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Viele Zimmerpflanzen können gut in Granulat wachsen. Wasserstandsanzeiger und Feuchtfühler helfen dabei, den Flüssigkeitsbedarf der Pflanzen herauszufinden. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

SubstratZimmerpflanzen ohne Torf und Trauermücken

von Brigitte Goss

Stand: 14. Januar 2022, 10:52 Uhr

Wenig Pflegeaufwand, gesunde, wüchsige Pflanzen und ein angenehmes Raumklima, das wünschen sich viele für ihre Zimmerpflanzen. Diese sind durchaus flexibel und müssen nicht unbedingt in Erde wachsen. Substrate in Form von Granulaten, die mineralische Bestandteilen enthalten, kommen ohne organisches Material wie Torf aus und können immer wieder verwendet werden. Gärtnerin Brigitte Goss erklärt, worauf es beim Pflanzen in Granulat ankommt.

Statt Erde mit Torf: Welches Granulat eignet sich für Zimmerpflanzen?

Viele Zimmerpflanzen werden in Töpfen voller Erde kultiviert, die meist Torf enthält oder als Nährboden für eine Invasion von Trauermücken dienen kann. Doch es gibt Alternativen: mineralische Substrate. Am bedeutendsten sind Seramis aus Tongranulat und Lechuza aus Bims, Zeolithen und Lava. Die Wurzeln der meisten Zimmerpflanzen können in den Steinchen gut Halt finden und bekommen in dem porösen Substrat ausreichend Luft und Wasser. Die Granulate können außerdem problemlos Nährstoffe speichern und abgeben. Ein weiterer großer Vorteil: Das Material kann immer wieder verwendet werden und ist somit nachhaltiger als herkömmliche Zimmerpflanzenerde.

Die Vorteile von Granulat auf einen Blick:

  • torffrei
  • Trauermücken können sich darin nicht vermehren
  • hält Wasser und Nährstoffe, ist weniger pflegeintensiv
  • kann immer wieder verwendet werden und ist dadurch nachhaltig

Gärtnern ohne Torf

Pflanzen von Erde auf Granulat umstellen - so geht's

Bei beiden Granulat-Arten ist ein Bewässerungssystem von unten notwendig, das mit einem Wasserstandsanzeiger kontrolliert wird. Dazu werden spezielle Töpfe benötigt, die einen solchen Wasserstandsanzeiger und einen Innentopf besitzen. Pflanzen, die bisher in Erde gewachsen sind, lassen sich erfahrungsgemäß gut auf die neuen Bedingungen umstellen. Das Frühjahr ist günstig, um Zimmerpflanzen in Hydrokultur umzusetzen.

  • Die Zimmerpflanze austopfen und lose Erde entfernen.
  • In den Innentopf erst etwas Substrat füllen.
  • Dann den Erdballen in die Mitte des Topfes halten und rundherum mit dem Granulat auffüllen.
  • Die Pflanze sollte auch im Granulat immer so hoch sitzen wie im Topf zuvor, gleichzeitig darf der Topfballen nicht über das Substrat hinausragen. Der Topfballen sollte den Gefäßrand also nicht überragen, aber auch nicht zu tief sitzen.

Anleitung Zimmerpflanzen auf Granulat umstellen

Bewässerung von unten und dazu Erde im Topf - das geht meist nicht gut. Ein Umstieg auf Hydrokultur ist für viele Zimmerpflanzen gesünder und hat auch noch weitere Vorteile - so wird für die Substrate kein Torf benötigt. Granulat beugt überdies lästigem Traumermücken-Befall vor. Bildrechte: Brigitte Goss
Um eine Zimmerpflanze in Granulat umzusetzen, wird ein besonderes Pflanzgefäß benötigt, das noch einen Innentopf besitzt. Dochte im Boden des Innentopfes ziehen dabei das Wasser nach oben an die Pflanzenwurzeln. Bildrechte: Brigitte Goss
Der Innentopf wird erst mit etwas Granulat gefüllt. Bildrechte: Brigitte Goss
Entfernen Sie die lose Erde vom Topfballen der Pflanze. Die braucht sie nun nicht mehr. Bildrechte: Brigitte Goss
So ist der Topfballen bereit zum Einpflanzen. Bildrechte: Brigitte Goss
Die Pflanze sollte zum Schluss so hoch eingesetzt werden wie zuvor. Die Hohlräume werden mit dem Granulat aufgefüllt. Bildrechte: Brigitte Goss
Der Innentopf besitzt einen Hohlraum, in dem sich das Wasserreservoir befindet. Der Wasserstandsanzeiger zeigt, ob neues Wasser eingefüllt werden muss. Bildrechte: Brigitte Goss
So sieht die fertige Pflanzung aus. Mit Wasserstandsanzeiger und Feuchtefühler kann das Gießen genau gestaltet werden. Bildrechte: MDR/Brigitte Goss

So werden die Pflanzen im Granulat gegossen

Ideal sind vor allem für die erste Zeit sogenannte Feuchtefühler. Diese werden direkt in den Wurzelballen gesteckt. Seine Farbe wechselt von blau nach rot, wenn es Zeit zum Gießen wird. Im Laufe der nächsten Wochen bildet die Pflanze längere Wurzeln, die sich an das neue Substrat angepasst haben. Dann kann man die Bewässerungsintervalle an den Wasserstandsanzeiger anpassen. Dieser sollte sich nach dem Gießen auf halber Höhe einpendeln. Es gibt aber eine Ausnahme: Ist man länger nicht Zuhause, kann auch etwas mehr Wasser eingefüllt werden.

Dann wird erst wieder gegossen, wenn der Anzeiger einige Tage ganz unten steht. Wenn der Wurzelballen etwas abtrocknen, schadet das nicht. Trotzdem sollte man sich nicht gänzlich auf die Anzeige verlassen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass es sicherer ist, auf umsichtiges Gießen und Kontrolle zu setzen. Gedüngt werden die Pflanzen mit flüssigem Mehrnährstoffdünger - wie Topfpflanzen in Erde.

Quelle: Brigitte Goss, MDR Garten-Expertin, Gärtnerin und Gartenfachberaterin

Dieses Thema im Programm:MDR THÜRINGEN - Das Radio | Radiogarten | 15. Januar 2022 | 09:00 Uhr

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