse und schmücken zudem die Käseplatte, mediterrane Vorspeisen oder auch Desserts. So eignen sich Pfefferminze, Rosmarin, Zitronenmelisse und natürlich der Lavendel für die Küche.

Die Blüten des afrikanischen Basilikums schmecken milder als die Blätter Bildrechte: MDR/Daniela Dufft

Gartenfachberaterin Brigitte Goss verwendet gerne das Afrikanische Basilikum, eine sehr dunkle, robuste Kräutersorte. Die Blätter schmecken eher herb, die Blüten dafür lieblich und fein. Aber auch die Thymianblüten stehen auf der Lieblingskräuterliste ganz oben. Doch nicht alle Blüten von Kräutern können gegessen werden. Informieren Sie sich also vor dem Ausprobieren genau. So ist die Blüte der Petersilie giftig und steigert auch den Anteil an giftigen Stoffen in den Blättern. Deswegen sollte Petersilie nach der Blüte, die im zweiten Jahr erfolgt, nicht mehr in der Küche verwendet werden.

Aromatische Gewürze und duftende Blüten kombinierenStaudengärtner Uwe Götter aus Rudolstadt empfiehlt, aromatische Gewürze und Pflanzen mit essbaren Blüten zu kombinieren. So wird der sommerliche Garten oder Balkon zu einer duftenden, sinnlichen Genuss-Oase. Probieren Sie einfach aus, welche Gewürze mit ihren Lieblingsgerichten harmonieren. Folgende Kräuter sind weniger bekannt, sorgen aber für Hingucker sowie besondere Gerüche und Aromen in der Gartenküche:

Anis-Estragon (Artemisia dracunculus 'Baden Baden')
Argentinischer Minzestrauch (Lippia polystacha)
Bronze-Fenchel (Foeniculum vulgare 'Rubrum')
Currykraut (Helichrysum italicum)
Duft-Schafgarbe (Achillea odorata)
Jiaogulan, Kraut der Unsterblichkeit (Gynostemma pentaphyllum)
Olivenkraut (Santolina viridis)
Thymian vulgaris 'Faustini'
Zitronen-Eberraute (Artemisia abrotanum 'Citrina')
Zitronenstrauch (Aloysia citrodora)
Zitronen-Thymian (Thymus x citriodorus)

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Garten | 26. Juni 2022 | 08:30 Uhr